Kriege werden lange vorbereitet: Material muss beschafft, das Volk eingeschworen werden. Gegen den Feind im Ausland werden Hass und Verachtung geschürt, während das eigene Land als Paradies der Freiheit und anderer höchster Werte auf Erden gepriesen wird. In Deutschland wird die Wehrpflicht reaktiviert, wenn auch (noch!) ohne Zwang, was einige journalistische Kolleginnen und Kollegen begrüßen. In der Bevölkerung und besonders in der betroffenen Jugend regt sich Protest, und er findet seine eigenen Ausdrucksformen. Dazu sagt Ronen Steinke, Jurist und Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, im Interview mit der Gießener Allgemeinen (10.4.2026): »Genau dafür ist das Grundrecht auf Meinungsfreiheit geschaffen worden. Nicht dafür, dass man der Regierung Lob aussprechen darf, sondern dafür, dass man ihr Kontra gibt. Auch zugespitzt.«
Doch was passiert, wenn ein Journalist der Regierung Kontra gibt? Beispielsweise Hüseyin Doğru? Er wird von der EU sanktioniert und hat hart damit zu kämpfen, die Existenz für sich und seine Familie zu sichern. Sogar das Konto seiner Frau wurde gesperrt. Die so hochgeschätzte Presse- und Meinungsfreiheit gilt dann wohl nicht für diejenigen mit der vermeintlich falschen Meinung.
Auch die junge Welt hat Probleme mit dem Garanten der Pressefreiheit – ja, sogar mit der Behörde, die dieses in der Verfassung festgelegte Recht schützen soll: dem sogenannten Verfassungsschutz. Er diffamiert die junge Welt seit Jahren in seinen Berichten und versucht so, unsere Arbeit zu sabotieren. Potentielle Geschäftspartner lehnen eine Zusammenarbeit aus diesen Gründen ab.
Einen Einfluss auf unsere Blattlinie hat das nicht. Wir bestimmen weiterhin, welche Berichte und welche Wortwahl wir aus journalistischer Sicht für richtig halten. Der Marxismus bietet uns dabei Orientierung. Das Resultat ist ein Produkt, das seit nunmehr 30 Jahren im Verlag 8. Mai erscheint und dessen Nachfrage sich trotz der vielen Steine, die uns in den Weg gelegt werden, steigern konnte.
Das hat seinen Grund zum einen in der Qualität unserer Berichterstattung und unserer Analysen. Doch das ist nicht alles: Es ist ebenso unsere Leserschaft, die sich seit Jahrzehnten engagiert, die junge Welt weiterempfiehlt und unseren knapp budgetierten Werbekampagnen zum Erfolg verhilft.
An dieser Stelle möchten wir Sie noch einmal bitten, unsere aktuelle Probeabokampagne zu unterstützen. Sie ist eine der wichtigsten Aktionen, die wir im Laufe des Jahres durchführen. Mit dem zweiwöchigen kostenlosen Probeabonnement der gedruckten Tageszeitung können sich Interessierte mit dem Produkt vertraut machen, den Blattaufbau schätzen und die wiederkehrenden Formate lieben lernen.
Empfehlen Sie die junge Welt also bitte weiter, machen Sie auf das zweiwöchige kostenlose Probeabonnement aufmerksam, und vergessen Sie dabei nicht zu erwähnen, dass das Probeabo automatisch endet und nicht abbestellt werden muss.
Ein Argument, das immer schwerer wiegt und Interessierte überzeugen wird, ist, dass die junge Welt – nachdem sich inzwischen nicht nur die Taz, sondern auch das ND (ehemals Neues Deutschland) aus dem Printgeschäft zurückgezogen hat – weiterhin an sechs Tagen in der Woche gedruckt erscheint und damit die einzige verbliebene gedruckte linke Tageszeitung der BRD ist.
Erinnert sei an dieser Stelle noch einmal an die Probeaboliste, die der Ausgabe vom 14. März beilag. Überlegen Sie zunächst, wen Sie konkret ansprechen können. Wer diese Liste mit mindestens einem angeworbenen Probeabonnenten an uns zurückschickt, nimmt an der Verlosung eines mit Grafiken von Lea Grundig bebilderten und vom Verlag 8. Mai herausgegebenen »Kommunistischen Manifests« teil. Wer die Liste vollständig ausgefüllt mit drei Probanden einsendet, erhält als Dankeschön ein Lea-Grundig-Postkartenset. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2026.

