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jW stärken!

jW stärken!

  • Weniger Zeit im Netz

    Digitalstudie sieht Trendwende
    Denis Gabriel

    Angeblich ist Print am Ende: Das Monatsmagazin Konkret gibt es nur noch digital, das ND (ehemals Neues Deutschland) beendet seine 80jährige Geschichte als Tageszeitung mit der Einstellung der täglichen Printausgabe. Es ist, wie die Taz (ehemals Tageszeitung), nur noch über eine Wochenendausgabe gedruckt erhältlich – um nur drei aktuelle Beispiele zu nennen. Selbst Fachmedien begründen diese Entwicklung mit der Behauptung, das sei halt der Trend: Wer sieht schon noch jemanden in der U-Bahn Zeitung lesen! Nun ist es sicher so, dass für die rasche Übersicht der Nachrichtenlage das Internet große Vorteile bietet und in der Bahn die Nutzung eines Handys schlicht praktischer ist. Das gehört zur Alltagserfahrung und dem Eindruck, dass immer mehr Menschen bevorzugt Handy und Internet nutzen.

    Aber auch hier ändert sich wohl gerade etwas. Vergangene Woche stellte die Postbank die von ihr in Auftrag gegebene Digitalstudie 2026 zur Internetnutzung vor. Verblüffendes Ergebnis: »Deutsche sind weniger online – vor allem unter 40jährige wollen noch kürzertreten«, meldet postbank.de über das Ergebnis ihrer repräsentativen Studie, an der sich über 3.000 Personen beteiligt haben. 67 Stunden pro Woche sei jeder Bundesbürger durchschnittlich online. »Das sind rund fünf Stunden weniger als im Vorjahr. Vor allem die 18- bis 39jährigen verbringen weniger Zeit im Netz, 31 Prozent von ihnen möchten sie (…) sogar weiter reduzieren.« Die angegebenen Gründe sind vielfältig: Die einen wollen ihre Zeit für etwas anderes nutzen (41 Prozent), andere weniger abgelenkt werden (38 Prozent). Immerhin 15 Prozent der Befragten geben ausdrücklich an, wieder mehr analoge Möglichkeiten nutzen zu wollen.

    Foto: Joshua Regitz/jW 16.jpg
    Medienkonsum im Wandel: Zurück zum Analogen

    Es gibt viele gute Gründe, weshalb sich Verlag, Redaktion und Genossenschaft der jungen Welt entschieden haben, neben dem digitalen Angebot von Montag bis Sonnabend auch eine gedruckte Tageszeitung anzubieten. Der tatsächliche Hauptgrund dafür, weshalb andere Verlage auf den Druck verzichten, sind steigende Kosten für Herstellung und Vertrieb. Davon ist die junge Welt natürlich ebenso betroffen. Damit aber die junge Welt nicht zum Luxusgut wird, ist sie darauf angewiesen, dass die Zahl der Abonnentinnen und Abonnenten steigt! Mit jeder gedruckten und digitalen Ausgabe steht ein solides journalistisches Produkt zur Verfügung, ein Angebot, das Menschen mit Haltungen erarbeiten und das nicht durch KI billig generiert wird. Diese Arbeit kann aber nur fortgeführt werden, wenn all jene, die sie täglich nutzen, sich über ein Print- oder Onlineabo an den Kosten beteiligen. Und aktiv dabei mitwirken, neue Leserinnen und Leser für die Zeitung zu gewinnen.

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  • Papier, das bleibt

    Zeitung ist für ihre Leserinnen und Leser Kulturgut
    Aktion und Kommunikation

    Warum kaufen und lesen Menschen heute noch eine gedruckte Zeitung, obwohl Nachrichten jederzeit auf dem Smartphone in der Tasche abrufbar sind? Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Wer Print nutzt, entscheidet sich nicht nur für Informationen, sondern auch für ein Ritual. Die Zeitung ist mehr als ein Informationsträger.

    Im Unterschied zu Social Media ist Zeitungslesen oft an feste Tageszeiten gebunden: am Frühstückstisch, in der Bahn, in der Mittagspause oder am Wochenende ausführlicher. Das Lesen folgt einer Ordnung, die Struktur gibt. Die Zeitung wartet auf ihre Leserinnen und Leser – und diese nehmen sich Zeit für sie.

    Die Ordnung geht vom Medium aus: Das gedruckte Blatt schafft einen abgeschlossenen Raum. Viele erinnern sich an bestimmte Seiten, Knicke, Markierungen oder ausgeschnittene Artikel. Die Zeitung wird nicht nur gelesen, sondern erlebt – und bleibt dadurch länger im Gedächtnis als der flüchtige digitale Strom. Dazu kommt die Haptik. Der Geruch oder das Rascheln des Papiers sowie das Falten und das Umblättern: All das gehört zum Zeitungslesen dazu.

    Viele lesen auch nicht die ganze Zeitung, sondern bestimmte Ressorts, Lieblingsseiten oder feste Rubriken in einer bestimmten Reihenfolge. Auch das gehört zur Kultur des Prints: Es ist ein Medium der Wiederkehr. Gerade darin liegt eine Form von Verlässlichkeit, die digitale Angebote selten bieten. Die Zeitung ist eben auch Gewohnheit.

    Je häufiger Menschen mit einer Zeitung in Berührung kommen, desto stärker wird die Bindung. Über Jahre wird sie Teil des Alltags und begleitet Lebensphasen. Viele bewahren besondere Ausgaben, Interviews oder Titelseiten auf. Andere sammeln Artikel in Mappen oder hängen sie an die Wand. Die Zeitung wird so zum Speicher persönlicher Interessen und Erinnerungen.

    Die Zeitung liegt herum: auf dem Küchentisch, im Aufenthaltsraum, in der Bibliothek. Das ist die kulturelle Dimension. Die Zeitung wird sichtbar, bevor sie gelesen wird. In der WG, im Betrieb oder im Gewerkschaftsraum kann sie weitergereicht werden. Mehrere Menschen lesen denselben Text, oft nacheinander, manchmal mit Randbemerkungen oder Markierungen. Mitunter dramatisch ist der Wegfall dieser Gewohnheit. Das Miteinander ist im Digitalen zwar auch möglich, aber es fühlt sich anders an. Studien zu Regionen ohne Tageszeitung legen diesen Schluss zumindest nahe.

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    Vor allem aber sagt Zeitungslesen etwas über den Leser. Eine Zeitung wird gelesen, wie sie produziert wird – ganz bewusst. Wer sie aufschlägt, signalisiert: Ich will lesen und einordnen. Das ist auch eine politische Geste. Wer regelmäßig eine bestimmte Zeitung liest, verbindet damit oft nicht nur Gewohnheit, sondern auch ein Selbstbild. Zeitungslesen ist damit immer auch ein Ausdruck von Identität.

    Gerade für eine Zeitung wie die junge Welt hat das Gewicht. Wer sie in der Bahn aufschlägt, setzt ein sichtbares Zeichen im öffentlichen Raum. Er oder sie macht deutlich, dass hier nicht bloß irgendein Nachrichtenstrom konsumiert wird, sondern dass eine Position angeeignet wird. Damit ist es ein Gegenmodell zur Aufmerksamkeitsökonomie. Es ist die tägliche Dosis Klassenanalyse, die feste Gewohnheit im Kampf gegen die bürgerliche Ideologie.

    Und genau deshalb spielt auch etwas sehr Einfaches eine große Rolle: Wer eine Zeitung regelmäßig liest, weiß meist selbst am besten, wem sie fehlen könnte. Zeitung ist Teil der Arbeitswelt, der Freizeit, eine ganz eigene Kultur. Die Empfehlung im Freundeskreis, im Betrieb oder im politischen Umfeld ist keine Nebensache, sondern Teil dieser Zeitungskultur.

    Ein Abo entsteht nie abstrakt – sondern durch Weitergabe, durch Gespräch, durch das sichtbare Zeitungslesen im Alltag. Dort, wo Menschen sagen: Das muss gelesen werden. Wer die junge Welt für wichtig hält, kann sie deshalb nicht nur selbst lesen, sondern auch weitertragen. Keine Anzeige wirkt so stark wie die persönliche Empfehlung eines Menschen, der jeden Morgen selbst zur Zeitung greift.

    → Das war der vierte Teil der Reihe »Das tägliche Ritual Zeitung«. In einer Woche: Wem gehören die ­Medien? Gegen Konzernmacht hilft nur Unabhängigkeit.

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  • Die Geschichte der Arbeiterpresse

    Warum linke Zeitungen nie bloße Beobachter waren
    Aktion und Kommunikation

    Die Arbeiterzeitung wanderte von Hand zu Hand, wurde im Betrieb vorgelesen, zerlesen, weitergegeben und versteckt. Oft war sie das einzige gedruckte Medium im Haus. Für viele Arbeiterinnen und Arbeiter war sie nicht bloß Informationsquelle, sondern politische Schule, Ort der Willensbildung und organisatorisches Werkzeug zugleich.

    Ganz im Sinne der bekannten Marxschen Prämisse sollten Arbeiterzeitungen die Welt nie nur beschreiben. Sie wollten helfen, sie zu verändern. Genau deshalb wurden sie von den Herrschenden stets bekämpft.

    Unter Bismarcks Sozialistengesetzen von 1878 wurden sozialistische Zeitungen verboten, Redaktionen zerschlagen und Druckschriften beschlagnahmt. Der Sozialdemokrat, die Zeitung der damaligen Arbeiterbewegung, musste zeitweise im Exil in Zürich und London gedruckt und heimlich ins Deutsche Reich geschmuggelt werden. Das war nicht bloß Pressearbeit. Wer Zeitungen transportierte, verteilte oder Geld sammelte, organisierte gleichzeitig die politische Bewegung.

    Wladimir Iljitsch Lenin beschrieb 1901 die Zeitung deshalb nicht nur als Propagandist oder Agitator, sondern als »kollektiven Organisator«. Eine Arbeiterzeitung schuf Netzwerke. Sie verband Fabriken, Städte und politische Gruppen miteinander. Das Erscheinen der nächsten Ausgabe gab vielerorts den Takt der politischen Arbeit vor.

    Die Herrschenden verstanden, wie gefährlich das werden konnte. Auch in der Weimarer Republik wurden linke Zeitungen wie die Rote Fahne der KPD von der bürgerlichen Justiz immer wieder verboten. Nach 1933 gehörte die Zerschlagung der Arbeiterpresse zu den ersten Maßnahmen der Faschisten. Druckereien wurden besetzt, Redaktionen zerstört, Journalisten verhaftet und ermordet. Denn wer die Gegenöffentlichkeit zerstört, schwächt auch die Möglichkeit zum Widerstand.

    Die »Gleichschaltung« der Presse gehörte zu den zentralen Voraussetzungen faschistischer Herrschaft. Die Frage, wie vielfältig politische Perspektiven in den Medien vertreten sind und welche Positionen als »vernünftig« oder »extrem« gelten, ist deshalb keine historische Angelegenheit. Sie stellt sich bis heute neu.

    Dabei waren Arbeiterzeitungen weit mehr als politische Kampfblätter. Sie erklärten Wirtschaft, Krieg und Ausbeutung. Sie druckten Romane, Gedichte und naturwissenschaftliche Texte. Sie halfen Menschen, die oft kaum Zugang zu höherer Bildung hatten, gesellschaftliche Verhältnisse zu verstehen und sich sprachlich gegen Unterdrückung zur Wehr zu setzen. Die Zeitung wurde so zur Universität der Arbeiterklasse.

    Arbeiterpresse schuf Klassenbewusstsein. Sie gab Menschen nicht nur Informationen, sondern Begriffe, Zusammenhänge und das Gefühl, mit ihren Erfahrungen nicht allein zu sein.

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    Auch in dieser Hinsicht geben Marx und Engels die Linie vor: Neue Rheinische Zeitung war Arbeiterpresse

    Auch heute ist die Frage aktuell, wem Öffentlichkeit gehört und welche Stimmen darin überhaupt vorkommen. Während große Teile der Medienlandschaft Aufrüstung, Konkurrenzlogik und sogenannte Sachzwänge oft als alternativlos behandeln, versuchen linke Medien weiterhin, gesellschaftliche Entwicklungen aus einer Klassenperspektive zu analysieren.

    Dafür gerät die junge Welt bis heute politisch unter Druck und wird im Verfassungsschutzbericht angeschwärzt: Die Angst der Herrschenden vor konsequenter Gegenöffentlichkeit ist nie verschwunden. Früher wurden Druckmaschinen beschlagnahmt. Heute funktioniert Repression oft bürokratisch und leise.

    Die Traditionslinie, in der die junge Welt steht, ist dabei keine der Parteidisziplin, sondern eine des klaren Klassenstandpunkts. Als unabhängige, aber zutiefst parteiische Zeitung führt sie das Erbe der historischen Arbeiterpresse fort, die nie bloß Hintergrundrauschen war, sondern das theoretische Rückgrat emanzipatorischer Bewegungen.

    Vom illegal verbreiteten Sozialdemokrat im Kaiserreich bis heute gilt: Gegenöffentlichkeit entsteht nicht von allein. Sie muss organisiert und finanziert werden.

    Die Arbeiterzeitungen des 19. Jahrhunderts wurden von ihren Leserinnen und Lesern getragen. Menschen sammelten Geld, verteilten Exemplare, warben neue Abonnenten und machten die Zeitung zu einem Teil ihrer politischen Praxis. Genau darauf kommt es auch heute an: Die junge Welt verfügt weder über Großinvestoren noch über ein milliardenschweres Medienhaus im Hintergrund. Ihre eigentliche Kraftquelle ist dieselbe, auf die sich schon Generationen linker Zeitungen stützen mussten: Leserinnen und Leser, die Gegenöffentlichkeit nicht für selbstverständlich halten.

    Wer die junge Welt abonniert, stärkt eine Gegenöffentlichkeit, die Krieg, Sozialabbau und die Herrschaft des Kapitals nicht als Naturgesetze hinnimmt. Werden Sie jetzt Teil dieser Tradition. Werden Sie jetzt Abonnentin oder Abonnent!

    → Dritter Teil der Reihe »Das tägliche Ritual Zeitung«. In einer Woche geht es an dieser Stelle weiter mit »Papier, das bleibt. Warum Menschen ihre Zeitung nicht aufgeben«.

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  • Anderen das Lesen der jW ermöglichen

    Solidarisch sein, aber wie? Abos spenden!
    Aktion und Kommunikation

    Die junge Welt lebt seit jeher von ihrer solidarischen Leserschaft. Nicht nur das eigene Abo wird mitunter finanziert, sondern auch anderen der Zugang zur Zeitung ermöglicht: Studenten, Erwerbslosen, Jugendlichen in Ausbildung oder Menschen, deren Einkommen schlicht nicht reicht. Solche Spendenabos sind mehr als eine nette Geste, sie sind gelebte Solidarität. Sie erlauben die Teilhabe an Debatten. Durch dieses Instrument wird Unterstützung erfahrbar.

    Besonders deutlich wird das beim Thema Gefangenenabos. Wer im Knast sitzt, hat nur stark eingeschränkten Zugang zu Informationen. In vielen Haftanstalten ist keine Internetverbindung verfügbar, und Bibliotheken sind schlecht ausgestattet. Viele Medien bleiben daher unerreichbar. Gedruckte Zeitungen werden zu einer der wenigen Möglichkeiten, sich hinter Gittern regelmäßig unabhängig zu informieren.

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    Seit Jahren arbeitet die junge Welt deshalb mit dem Verein »Freiabonnements für Gefangene« zusammen. Durch Spenden können Inhaftierte die Zeitung erhalten – Menschen, die sonst oft vollständig von gesellschaftlicher Diskussion ausgeschlossen wären. Ein solches Abo schafft Verbindung durch die Gefängnismauern hinein in die Gesellschaft.

    Gerade in Zeiten zunehmender sozialer Spaltung keine Nebensache. Kritischer Journalismus kostet Geld. Und gleichzeitig soll er nicht nur denen offenstehen, die sich das problemlos leisten können. Das solidarische Prinzip der jungen Welt versucht genau diesen Widerspruch praktisch zu beantworten: Wer mehr geben kann, ermöglicht anderen den Zugang.

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  • Auf viele Schultern verteilen

    Die ökonomische Bedeutung von Abonnements: Erscheinen der jW sichern
    Verlag, Redaktion und Genossenschaft der Tageszeitung junge Welt

    Der Journalismus gehört nach marxistischer Theorie klar zum Überbau der Gesellschaft, doch auch dieser benötigt eine materielle Grundlage. Erstellung, Verbreitung und Bewerbung einer Tageszeitung wie der jungen Welt kosten Geld, das zuvor erwirtschaftet werden will. Wenn die Berichterstattung gesellschaftskritisch – und unabhängig von finanzkräftigen Akteuren – sein will, muss das Projekt leserfinanziert sein. Einerseits sichert unsere Genossenschaft der Leserinnen und Leser, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (LPG junge Welt eG) dauerhaft und langfristig die Arbeit ab.

    Andererseits fallen täglich, wöchentlich und monatlich Kosten an, die in ebendiesen Abständen gedeckt werden müssen. Sosehr es politisch geboten ist, die täglichen Analysen einem möglichst großen Publikum zur Verfügung zu stellen, ist die Finanzierung ebenso notwendig. Darum kostet die Zeitung am Kiosk montags bis freitags 2,50 Euro und am Wochenende 3,20 Euro; sie ist damit eines der günstigsten Presseerzeugnisse der BRD. Abgesehen vom Papier und der Tinte hat der Inhalt der Zeitung einen Wert: für jede Leserin, jeden Leser als Information in einer zunehmend einheitlichen Presselandschaft; als Ergebnis journalistischer Arbeit: Recherche, Bildauswahl, Textkomposition.

    Wenn Sie die Inhalte der Tageszeitung junge Welt nutzen, weil Sie von den Berichten und Ansichten einen Nutzen haben, dann zeigen Sie das bitte durch eine finanzielle Unterstützung. Am besten, weil planbar, sind Abonnements. Diese kommen regelmäßig rein und können für regelmäßige Ausgaben verwendet werden. Je mehr Schultern eine Zeitung tragen, desto stabiler kann der Preis gehalten werden. Auch wir wollen die gelegentlich – auch bei uns – nötigen Preiserhöhungen möglichst niedrig kalkulieren, was wahrscheinlicher wird, je mehr sich beteiligen.

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    Die tägliche Berichterstattung wird von vielen sichergestellt – auch und gerade während der Rosa-Luxemburg-Konferenz (10.1.2026)

    Abonnieren Sie uns oder empfehlen Sie Ihrem Bekannten-, Freundes- oder Verwandtenkreis ein Abo! Aus verschiedenen Angeboten und Preisen kann sich jede und jeder das entsprechende Paket auswählen. Verschenken Sie auch gern für einen Monat, ein halbes Jahr oder unbefristet ein Abonnement. Das Geschenk kann an andere Personen, aber auch an Lieblingsorte wie Cafés, Bibliotheken oder Begegnungszentren gehen.

    Für unsere Arbeit ist die materielle Grundlage extrem wichtig. Wir wollen weitermachen. Wenn Sie uns weiter lesen wollen, abonnieren Sie bitte!

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  • Warum unabhängiger Journalismus Leser braucht

    Die politische Bedeutung von Abonnements: Zeitung ohne Konzerne
    Aktion und Kommunikation

    Die Forderung nach unabhängigem Journalismus klingt zunächst selbstverständlich. Aber Medien entstehen nicht im luftleeren Raum. Redaktionen, Recherchen, Korrespondenten, Druck, Vertrieb, Prozesse gegen Konzerne oder die juristische Verteidigung gegen politische Angriffe kosten Geld. Sehr viel Geld sogar. Und genau dort beginnt das Problem vieler Medien: Wer von Werbung, Investoren oder staatlicher Nähe abhängig ist, wird selten wirklich unabhängig berichten können. Man hat die berühmte »Schere im Kopf«, um weder Werbekundschaft noch die Chefetage zu vergrätzen.

    Natürlich ruft nicht jeden Morgen ein Autokonzern in der Redaktion an und diktiert die Schlagzeilen. Macht funktioniert heute subtiler. Berichtet man wirklich maximal kritisch über den Konzern, der gleichzeitig die Doppelseite im Wochenendmagazin bezahlt?

    Der Markt produziert deshalb oft einen Journalismus, der Aufmerksamkeit verkauft, nicht Erkenntnis. Digitale Plattformen haben diese Entwicklung noch verschärft. Dort zählt vor allem Reichweite: Klicks, Empörung, Verweildauer. Der Algorithmus belohnt das Lauteste, Emotionalste und das am meisten Zugespitzte. Analyse stört da eher.

    Der Marktjournalismus produziert Aufmerksamkeit für Werbekunden. Leserfinanzierter Journalismus produziert Aufklärung für die Gesellschaft. Gerade kritischer Journalismus ist teuer. Wer Prozesse beobachtet, investigativ recherchiert, juristische Angriffe abwehrt oder Whistleblower schützt, braucht Zeit, Personal und finanzielle Sicherheit. Konzerne verfügen über ganze Heere von Anwälten. Linke Medien brauchen oft allein für die eigene Verteidigung ein stabiles finanzielles Fundament.

    Hinzu kommt: Linke Medien stehen häufig nicht nur unter ökonomischem, sondern auch unter politischem Druck. Die junge Welt wird seit Jahren im Verfassungsschutzbericht stigmatisiert – mit ganz realen Folgen. Geschäftspartner werden nervös, potentielle Anzeigenkunden springen ab, Interviewpartner bekommen Zweifel, ob sie sich in Gefahr bringen könnten. Was offiziell nur »Beobachtung« heißt, wirkt wirtschaftlich wie eine gezielte Stigmatisierung. Und das ist auch so gedacht.

    Wer große deutsche oder internationale Medienhäuser betrachtet, stößt fast immer auf Konzerne, Milliardärsfamilien oder Finanzinvestoren. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Inhalte. Dadurch entsteht nicht unbedingt offene Zensur, sondern häufig etwas Subtileres: eine strukturelle Vorsicht. Bestimmte Themen werden abgeschwächt, manche Perspektiven seltener angehört, bestimmte Konflikte lieber vermieden.

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    Nutzer und Unterstützer zugleich: Leser der jungen Welt

    Die junge Welt funktioniert bewusst anders. Sie gehört keinem Konzern und keinem Investor. Die Tageszeitung junge Welt erscheint im Verlag 8. Mai, der mehrheitlich einer Genossenschaft gehört. Mitglieder dieser Genossenschaft sind vor allem Leserinnen und Leser der Zeitung.

    Ein Abo bezahlt deshalb nicht nur die Zeitung im Briefkasten. Es finanziert Ausbildung, Archive, Infrastruktur, Veranstaltungen, Diskussionen und die Möglichkeit, dass linke Stimmen überhaupt dauerhaft öffentlich hörbar bleiben.

    Denn viele Positionen, die heute als »extrem« oder »radikal« gelten – gegen Aufrüstung, gegen Sozialabbau, für internationale Solidarität oder radikale Arbeitszeitverkürzung –, tauchen im medialen Mainstream oft nur verzerrt, verkürzt oder gar nicht auf.

    Eine Zeitung wie die junge Welt durchbricht diese Spirale des Schweigens. Im Kapitalismus ist Geld die härteste Stimme. Ein Zeitungsabo ist deshalb auch eine politische Entscheidung darüber, welche Stimmen überhaupt hörbar bleiben.

    → Zweiter Teil der Reihe »Das tägliche Ritual Zeitung«. In einer Woche geht es an dieser Stelle weiter mit »Die Geschichte der Arbeiterpresse. Warum linke Zeitungen immer wichtig waren«.

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  • Kulturgut Zeitung erhalten!

    Wer gedruckte Medien – wie die junge Welt – liest, folgt nicht dem Algorithmus
    Aktion und Kommunikation

    Viele Menschen beginnen ihren Tag mit einem Reflex: Handy entsperren, kurz die Nachrichten checken – und plötzlich sind 40 Minuten verstrichen zwischen Pushmeldungen, Werbung, Katzenvideos und empörten Kommentaren unklarer Herkunft.

    Digitale Feeds sind darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit festzuhalten, nicht darauf, Zusammenhänge verständlich zu machen. Alles konkurriert gleichzeitig um denselben Blick. Dopaminschleifen und permanente Reize sorgen für maximale Verweildauer. Der Algorithmus entscheidet, was wichtig wirkt – meistens das Lauteste, Kürzeste oder Emotionalste. Oder das Bezahlte. Und was von einer KI fabriziert wurde, kann man oftmals auch nur noch erraten. Digitale Nachrichten regen häufig eher das schnelle, emotionale Scannen an. Viele Inhalte landen dadurch eher im Kurzzeitgedächtnis.

    Anders eine gedruckte Analyse: Sie zwingt dazu, Ursache und Wirkung zusammenzudenken, Argumente nachzuvollziehen und Widersprüche auszuhalten. Das bleibt länger im Gedächtnis. Eine gedruckte Tageszeitung funktioniert deshalb nicht nur kulturell anders als ein Feed – sondern auch körperlich. Wer liest, baut eine mentale Landkarte des Textes auf. Viele erinnern sich später daran, wo eine bestimmte Information auf der Seite stand. Die Aussage, dass Papier konzentrierteres Lesen ermöglicht, ist nicht bloß nostalgisches Feuilletongerede. Leseforschung und Medienpsychologie kommen seit Jahren zu ähnlichen Ergebnissen. Beim endlosen Scrollen geht diese räumliche Orientierung verloren. Das Textverständnis wird flacher, der Inhalt austauschbarer.

    Eine Zeitung hat einen Anfang und ein Ende. Seiten, Ressorts, Gewicht, Struktur. Sie ist das Produkt journalistischer Arbeit. Artikel stehen im Zusammenhang mit anderen Artikeln. Politik neben Wirtschaft. Internationales neben Arbeitskämpfen. Man erkennt Linien statt bloßer Einzelereignisse.

    Foto: Anna Jörke/jW DSC_3422.JPG
    Die Arbeitsmittel eines Druckers. Auch die Farben möchten richtig eingestellt werden für eine fertige Zeitung

    Wer die junge Welt aufschlägt, trifft eine Entscheidung: Jetzt wird gelesen. Nicht nebenbei. Nicht zwischen zwei Tabs. Zur jW kommen Menschen, die sich bewusst informieren, Zusammenhänge verstehen und sich ein eigenes Urteil bilden wollen. Gedrucktes wirkt verbindlicher, glaubwürdiger und relevanter. Als einzige marxistisch orientierte Tageszeitung des Landes beschäftigt sich die junge Welt mit den großen und drängenden Fragen unserer Zeit: Warum wird aufgerüstet? Wer führt Krieg, warum und gegen wen? Wessen Interessen vertritt der Staat? Und wem nützen die bestehenden Herrschaftsverhältnisse?

    Zusammenfassend gesagt: Die junge Welt ist links – und obendrein extrem notwendig! Gerade weil Öffentlichkeit heute oft im Tempo der Feeds zerfällt, braucht es Medien, die nicht beschleunigen, sondern einordnen, die nicht vereinfachen, sondern Zusammenhänge vermitteln. Eine Zeitung zu lesen heißt deshalb auch, sich Zeit zu nehmen für Gedanken, die länger halten als der nächste Swipe.

    Wer die Tageszeitung junge Welt abonniert, unterstützt nicht nur unabhängigen linken Journalismus – sondern macht ihn erst möglich. Dein Abo ist also auch extrem notwendig. Wer schon abonniert hat, kann vielleicht mit einem Kombiabo aus Digital und Print aufstocken oder auch ein Abo verschenken. Wer aber die Zeitung regelmäßig nutzt und die Berichterstattung ebenfalls für notwendig hält, muss abonnieren. Unsere Kolleginnen und Kollegen vom Aboservice informieren gerne über unsere verschiedenen Angebote, Tarife und Zahlungsweisen. Wir wollen die Bestellung einfach und problemlos anbieten, damit das Lesen und die Erkenntnis im Vordergrund stehen.

    → Erster Teil einer Reihe »das tägliche Ritual Zeitung«. In einer Woche geht es an dieser Stelle weiter!

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  • Wir sehen rot Nr. 2

    Neue Ausstellung in der jW-Maigalerie: Ab dem 24. Juli 2026
    Maigalerie-Kollektiv

    Unter dem Motto »Im Widerstand gegen ihre Kriege« kehrt das junge Gestalterkollektiv Rotes Atelier zurück in die jW-Maigalerie.

    Medial interdisziplinär eint die Künstlerinnen und Künstler das Verständnis, dass Widerstand angesichts von Krise, Militarisierung, Wehrpflicht und Sozialabbau wirkmächtig sein kann – und auch wirkt. Die Ausstellung fragt, wie sozialistische Gestalterinnen und Gestalter diesen Widerstand unterstützen können und welche Aufgaben der progressive Kunst- und Kulturbetrieb hat.

    Foto: Joshua Regitz/jW unbenannt-4.jpg
    Bereits im vergangenen Jahr fand die Ausstellung der Werke des Roten Ateliers regen Anklang

    Das Eröffnungswochenende vom 24. bis 26. Juli 2026 wird der Vernetzung und Diskussion über kollektive Formen des Protests in der Gestaltung Raum geben. Podiumsdiskussionen, Lesungen, Filmscreenings und weitere Formate stehen auf dem Programm in der Galerie der Tageszeitung junge Welt.

    Integrierend, einbindend muss der Widerstand gegen ihre Kriege sein, um die Vereinzelung zu überwinden. Daher ruft das Rote Atelier auf, Arbeiten zu diesem Thema einzureichen: Wer sich beteiligen möchte, findet weitere Informationen dazu vorrangig auf der Social-Media-Präsenz des Kollektivs Rotes Atelier.

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  • Blutgrätsche für die Yankees!

    Che Guevara erscheint in der jW-WM-Stickerreihe
    Aktionsbüro

    Die Fußballweltmeisterschaft der Männer steht an: in Kanada, Mexiko und den USA. Letztere sind neben überteuerten WM-Tickets auch für ihre Rädelsführerschaft des westlichen imperialistischen Blocks bekannt. Nach wie vor scheint ihre größte Angst ein widerständiges Volk und eine sozialistische Gesellschaftsordnung im deklarierten »Hinterhof« der Vereinigten Staaten zu sein.

    Um dem kubanischen Volk Solidarität gegen wirtschaftliche und militärische Aggression zu zeigen, wird unsere traditionelle Sticker- und Plakat-Serie der Tageszeitung junge Welt zur WM erweitert. Nachdem Companero Fidel Castro bereits Teil dieser Serie ist, kommt in diesem Jahr die zweite Führungsperson der Kubanischen Revolution hinzu. Comandante Ernesto »Che« Guevara ist der diesjährige Ehrenspielführer der junge Welt-Sammelkartenmannschaft.

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    Ehrenspielführer der junge Welt-Sammelkartenmannschaft: Che Guevara

    Das zugehörige Sammelpaket ist ab sofort bestellbar unter aktionsbuero@jungewelt.de oder jungewelt.de/aktionspaket-fussball.

    Denn sowohl auf dem Platz als auch für die Kubanische Revolution gilt: ¡Hasta la victoria siempre!

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  • Sichtbar im Alltag

    Warum Präsenz im Handel für linke Medien wichtig ist
    Aktion und Kommunikation

    Wer heute noch eine Tageszeitung am Kiosk kauft, macht sich verdächtig – im besten Sinne. Während andere im Sekundentakt durch Feeds wischen und sich durch algorithmisch sortierte Empörung hangeln, ist da jemand, der etwas mit Anfang, Mitte und Ende kauft. Kein Dauergeflacker, keine »Das könnte dich auch interessieren«-Spirale, kein digitales Hintergrundrauschen. Sondern Zeitung. Schwarz auf weiß.

    Eine kritische Tageszeitung ist genau deshalb ein Außenseiter in der heutigen Medienlandschaft – und gerade das ist ihre Stärke. Hier geht es nicht darum, möglichst elegant durch den Newsfeed zu rutschen, sondern darum, Dinge auszusprechen, die anderswo untergehen oder glattgebügelt werden.

    Und genau deshalb ist der Kiosk mehr als nur ein Verkaufsort. Wenn die junge Welt dort ausliegt, durchbricht sie das Monopol der immer gleichen Schlagzeilen und Perspektiven. Zwischen Hochglanzmagazinen, Boulevard und Werbeprospekten liegt plötzlich ein offener Widerspruch. Das ist keine Nebensache. Gegenöffentlichkeit muss nicht nur existieren – sie muss auffallen.

    Die einfachste Form von Gegenöffentlichkeit ist manchmal erstaunlich unspektakulär: Freunden oder Kollegen zu sagen, sie sollen sich die junge Welt einfach mal am Kiosk kaufen, statt nur über den »Mainstream der Medien« zu diskutieren.

    Hinter einer gedruckten Zeitung steht immer eine Redaktion, die Inhalte auswählt, gewichtet und verantwortet. Wer will, dass linke Medien sichtbar bleiben, sollte nicht nur selbst zum Kiosk gehen, sondern auch anderen genau das empfehlen – denn jede zusätzliche Nachfrage hält die Zeitung im Regal und im Alltag präsent.

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    Auch die kleinen Händler sichern die Pressevielfalt. Darum junge Welt am Kiosk kaufen

    Der klassische Kiosk ist inzwischen selbst ein bedrohtes Stück Alltag. Laut Einzelhandelsstrukturanalyse verschwinden jedes Jahr Tausende kleine Verkaufsstellen und Läden. Wer dort einkauft, unterstützt nicht nur eine Zeitung, sondern oft auch den letzten echten Treffpunkt im Viertel. Denn die Spätis und Büdchen sind mehr als Verkaufsflächen. Dort wird geredet, beobachtet, kurz angehalten. Wenn diese Orte verschwinden, verlieren Städte und Nachbarschaften ein weiteres Stück Öffentlichkeit. Die gesamte Presselogistik funktioniert nur, solange genügend Menschen tatsächlich am Kiosk kaufen.

    Deshalb lohnt es sich auch, den Kioskbesitzer direkt anzusprechen, falls die junge Welt einmal nicht ausliegt. Viele Händler können die Zeitung innerhalb von 24 Stunden problemlos ins Sortiment aufnehmen. Oft fehlt nicht die Möglichkeit, sondern einfach nur die Nachfrage.

    Der Kioskkauf eignet sich außerdem perfekt, um andere Menschen niedrigschwellig an die Zeitung heranzuführen. Nicht jeder will sofort ein Abo abschließen oder persönliche Daten hinterlassen. Am Kiosk funktioniert alles unkompliziert: hingehen, bezahlen, lesen. Keine Bindung, kein Vertrag, kein digitales Nachverfolgungsprogramm im Hintergrund (auch mit Abo gibt es das bei jW nicht).

    Gerade deshalb kann man Freunden oder Kollegen ruhig empfehlen, sich erst mal eine Ausgabe zu holen und reinzulesen. Viele entdecken die Zeitung erst dadurch wirklich. Und manchmal reicht schon eine gekaufte Ausgabe auf dem Tisch im Café oder in der Bahn, damit jemand neugierig wird.

    Am Ende ist die Sache ziemlich einfach: Wer die junge Welt liest, informiert sich. Wer sie kauft, hält sie am Leben. Und wer sie am Kiosk kauft, sorgt dafür, dass sie nicht nur existiert, sondern im Alltag sichtbar bleibt.

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  • Befreiung erfordert Handlung

    Am 8. Mai halfen wieder viele Leserinnen und Leser beim jW-Verteilen
    Aktionsbüro

    Am 8. Mai 2026 gehörten zwei Parolen untrennbar zusammen: »Dank den Befreiern« und »Auf die Straße gegen den nächsten Weltkrieg«. Zehntausende demonstrierten, an den sowjetischen Ehrenmalen wurde der Befreier gedacht, bundesweit fanden Gedenkveranstaltungen statt. Und zugleich demonstrierten rund 45.000 junge Menschen im ganzen Land im Rahmen der Schulstreiks gegen die Wehrpflicht.

    Die junge Welt war an diesen Tagen präsent. An den Gedenkstätten, bei den Kundgebungen und bei den Schulstreikdemonstrationen. Die Titelseite der Ausgabe vom 8. Mai schmückten Hammer und Sichel, die Symbole der Befreier, welche mittlerweile bei offiziellen Stellen unerwünscht sind. Die Verteiler ertrugen die übliche Repression der Staatsmacht. Dennoch wurden Tausende Exemplare der Zeitung verteilt – als antimilitaristische Stimme an einem Tag, an dem deutlich wurde: »Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg« ist keine Phrase, sondern eine Kampfansage.

    Während die bürgerliche Presse die »Zeitenwende« abfeiert und Aufrüstung als notwendig darstellt, berichtet die junge Welt konsequent gegen den Krieg. Sie dokumentiert die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht, analysiert die Vorbereitung auf den nächsten großen Krieg, während sie an die Opfer des letzten erinnert. Diese Haltung macht die jW zur Zeitung, die gebraucht wird – auf Demos, an Mahnmalen, in Diskussionen.

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    Gedenken in der Zeitung und am Ehrenmal: hier am 8. Mai im Treptower Park, Berlin

    Der 8. Mai ist nur ein Beispiel. Die junge Welt kann bei jeder fortschrittlichen Demonstration, jeder Kundgebung für Frieden, jedem solchen Anlass verteilt werden. Verteilaktionen sind die effektivste Werbemaßnahme für die Zeitung – weit über die Feiertage hinaus. Sie werden verstanden als persönliche Empfehlung, erreichen politisch aktive Menschen. Menschen, die eine Zeitung suchen, welche ihre Positionen vertritt. Menschen, die bereit sind, für eine antimilitaristische, klassenkämpferische Position auf die Straße zu gehen und vielleicht auch eine Zeitung zu unterstützen oder zu abonnieren, die an der Seite dieser Kämpfe steht. Verteilaktionen bringen neue Leserinnen und Leser, aus diesen werden mitunter Abonnentinnen und Abonnenten. Und diese sichern das materielle Überleben der jungen Welt, der einzig verbliebenen linken Tageszeitung in der BRD.

    Das gilt für den 8. Mai ebenso wie für den 1. Mai, für Ostermärsche, für Proteste gegen Waffenlieferungen, für antifaschistische Demonstrationen, für gewerkschaftliche Veranstaltungen. Über­all dort, wo Menschen gegen Krieg, Faschismus und Sozialabbau auf die Straße gehen, gehört die junge Welt hin.

    Das Aktionsbüro der jungen Welt unterstützt Verteilaktionen und stellt kostenlose Exemplare zur Verfügung. Die Bestellung ist unkompliziert: Eine E-Mail oder ein Anruf genügt. Wichtig ist, die Bestellung rechtzeitig aufzugeben – mindestens vier Werktage vor der geplanten Aktion. Die nächsten Anlässe kommen bestimmt!

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  • Garantie für die Zukunft Kubas

    Neue Granma Internacional erscheint am 21. Mai
    jW

    Eine halbe Million Menschen. Das ist die Zahl der Teilnehmenden, die am Kampftag der Arbeiterklasse, dem 1. Mai, an der »Tribuna Antiimperialista José Martí« in Kubas Hauptstadt den Feierlichkeiten beiwohnten. Mit einem traditionell kämpferischen Demonstrationszug gingen die Arbeiter in Havanna und vielen weiteren Städten auf die Straße. Anders als in vorherigen Jahren war es dennoch. Die Ölblockade der USA gegen die sozialistisch regierte Insel macht auch vor großen Traditionen keinen Halt. Aufgrund des daraus resultierenden Treibstoffmangels verlief der 1. Mai ungewohnt dezentral. Seit der akuten Verschärfung der US-Strangulationsversuche ist der Alltag für die Bevölkerung massiv heruntergefahren worden. Dies tut der kämpferischen Stimmung aber keinen Abbruch – im Gegenteil. Vor den Augen von Präsident Miguel Díaz-Canel und Armeegeneral und Expräsident Raúl Castro Ruz bekannten sich das anwesende Volk sowie über sechs Millionen Kubaner per Unterschrift zur Revolution und ihrem sozialistischen Charakter.

    So wird es auch in der am 21. Mai erscheinenden Granma Internacional heißen: »Der sozialistische Charakter unserer Revolution ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern das Aushängeschild der Gegenwart und die Garantie für die Zukunft.« Mit Beiträgen kubanischer Journalisten direkt aus Havanna wird die aktuelle Ausgabe der Zeitung, die Herausforderungen, aber vor allem die innovativen Lösungsansätze der Kubaner behandeln. So werden unter anderem die Hintergründe zum Durchbruch der Raffinierung kubanischen Öls erklärt. Außerdem werden verschiedenste Aspekte der Aggression gegen Kuba beleuchtet, wie die Verschärfung der Blockade und Desinformation in den Weiten des Internets.

    Foto: Michel Moro/granma.cu f0051301.jpg

    Das Lesen der Granma Internacional ist somit nicht allein ein Zeitverteib. Es ist ein Akt der Solidarität mit dem kubanischen Volk. Das Wissen über die Revolution und deren Widerstandsfähigkeit hilft den kämpfenden Kubanern mit der Gewissheit: ¡Cuba no está sola! Kuba ist nicht allein!

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  • Wir sagen: Danke!

    Mit eurer Hilfe: Erfolgreiche Verteilaktion der jungen Welt zum 1. Mai
    Aktionsbüro

    Der Blümlesmarkt am 1. Mai im Bauernhausmuseum Allgäu-Oberschwaben des beschaulichen Örtchens Wolfegg, irgendwo zwischen Friedrichshafen, Kempten und Memmingen, mag wenigen Lesern bekannt sein: Alte Arten seltener Pflanzen und Kräuter lassen sich dort erstehen, das Kulturprogramm bot Kräuterwanderungen, Vorträge zur Sortenerhaltung oder über das landwirtschaftliche Nutztier Biene. Maibowle gab es auch sowie ein Puppentheater für die Kleinen. Und, dank eines engagierten Lesers, die junge Welt.

    Was auf den ersten Blick wie ein lokales Detail wirkt, steht exemplarisch für eine bundesweite Anstrengung: Die Verteilaktionen rund um den 1. Mai, den Kampftag der Arbeiterklasse, sind für die Tageszeitung junge Welt der wichtigste Moment im Jahr, um bundesweit Präsenz zu zeigen, neue Leserinnen und Leser zu erreichen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Auch 2026 wurde diese Tradition mit großem Engagement fortgeführt. In circa 120 Städten und Gemeinden waren Unterstützerinnen und Unterstützer unterwegs, verteilten über 20.000 Freiexemplare, führten Diskussionen an Infoständen, auf Demonstrationen und bei Festen. Vielfalt ist ein Charakteristikum der Verteilaktion. Das zeigt sich an Anlässen, aber auch Orten, an denen die junge Welt vertreten war: von Wolfegg bis Berlin, von Hamburg bis Nürnberg. Denn die junge Welt versteht sich nicht nur als Zeitung für politische Zentren, sondern als Stimme, die auch jenseits der großen Städte Gehör finden will. Wo immer Menschen am 1. Mai zusammenkommen, um für ihre Interessen, für Frieden und soziale Gerechtigkeit einzutreten oder einfach den Feiertag zu begehen, ist auch Raum für kritische Berichterstattung und klare Positionen.

    Hunderte Exemplare wurden auch in Nürnberg verteilt, mit Schwierigkeiten und ohne Maibowle. Die dortige jW-Leserinitiative sah sich am Rande der DGB-Kundgebung schnell von ebenso übereifrigen wie unprofessionell konfrontativen Ordnern der Gewerkschaft bedrängt, die die Präsenz der jungen Welt unterbinden wollten, und sich sogar dazu herabwürdigten, in bester sozialpartnerschaftlicher Manier die Hilfe der Polizei dafür zu erbitten. Gelöst wurde das seitens der jW-Leserinitiative durch die Anmeldung einer Kundgebung auf der anderen Straßenseite: »Für friedensorientierte Gewerkschaften«. Dem Interesse der Teilnehmer an dem Stand taten die paar Meter mehr keinen Abbruch, Hunderte 1.-Mai-Ausgaben wurden verteilt.

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    1.-Mai-Demo des DGB in Berlin – junge Welt ist mit Infostand und Zeitungsverteilern präsent

    In Wolfegg war es Jakob, ein gärtnernder Bauer und – nachdem die Taz nun keine Tageszeitung mehr ist – neugewonnener Leser der jW, der die Initiative ergriff. Mit seinem Stand auf dem Blümlesmarkt brachte er die Zeitung unter die Leute, zu jeder jungen Welt gab’s eine Sonnenblume dazu, man kam ins Gespräch über Landwirtschaft und über Politik. In Nürnberg war die Leserinitiative dann noch auf dem – im Vergleich zur DGB-Demo – deutlich größeren internationalistischen Fest in Gostenhof vertreten, verteilte Zeitungen, warb Abonnements ein und fand weitere Unterstützer.

    Es sind genau diese direkten Begegnungen, die den Kern der Aktion ausmachen: nicht nur das Verteilen der jW, sondern das Knüpfen von Kontakten, das Diskutieren, das Zuhören. So wurde auch aus einem beschaulichen Markt im Allgäu ein weiterer Baustein einer bundesweiten Kampagne. Und während andernorts Transparente getragen und Reden gehalten wurden, zeigte sich hier auf ganz eigene Weise, wie lebendig und vielfältig der 1. Mai begangen werden kann. Die junge Welt war überall dabei – auf Märkten und Festen, auf Demonstrationen, Kundgebungen, Raves, in der Provinz, in den Metropolen. Das Aktionsbüro der jungen Welt dankt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, den Leserinitiativen und allen Beteiligten für die große Hilfe, für das Eintreten für einen fröhlichen, solidarischen 1. Mai. Und für eine Öffentlichkeit, die die kritische Stimme der jW nötiger hat denn je.

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  • Fokus auf Nahost

    Kostenlose Beilage »Naher Osten« liegt nächsten Mittwoch der jungen Welt bei – kauf am Kiosk!
    Aktion und Kommunikation

    Der US-israelische Angriff auf den Iran hat die Welt verändert, unabsehbar sind bislang die Auswirkungen. Die Weltwirtschaft ist in einer Krise und die Gefahr eines globalen militärischen Konflikts ist exponentiell gestiegen. Wer Zusammenhänge verstehen will, jenseits einer Rhetorik der Stärke seitens der bürgerlichen Presse, der braucht am Mittwoch die junge Welt.

    Thematische Beilagen erscheinen regelmäßig in der Tageszeitung junge Welt – der einzigen linken Zeitung, die noch täglich gedruckt erscheint. Die Ausgabe vom 13. Mai erscheint mit einer umfangreichen Nahostbeilage. Sie liefert Analyse statt Propaganda, Hintergrund statt Staatsräson. Der Gang zum Kiosk lohnt!

    Die am Mittwoch erscheinende Sonderbeilage beleuchtet zentrale Akteure: Die Pläne Washingtons für die Region liegen seit Jahrzehnten in den Schubladen der Neokonservativen und werden nun umgesetzt. Des Weiteren Israel: Netanjahu und der israelische Staat sind auf permanenten Krieg angewiesen – und dass dies nicht Fehler, sondern Programm, gar Zwang ist, wird aufgezeigt. Israels Beziehungen zu anderen Staaten der Region werden anhand der Türkei, Marokkos und Saudi-Arabiens, das noch vor wenigen Jahren vor einer »Normalisierung« seiner Beziehungen zu Tel-Aviv stand, untersucht.

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    Thematisch vielfältig ist die Beilage aufgestellt: Einblicke in die ökonomische Basis des Irans bis hin zu einer Reportage über die Arbeit des palästinensischen Fußballverbands laden zu einer interessanten Lektüre ein. Das alles auch in der klassischen Darreichungsform einer Printzeitung: Druckerschwärze auf Papier, besser als digital, denn auch das Medium ist die Nachricht. Zwei Artikel, die ihre analoge Lektüre verdienen, seien hervorgehoben: Helga Baumgartens »Brief aus Jerusalem«, ein persönlicher Blick in die Zukunft der Region, und Piotr Biegasiewicz’ Essay zur Frage »Wem gehört das Leiden?«

    Die junge Welt erscheint weiterhin gedruckt, entgegen dem Branchentrend. Am Kiosk lässt sie sich – wie jeden Wochentag – zu 2,50 Euro erstehen, am Mittwoch mitsamt der Beilage »Naher Osten« ohne Aufpreis. Um Zusammenhänge zu verstehen, lohnt der Gang zum Kiosk!

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  • Architektur, Musik, Sport

    Kommende Veranstaltungen in der Maigalerie
    jW-Maigalerie

    Am Donnerstag eröffnete die Maigalerie fast auf den Tag genau fünfzig Jahre nach der Eröffnung des Palasts der Republik eine Ausstellung zu Ehren des sogenannten Hauses des Volkes, das am vormaligen Marx-Engels-Platz in Berlin, Hauptstadt der DDR, stand. Die Ausstellung erinnert mit großflächigen Tafeln, Fotos, Videos und zahlreichen Sammlerstücken aus dem Palast an die Geschichte dieses Prunkstücks des ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden bis zu seiner Schließung unter nach wie vor höchst fragwürdigen Umständen 1990 und seinem Abriss Mitte der 2000er. Bis zum 11. Juni bietet sich hier jeden Donnerstag von 14 bis 19 Uhr zudem die Möglichkeit für Gespräche mit den Ausstellungsmachern.

    Außerdem ist die Ausstellung auch im Rahmen dreier Veranstaltungen im Mai zu sehen. So bespielt am 5. Mai das Alexander-Beierbach-Trio unsere monatliche Veranstaltungsreihe »jW geht Jazz: Hannes Zerbe und Freunde«. Am Donnerstag, dem 7. Mai, folgt mit der Buchvorstellung zu Fabian Goldmanns »Staatsräsonfunk« (Manifest-Verlag) eine Medienschau zum Totalversagen deutscher Medien (das vorliegende Medium mal ausgenommen) zu Israels Völkermord in Gaza in Buchlänge, moderiert von jW-Redakteurin Ina Sembdner. Und am 21. Mai beehrt uns Carlos Gomes anlässlich der soeben bei Papyrossa erfolgten Veröffentlichung seines Buches »Griff nach Gold« mit einer Vorstellung der von ihm und Koautor Glenn Jäger verfassten kritischen Geschichte der Fußballweltmeisterschaft der Männer.

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    Gesine Lötzsch bei der Ausstellungseröffnung

    Ein Besuch lohnt sich also allemal. Mit unserem Newsletter, der unter jungewelt.de/maigalerie zu abonnieren ist, bleiben Sie stets auf dem neuesten Stand.

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  • Auf die Straße!

    junge Welt ist dabei: Schulstreiks gegen die Wehrpflicht
    Aktionsbüro

    Die dritte Runde des Schülerstreiks gegen die Wehrpflicht fällt aus dem Turnus. Nach dem 5. Dezember 2025 und dem 5. März 2026 nun also am 8. Mai. In der Erklärung der Organisationskonferenz wird explizit auf die Bedeutung dieses Datums verwiesen: Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation des deutschen Faschismus und Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Der Tag der Befreiung verpflichte gerade dazu, gegen die Vorbereitung des nächsten von deutschem Boden ausgehenden Krieges zu protestieren.

    Im Bewusstsein dessen gehen am 8. Mai dieses Jahres bundesweit Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht, gegen die Militarisierung der bundesrepublikanischen Gesellschaft, gegen Rekordprofite der Waffenschmieden, gegen die imperialistische Großmachtpolitik der BRD.

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    Antiimperialistisch und antimilitaristisch, wie die junge Welt ist, steht sie an der Seite der Streikenden. Man kann übrigens weiterhin den Sticker mit der Aufschrift »MRZ LCK 00« bestellen. Diese sind eng mit dem letzten Streik im März verbunden und eignen sich auch in diesem Fall wieder, um Unmut über die Pläne der Regierung zu bekunden.

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  • Genossen! Werdet Genossen!

    Die jW wird von einer Genossenschaft getragen. Jetzt Mitglied in der LPG eG werden!
    LPG junge Welt eG

    Stellen Sie sich vor, eine Tageszeitung gehört nicht irgendeinem Medienkonzern oder einer Verlegerdynastie, sondern ihren Leserinnen und Lesern. Nicht abstrakt, sondern ganz praktisch und mit dem ziemlich unaufgeregten Ziel, die einzig verbliebene linke Tageszeitung weiterhin herauszugeben. Denn die junge Welt wird gebraucht. Als Stimme gegen Sozialabbau, Militarismus und den menschenverachtenden Wahnsinn dieser Zeit.

    Die junge Welt erscheint im Verlag 8. Mai, gegründet 1995, und auf die GmbH folgte dann wenig später die Gründung der LPG junge Welt eG, ausgeschrieben die Linke Presse Verlags-, Förderungs- und Beteiligungsgenossenschaft. Ein Name, der länger ist als manche Schlagzeile. Die neue Struktur war nach den Wirren der frühen 1990er Jahre notwendig geworden, nach dem Herunterwirtschaften der Zeitung durch einen windigen Investor und der Einsicht, dass das Projekt junge Welt nicht kapitalistischen Renditeerwartungen unterliegen darf, dass es eine gemeinschaftliche Anstrengung braucht, diese Stimme zu erhalten.

    Heute tragen über 3.000 Menschen diese Struktur mit. Nicht abstrakt, sondern sehr konkret: mit Geld, Zeit und Ideen. Über 3.000 Genossinnen und Genossen sorgen dafür, dass eine Redaktion arbeiten kann, ohne jeden Tag neu erklären zu müssen, warum sie existiert. Damit eine Infrastruktur nicht sofort zur Verhandlungsmasse wird, damit niemals wieder ein »Investor« mit Handwagen durch Büros zieht, um PCs und Fotoapparate einzusammeln und zu verbimmeln, damit an sechs Tagen der Woche die jW erscheint, digital und gedruckt, damit die Rosa-Luxemburg-Konferenz jedes Jahr ein Erfolg wird, dafür gibt es die Genossenschaft.

    Foto: Anna Jörke/jW 16.JPG
    Infostand und Café der Genossenschaft und der jungen Welt auf der Fiesta de Solidaridad in Berlin (29.7.2023)

    Mitmachen ist dabei weniger kompliziert, als es klingt. Ein Anteil kostet 500 Euro. Wer will, kann mehrere zeichnen (maximal 50). Die Realität ist selten ideal, weshalb das Ganze auch in Raten abbezahlt werden kann: ab 25 Euro im Monat. Egal, wie viele Anteile man besitzt, jede und jeder hat nur eine Stimme; kein Aktienlogikspiel, kein Gewicht nach Kapital. Ein Genosse, eine Stimme. Die nächste Generalversammlung findet am 27. Juni 2026 in der Maigalerie der Tageszeitung junge Welt statt. Beachten Sie dafür bitte die Einladung auf unserer Internetseite: www.jungewelt.de/unterstuetzen/genossenschaft.

    Das klingt technisch, ist aber im Kern ziemlich schlicht: Es geht darum, eine Zeitung gemeinsam zu tragen, ohne sie zu besitzen, und kritischen Journalismus und somit widerständige Stimmen zu ermöglichen. Die Berichterstattung ist die Rendite, vielleicht ein Bruch mit dem Gewohnten. Die junge Welt wird hier nicht als Ware verstanden, sondern als Notwendigkeit, die es sicherzustellen gilt.

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  • Die einzige ihrer Art

    In Deutschland gibt es mit der jungen Welt nur noch eine linke Tageszeitung am Kiosk
    Aktion und Kommunikation

    Zehntausende Exemplare der jungen Welt werden auf den Feiern zum 1. Mai, dem Kampftag der Arbeiterklasse, in über hundert Städten im deutschsprachigen Raum verteilt. Unterstützerinnen und Unterstützer, Freundinnen und Freunde der jungen Welt legen sich dieser Tage ins Zeug, die einzig verbliebene deutsche linke Tageszeitung in Druckform weiterzugeben.

    Und vielleicht haben auch Sie, hast auch du gerade eine der Verteilzeitungen in der Hand. Dann würden wir uns gerne einmal vorstellen!

    Die junge Welt erscheint seit 1947 und aktuell mit sechs Ausgaben pro Woche gedruckt – und nun auch schon seit Jahrzehnten digital. In der DDR noch Organ der Jugendorganisation FDJ, ist sie seit 1990 ein oppositionelles Blatt. Ein angebliches Schmuddelkind in der deutschen Presselandschaft: Eine täglich erscheinende Zeitung, die sich an die Seite der Lohnabhängigen stellt, internationale Solidarität praktiziert, Militarismus und imperialistische Kriege beim Namen nennt. Antifaschistisch, antikapitalistisch, unbequem.

    Während eine mediale Fraktion Aufrüstung als alternativlos verkauft und soziale Proteste als Störung behandelt, berichtet die junge Welt aus Gegenden, die auf der Landkarte der bürgerlichen Presse selten auftauchen. Sie greift Themen auf, die anderswo unter den Tisch fallen, zeigt Zusammenhänge auf, die andere verschweigen, kontextualisiert, ordnet ein, analysiert. Und das auch noch marxistisch orientiert. Denen, die sonst nicht gehört werden, gibt sie eine Stimme.

    Die Bedingungen auf dem Pressemarkt sind insgesamt härter geworden. Papier, Druck, Versand, Energie – alles wird teurer. Der Verfassungsschutz beobachtet die Zeitung, erschwert damit Kooperationen und Werbegeschäfte und will der jW den Nährboden entziehen, bekämpft sie somit offen. Trotz alledem erscheint die jW werktäglich. Weil Leserinnen und Leser sie tragen, weil Unterstützerinnen und Unterstützer sie bewerben, weil Genossinnen und Genossen ihr den Rücken freihalten.

    Foto: Nikolas Sisic/jW JW20200723Kiosk08nik.jpg

    Die junge Welt gehört keinem Konzern, keiner Partei. Über 3.000 Menschen sind Mitglied in der jW-Genossenschaft (LPG junge Welt eG), der der Verlag 8. Mai gehört, welcher wiederum die jW herausgibt. Über 3.000 Bekenntnisse zu linkem, unabhängigen Journalismus. Das bedeutet auch: keine Renditeerwartungen, keine staatlichen Zuschüsse mit Bedingungen, keine Rücksichten auf Werbeetats oder politische Stimmungen. Die jW finanziert sich hauptsächlich über Abonnements. Und auch hier ist Solidarität praktisch erlebbar. Niemand soll ausgeschlossen werden, weil das Geld knapp ist. Deshalb arbeitet die junge Welt mit einem dreistufigen Preismodell: Zum Normalabo kommt das Sozialabo, es ermöglicht auch Menschen mit weniger Geld die Lektüre, knapp kostendeckend kalkuliert, aufgefangen durch das Solidaritätsabo: Wer mehr zahlen kann, verhilft so denen, die weniger haben, zur Lektüre der jW. Es gibt weder Formulare noch Nachweise noch Kontrolle. Jede und jeder entscheidet selbst, was leistbar ist.

    Print oder online? Täglich oder nur am Wochenende? Die jW lässt sich flexibel lesen. Mit unterschiedlichsten Angeboten versuchen wir, unterschiedlichen Lesegewohnheiten gerecht zu werden. Der kostenlose Newsletter »links & bündig« bietet einen einfachen Einstieg: jeden Abend, nahezu pünktlich zur Tagesschau eine kuratierte Auswahl der wichtigsten Artikel des nächsten Tages, direkt ins Postfach. Überblick und Orientierung über die Themen und die Perspektive der jungen Welt.

    Wer die Zeitung kennenlernen will, kann sie zwei Wochen kostenlos testen. Das sind zwölf Ausgaben frei Haus, ohne Abofalle und ohne automatische Verlängerung. Das Probeabo endet automatisch. Doch es geht auch noch unverbindlicher. Von Montag bis Freitag am Kiosk, in der Bahnhofsbuchhandlung, der Trafik, dem Büdchen: Da gibt es die Zeitung natürlich auch. Mit dem Gutschein auf der Titelseite der heutigen Ausgabe bekommen Sie eine weitere junge Welt kostenlos im Pressefachhandel. Ein gedrucktes Exemplar ist auch ideal, um andere auf die junge Welt aufmerksam zu machen, diese Erfahrung weiterzureichen.

    Informationen dürfen kein Luxusgut sein. Unterschiedliche Perspektiven auch nicht. Die junge Welt dokumentiert soziale Kämpfe, analysiert Machtverhältnisse und liefert Argumente. In Zeiten, in denen kritischer Journalismus selten wird, ist das eine Notwendigkeit. Die jW steht an der Seite derer, die gegen »Zeitenwende«, Klassenkampf von oben, Militarisierung und soziale Zumutungen auf die Straße gehen, so auch heute, am Kampftag der Arbeiterklasse.

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  • 1. Mai: Helfer gesucht

    Letzte Chance: Verteilexemplare der jungen Welt bis 20. April bestellbar
    Aktionsbüro

    Mit dem 1. Mai verbinden Leute unterschiedliche Dinge. Die einen sind ab den frühesten Morgenstunden beim Aufbau der Gewerkschaftsdemo involviert, die anderen bereiten Material für die revolutionäre Demo vor, und manche gehen zum Maifest, um mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein Kaltgetränk zu genießen.

    Etliche Unterstützerinnen und Unterstützer der Tageszeitung junge Welt nutzen den Kampftag der Arbeiterklasse auch, um ihre Zeitung zu verteilen. Mit der Anlieferung der Ausgaben am 30. April beginnt die für die jW wichtigste Verteilaktion des Jahres.

    Die junge Welt, klar in ihrer Position an der Seite der lohnabhängig Beschäftigten, wird in Dutzenden Städten im deutschsprachigen Raum auf Maifesten, Demonstrationen oder Kundgebungen verteilt und auf unzähligen Infotischen ausliegen. Das Ziel ist klar: die jW und ihre Positionen einem breiteren Publikum bekannt machen. Die junge Welt trifft dabei auf ein ihren Standpunkten zugeneigtes Publikum – Menschen, die für soziale Gerechtigkeit, Internationalismus und Antimilitarismus auf die Straße gehen.

    Interessante Begegnungen sind unvermeidlich: der Rentner, der erzählt, dass er die jW bereits seit Friedenszeiten liest – und sich freut, Unterstützer seiner Zeitung kennenzulernen. Die junge Frau, die fragt, ob das wirklich die Zeitung ist, von der ihre Oma immer schwärmte. Der skeptische Gewerkschafter, der erst ablehnend winkt, dann aber doch einen Blick riskiert, blättert und plötzlich diskutiert. Zuspruch gibt’s viel auf Veranstaltungen zum 1. Mai, hin und wieder auch Kritik.

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    Nicht alle Maifeiern sind so voll wie die im Görlitzer Park in Berlin. Doch auch Verteilungen auf kleinen Festen helfen, jW bekannter zu machen

    Die Verteilaktionen sind mehr als nur ein Instrument, um die letzte verbliebene gedruckte linke Tageszeitung bei mehr Menschen bekannt zu machen und die Reichweite der jungen Welt dauerhaft zu erhöhen. Sie sind Begegnung, schaffen Gemeinschaftlichkeit in einer Zeit, in der linke Strukturen oft fragmentiert wirken. Wer gemeinsam Zeitungen stapelt, Transporte organisiert oder am Stand Kaffee kocht, baut Verbindungen jenseits von Chatgruppen und E-Mail-Verteilern auf. Das ist nicht romantisch übertrieben – es ist praktisch erprobt. Viele bestehende jW-Leserinitiativen haben so begonnen: mit einem Haufen Zeitungen, einer Handvoll Überzeugung und der Einsicht, dass man das allein nicht schafft.

    Die Relevanz dieser Aktionen für die junge Welt selbst lässt sich an Zahlen ablesen, aber besser an Resonanz. Neue Abonnenten, die nach dem 1. Mai anrufen. Mehr Besucher auf den Kanälen der jW im Internet. Rückmeldungen aus Gewerkschaften, die merken: Hier gibt es eine Stimme, die unsere Kämpfe ernst nimmt. Mehr Abonnementabschlüsse im Nachgang des 1. Mai, mehr Verkäufe an den Kiosken in den folgenden Wochen. Etwas davon bleibt hängen: Verkaufszuwächse, die das materielle Überleben der jW sichern. Ohne die ehrenamtliche Hilfe der Verteilenden, ohne die der Zeitung zugewandten Unterstützerinnen und Unterstützer wäre dieses Wachstum nicht möglich. Die Zeitung lebt von ihrer Verbreitung – und die Verbreitung lebt von den Menschen, die sie mittragen.

    Diese Chance gilt es zu nutzen. Daher möchten wir alle Leserinnen und Leser motivieren, noch bis zum 20. April um 12 Uhr kostenlose Tagesausgaben für den 1. Mai zu bestellen. Ab 50 Exemplaren ist das logistisch möglich. Und ob 50 oder 500 für die ganze Stadt – jede Bestellung zählt, jede Verteilaktion ist eine große Hilfe. Verteilexemplare lassen sich per E-Mail (aktionsbuero@jungewelt.de) oder telefonisch (030/53 63 55-10) bestellen.

    Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit, der Kampftag der Arbeiterklasse. Für uns ist er auch der Tag der Begegnung – und des Ermöglichens von Begegnungen. Mit alten Lesern, mit neuen Lesern, mit Gleichgesinnten. Packen wir die Zeitungen ein. Treffen wir uns auf der Straße. Und überzeugen wir davon, dass die Tageszeitung junge Welt nicht nur nötig ist – sondern auch vor Ort präsent. Auf der Seite des Protests.

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  • Durch Papier scrollen lernen

    Die junge Welt kennenlernen – doch wie gelingt ein guter Einstieg?
    Aktion und Kommunikation

    Die wenigsten verpflichten sich bei der ersten Begegnung: Für eine Zeitung ist das Probe­abonnement ein naheliegender Erstkontakt. Zwei Wochen lang wird die junge Welt kostenlos und unverbindlich nach Hause geliefert. Ohne Risiko, ohne Kündigungspflicht, unverbindlich – das Abo endet automatisch. Warum also dieses Angebot? Weil Lesen Zeit braucht und Gewohnheit. Niemand wird als Zeitungsleser geboren. Man beginnt aufmerksam, liest einzelne Artikel, überspringt anderes, kommt zurück. Schritt für Schritt entsteht so ein eigener Zugang. Genau dafür sind diese zwei Wochen gedacht: um sich zu orientieren, Themen zu entdecken und eine eigene Lesestrategie zu entwickeln. Und um die   —­junge Welt kennenzulernen, die letzte linke Tageszeitung, die noch täglich gedruckt erscheint. Eine einzigartige Zeitung: marxistisch orientiert, klar in ihren Positionen: an der Seite der Arbeit, der lohnabhängig Beschäftigten, antimilitaristisch, internationalistisch.

    Seit einigen Wochen finden vermehrt junge Menschen über unsere Social-Media-Angebote zu unseren Inhalten und wollen dann tatsächlich eine gedruckte Zeitung testen. Sie fällen diese Entscheidung bewusst. In Gesprächen kommen dann die Gründe zur Sprache: Bildschirmzeit reduzieren und die wohltuende Begrenzung von Themen und Textmenge werden dann genannt.

    Foto: Joshua Regitz/jW JWG_9717.jpg
    Politisches Bewusstsein gibt es in jedem Alter, Zeitungsleser auch

    Haben auch Sie Freunde, Verwandte oder Bekannte, deren politischer Aktivismus sich auf Social Media konzentriert, die aber im Grunde bildschirmmüde sind? Oder an Nachrichten Interessierte, die aufgeschlossen sind für Meldungen aus Sicht der Werktätigen? Das Probeabonnement ist mehr als ein kurzes Kennenlernen. Es ist ein Angebot, sich ein eigenes Bild zu machen – in Ruhe, ohne Verpflichtung. Und nicht selten wird aus diesem ersten Eindruck eine bewusste Entscheidung für ein dauerhaftes Abonnement.

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