Mit dem Antikriegstag – und Positionen der gewerkschaftlichen Basis – beschäftigt sich das nächste Treffen der jW-Leserinitiative Hannover am 20. August 2026 um 19 Uhr im FZH Linden (Windheimstr. 4, 30451 Hannover-Linden-Limmer). Interessierte sind herzlich eingeladen!

jW stärken!
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Seit der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA und der Verschärfung der Wirtschaftsblockade ist die Versorgungssituation auf Kuba prekär. Washington droht jedem Drittstaat, der die Insel beliefert, mit Strafzöllen – ein Instrument, mit dem sich auch Mexiko von Kuba fernhalten lässt. Internationale Reedereien nehmen keine Frachtaufträge mehr nach Kuba an. Das ist gravierend, da der Inselstaat auf Seehandel angewiesen ist. Das Teile-und-herrsche-Prinzip des kapitalistischen Systems kann neben sich keine anderen dulden. Die völkerrechtswidrige Blockade, seit über 60 Jahren Strafe für die Weigerung des kubanischen Volkes, sich den Interessen des US-Kapitals zu unterwerfen, hat eine neue Eskalationsstufe erreicht.
Gegen Entsolidarisierung
Das Teile-und-herrsche-Prinzip fördert auch die Entsolidarisierung hier im Lande, das Treten nach unten, die Angriffe auf die verbliebenen Reste des Sozialstaats: den Achtstundentag, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Existenzminimum für Geflüchtete, Rente. Beschäftigte gegen Erwerbslose, Einheimische gegen Geflüchtete, Jung gegen Alt. Während über die vermeintlich Schuldigen gestritten wird, geraten die Ursachen aus dem Blick. Wer sich gegenseitig für steigende Mieten, sinkende Löhne oder den Abbau sozialer Sicherheit verantwortlich macht, fragt weniger danach, wer von diesen Verhältnissen profitiert. Entsolidarisierung beginnt dort, wo wir aufhören, die gemeinsamen Interessen zu erkennen. Gerade deshalb ist Solidarität mit Kuba auch eine Frage der Solidarität hierzulande: Sie bedeutet, sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen.
Solidarität basiert auf dem Verständnis, dass die Kämpfe der Werktätigen hier und der Überlebenskampf des kubanischen Volkes miteinander verbunden sind und denselben Gegner haben: den Imperialismus, der jede Alternative zur kapitalistischen Ordnung mit Sanktionen und Gewalt erstickt, der die Reste der Errungenschaften der Arbeiterbewegung schleift. Der Sommer der Solidarität gilt daher nicht nur Kuba. Er gilt anderen unterdrückten Völkern, Streikenden hier, allen, deren Kämpfe in den bürgerlichen Medien allenfalls als Randnotiz auftauchen.
Foto: jW
Öffentlichkeit schaffen
Solidarität braucht Öffentlichkeit. Sie braucht Informationen, Austausch und die Möglichkeit, derartige Zusammenhänge zu erkennen. Sie entsteht nicht einfach von selbst. Die junge Welt ist Teil dieser Öffentlichkeit. Die Zeitung berichtet über Arbeitskämpfe und soziale Bewegungen, über internationale Solidarität und politische Entwicklungen. Die Unterstützung eines unabhängigen Mediums ist eine ganz konkrete Form der Solidarität. Ein Abo ist damit nicht nur der tägliche Bezug einer Zeitung. Es ist auch ein Eintreten dafür, dass Themen sichtbar bleiben. Dass Arbeitskämpfe, soziale Fragen und internationale Perspektiven ihren Platz in der Öffentlichkeit haben, dass die völkerrechtswidrige Blockade Kubas nicht totgeschwiegen wird.
Doch die junge Welt berichtet nicht nur. Sie unterstützt auch die Protestwache eines großen, kubasolidarischen Bündnisses vom 12. bis zum 19. September in Berlin. Gegenüber des Brandenburger Tors, nahe der US-Botschaft, bietet die Protestwache täglich ein inhaltliches Programm zu vielfältigen Aspekten der Solidarität mit Kuba. Eingerahmt von kämpferischen Auftakt- und Abschlusskundgebungen, ergänzt um ein Kulturprogramm und nächtliche Filmvorführungen, wird ein starkes Zeichen der Solidarität mit Kuba gesetzt werden. Im Sommer der Solidarität bietet die junge Welt ihr Aktionsabo mit 50 Prozent Rabatt an. Eine Einladung, die Zeitung kennenzulernen – und eine unabhängige Stimme zu unterstützen, die seit Jahrzehnten über die Interessen arbeitender Menschen, soziale Kämpfe und internationale Solidarität berichtet. Was uns von Kuba trennt, sind Tausende Kilometer. Was uns verbindet, ist der Widerstand gegen Ausbeutung, Unterdrückung und die Politik des Gegeneinanderausspielens.
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Das Laboratorium erlaubt es, in einer kontrollierten, der Überwachung unterworfenen Umgebung die praktische Wirkung von Disziplinartechniken zu erproben. Als europaweit größte Subkultur scheinen organisierte Freunde des Fußballs, Eishockeys, Basketballs und vieler weiterer Sportarten der Politik ein geeignetes Versuchsobjekt für den autoritären Staatsumbau zu sein.
Im vergangenen November versammelten sich in Leipzig 15.000 Fußballfans, größtenteils sogenannte Ultras, und demonstrierten unter dem Motto »Der Fußball ist sicher«. Anlass war die im Folgemonat stattfindende Innenministerkonferenz. Unter großem Getöse vom »Sicherheitsrisiko Fußballfan« beriet man dort vorwiegend über Maßnahmen gegen eben diese. Blanker Populismus angesichts der Statistiken über Auseinandersetzungen und Verletzte, offenkundig für jeden, ob Ultra oder Klatschpappenfan. Doch unter dem Druck der kurzfristigen Selbstorganisierung zur Fandemo knickten die Innenminister kurzerhand ein und verwarfen ihre Konzepte. Rechtzeitig zur neuen Saison wird die Mottenkiste nun aber wieder geöffnet.
Warum aber sind diese Ansätze der Politik so heikel? Die Mär vom »Brennpunkt Stadion« ist Einfallstor für Überwachungsmaßnahmen und Grundrechtseinschränkungen. Nach wie vor im Gespräch: personalisierte Tickets, KI-basierte Gesichtserkennung am und im Stadion sowie schärfere Stadionverbotsregelungen. All dies würde schon im Ansatz eine drastische Einschränkung selbstbestimmter Fankulturen bedeuten, übrig bliebe eine Fankultur von Staates Gnaden. Die Annahme, dass hier seitens der Politik bei Vereinsanhängern die Grenze gezogen würde und die Segnungen dieser Disziplinartechniken nicht auch anderen zuteil kommen werden: naiv.
Foto: IMAGO/Matthias Koch
Schweigen aus Protest gegen mögliche Repressionsmaßnahmen: 23. November 2025Mit den aktuellen Geschehnissen rund um die Fankultur, der Bedrohung seitens der Politik und der aktiven Selbstorganisierung der Fans gegen den Missbrauch ihrer Kultur als Testfeld befasst sich die Themenbeilage »Fankultur«, die am Mittwoch, dem 19. August 2026, der Tageszeitung junge Welt als kostenloses Extra beiliegt. Verfügbar ist sie am Kiosk, im Netz, im Abo.
Wie gewohnt kann die Beilage auch bei der jW-Kommunikation unter aktionsbuero@jungewelt.de oder 0 30/53 63 55-10 bestellt werden.
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Die junge Welt, die einzige gedruckte linke Tageszeitung im deutschsprachigen Raum, bietet an sechs Tagen der Woche Einordnungen und Kommentare, die anderswo fehlen, eine Nachrichtenauswahl, die sich von anderen unterscheidet, widerständige Positionen. Klar antimilitaristisch, der internationalen Solidarität verpflichtet, marxistisch orientiert. Der Newsletter »links & bündig«, abendlich im E-Mail-Postfach, bietet mehr als einen Überblick: eine redaktionell kuratierte Auswahl der zentralen Artikel der Ausgabe des kommenden Tages, ergänzt um ein Editorial der Chefredaktion. Auswahl und Einordnung, kostenlos und kompakt.
Foto: jW
Auf jungewelt.de/abo/newsletter lässt sich der Newsletter »links & bündig« abonnieren. Für den täglichen Überblick, kurz und klar.
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Liebe Leserinnen und Leser,
dass Preise und Lebenshaltungskosten steigen, merken wir jeden Tag, etwa bei der Miete, beim Einkaufen oder beim Tanken. Auch die junge Welt muss mit steigenden Kosten für Druck, Vertrieb und Herstellung rechnen – und mit denen einer bescheidenen Lohnerhöhung, die wir uns seit dem 1. Juli leisten.
Auch aufgrund der Kostenentwicklungen haben andere Zeitungen schon aufgegeben, um das Kulturgut der gedruckten Tageszeitung zu kämpfen, und erscheinen unter der Woche nur noch in digitaler Form. Wir wollen an der gedruckten Zeitung als wichtigem Kulturgut festhalten und dabei die Zeitung erschwinglich halten. Aber auch wir kommen um eine Preiserhöhung ab dem 1. September 2026 nicht herum.
Der Abopreis für das monatliche Normalabo steigt um zwei Euro, das ermäßigte Sozialabo wird ein Euro teurer, für das sehr wichtige Soliabo verlangen wir drei Euro im Monat mehr (das gilt jeweils für das Print- wie für das Onlineabo). Das Wochenendabo und das Mittwoch/Sonnabend-Abo bieten wir für einen Euro pro Monat mehr an. In diesem Jahr erhöhen wir auch die Preise für zusätzliche Onlineabos von Printabonnenten um einen Euro im Monat. Die Preiserhöhung wird für Sie erst mit dem nächsten Abrechnungszeitraum wirksam. Wenn Sie also zum Beispiel Ihr Abo bereits bis Ende November bezahlt haben, erfolgt die Berechnung der neuen Preise erst ab Dezember. Im Einzelhandel steigen die Preise um 20 Cent – also auf 2,70 Euro Montag bis Freitag und auf 3,40 Euro für die Wochenendausgabe.
Foto: jW
Unverzichtbar, kein Luxusgut: junge Welt am Kiosk – auch in Zukunft zum erschwinglichen PreisDie junge Welt bleibt auch trotz dieser Preiserhöhung die günstigste überregionale Tageszeitung im deutschsprachigen Raum. Wir wollen die Zeitung nicht wie andere zum Luxusgut machen. Das gelingt uns, wenn wir weiter zusätzliche Abonnements gewinnen, weil wir dann nur einen Teil der erhöhten Kosten über die Preiserhöhung ausgleichen müssen. Bitte unterstützen Sie uns dabei und machen Sie Freunde und Bekannte auf das Angebot der jungen Welt aufmerksam. Mit unserem aktuellen Aktionsabo können auch Ihre Freunde die jW für drei Monate testen. Das Abo endet automatisch und muss nicht gekündigt werden. Für 30 Euro kann die digitale Ausgabe drei Monate lang getestet werden, und für 80 Euro werden 80 gedruckte Ausgaben in den Briefkasten geliefert. Die Testleser können sich darauf verlassen, dass das Abo garantiert automatisch endet und sich nicht verlängert. Dieses Aktionsabo lässt sich übrigens auch prima verschenken. Nur wer die außergewöhnlich progressiven Inhalte der Zeitung schätzengelernt hat, beteiligt sich mit einem Abo an den Kosten.
Und wir haben noch eine Bitte an unsere Leserinnen und Leser: Prüfen Sie, ob Sie nicht auf eine höhere Preisklasse umsteigen können. Immer mehr Leserinnen und Leser unterstützen mit einem Soliabo die Möglichkeit, das deutlich günstigere Sozialabo für all jene anbieten zu können, die sich ansonsten die junge Welt gar nicht leisten könnten. Dieses solidarische Prinzip funktioniert erfreulicherweise in diesen harten Zeiten immer besser, dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken!
Für Fragen stehen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen des Aboservice telefonisch (0 30/53 63 55 -80/-81/-82) oder per E-Mail unter abo@jungewelt.de zur Verfügung.
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Der 13. August 2026, an dem Fidel Castro 100 Jahre alt geworden wäre, steht im Schatten der unverhohlenen Kriegsdrohungen und medialen Hetzkampagnen gegen Kuba seitens der US-amerikanischen Regierungsriege unter Donald Trump. Die völkerrechtswidrige, extraterritorial wirkende Wirtschaftsblockade der USA gegen den sozialistischen Inselstaat, die von Woche zu Woche immer weiter ins Unermessliche verschärft wird, hat ohnehin schon zu viele Menschenleben gefordert. »Fast ein halbes Jahr ohne Öllieferungen, das brächte auch die Schweiz in einen Notstand«, antwortete der Kuba-Experte Bert Hoffmann, Leiter des Berliner Büros des Hamburger Leibniz-Instituts für Globale und Regionale Studien, in einem Interview der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 10. Juli. »Tatsache ist: Durch die Verschärfung des Embargos sterben Menschen auf Kuba, die nicht sterben müssten.« Um so mehr halten wir es für notwendig, an den Comandante en Jefe Fidel Castro an dessen 100. Geburtstag und mit ihm an die Kubanische Revolution zu erinnern, die es zu verteidigen gilt! Weil die Geschichte immer zur Gegenwart und zur Zukunft gehört. Und weil Kuba symbolisch für uns alle steht, die eine bessere, gerechtere Welt anstreben.
In der Ausstellung »¡Hasta siempre, Fidel!« in der jW-Maigalerie stehen Bilder des kubanischen Fotografen und Filmemachers Roberto Chile im Mittelpunkt, die uns Einblicke aus einer vertrauten Perspektive in das politische Leben Fidel Castros gewähren. Daneben sind Fotos seiner kubanischen Berufskollegen Raúl Abreu und Alex Castro zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung um historische Fotos aus Kindheits- und Jugendjahren und um bekannte und weniger bekannte Bilder kubanischer Fotografen vom Kampf der Guerilleros in der Sierra Maestra bis zum Sieg der Kubanischen Revolution am 1. Januar 1959.
Foto: Courtesy of La Oficina de Historia del Consejo de Estado
Ball versenkt, Yankees vertrieben: Fidel in jungen JahrenWas machte den Comandante en Jefe so außergewöhnlich? Wie wurde er zu der welthistorischen Persönlichkeit, als welche er die Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend mitprägte? Und weshalb weigert sich die Kubanische Revolution, deren entscheidender Impulsgeber er war, bis heute, klein beizugeben? Die Ausstellung kann vielleicht ein paar erste Antworten geben. Sie wird begleitet von weiteren Veranstaltungen zu Kuba.
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Der Sommer eignet sich für Aktivitäten, zu denen man im Winter keine Lust oder keine Gelegenheit hat. Ein Treffen im Park ist anders als eines im Schnee oder zwischen vier Wänden, ein Besuch im Freibad unterscheidet sich von einem Besuch im Hallenbad, Ausfahrten lassen einen die Landschaft anders erleben. Das Leben scheint so leicht, vergessen die Sorgen des Alltags. Da mag man gar nicht in die aktuelle junge Welt schauen: Klimakatastrophe mit dramatischen Bränden allerorten, Gier und Korruption auf allen Ebenen, Wirtschafts- und Handelskriege, militärische Konflikte, Hunger und Epidemien. Das komplette Gegenprogramm zum Friede-Freude-Eierkuchen-Sommer-Eskapismus.
Doch beides ist Realität, und beides lässt sich verbinden. Auch das lockerste Beisammensein streift die ernsten Themen des Lebens. Gut, wenn man mit Fakten und Zusammenhängen einer solide recherchierten Tageszeitung argumentieren kann, bei der die Redaktion die massenhafte Vernichtung von Industriearbeitsplätzen, Sozialkürzungen und eine größenwahnsinnige Aufrüstung miteinander in Verbindung setzt.
Aus den Abobestellungen der vergangenen Jahre wissen wir, dass viele neue Leser die junge Welt empfohlen bekommen haben. Das ist eine unwahrscheinlich wichtige Quelle für neue Leserinnen und Leser. Ablehnung kommt vor, hin und wieder berichten Verteiler auch von Anfeindungen. Das ist alles vergessen, sobald sich ein neuer Mitstreiter gefunden hat, wenn jemand echtes Interesse zeigt und sogar den Schritt zu einem Abo geht.
Jeder Abschluss ist ein Kampf. Das wissen wir als Hauptamtliche nur zu gut. Doch ist es um so beeindruckender, wenn sich freiwillige und aktive Leserinnen und Leser diesen Schuh anziehen und kräftig bei der Akquise mitwirken. Allen Werberinnen und Werbern unseren aufrichtigen Dank!
Doch wir wollen den Gedanken des sozialistischen Wettbewerbs wecken: Kann die Masse an Leserinnen und Lesern der Tageszeitung junge Welt mehr Leute zu einem Abo bewegen als die Festangestellten in Verlag und Redaktion? In der DDR hieß es: »Mach mit! Schöner unsere Städte und Gemeinden.« Nun haben wir weder DDR noch Sozialismus, aber unsere Presselandschaft kann bei weitem noch schöner werden, wenn immer mehr die junge Welt lesen und abonnieren.
Foto: HärtelPRESS/imago
»Mach mit!« bei der Verschönerung von Karl-Marx-Stadt (6.4.1986) – das muss auch in der Presselandschaft möglich seinFür unser Anliegen halten wir fest: Ziellinie wäre der 4. September, und aktuell stehen die Verhältnisse ausgesprochen ungünstig. Während in den vergangenen Wochen über telefonische Nachfragen, bei Veranstaltungen und an Infoständen schon Sommerabos durch Mitarbeitende eingeworben wurden (dazu kommen noch Hunderte Selbstmelder), wurde als Bestellgrund noch kein einziges Mal die Empfehlung durch Leserinnen und Leser angegeben. Wir finden, da geht noch was!
Ein Wettbewerb ist nichts ohne einen gescheiten Preis. Unter denen, die sich werben lassen, verlosen wir dreimal das Buch »Briefe aus Jerusalem« der jW-Autorin Helga Baumgarten. Da der Empfehlende die eigentliche Arbeit geleistet hat, kann der oder die Testabonnentin den Gewinn dann teilen. Ganz solidarisch, passend zu unserem Motto: Sommer der Solidarität.
Wir wollen fair sein und verraten noch einmal unsere besten Argumente für ein Aktionsabo der Tageszeitung junge Welt. Da sind zum einen die Analysen und die Sichtweise, die Sie in einer gedruckten Tageszeitung so im deutschsprachigen Raum kein zweites Mal finden werden. Das Abo endet nach der angegebenen Zeit automatisch und muss nicht abbestellt werden (keine Tricks!). Hier wartet also keine Abofalle. Das schwächste Argument ist die Ersparnis, die in Zeiten rasender Teuerungen dennoch nicht einfach von der Hand zu weisen ist. Wer sich für die gedruckte Zeitung entscheidet, spart bei 80 Ausgaben für 80 Euro etwas mehr als 50 Prozent zum Normalpreis. Bei der Onlineausgabe kommt man bei 30 Euro für drei Monate sogar auf einen Rabatt von 66 Prozent.
Mit diesen Hinweisen ist Waffengleichheit hergestellt. Damit ist das Rennen im Wettbewerb eröffnet – darum, wer die meisten Abos ranschafft. Macht mit!→ Hinweis: Bei der Bestellung unbedingt »Empfehlung« angeben.
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Die Tradition der Teilnahme der jungen Welt an einem Fotowettbewerb rührt von der Beteiligung am »Blende«-Fotowettbewerb her. Das war ein Wettbewerb für Laienfotografen, vom Photoindustrie-Verband in Zusammenarbeit mit Zeitungen, Zeitschriften und Onlinemedien organisiert. Weil die Themen aber nur selten zum Profil der jungen Welt und den Interessen ihrer Leserinnen und Leser passten und während der Coronapandemie die eingespielten jährlichen Praktiken des Wettbewerbs nicht mehr funktionierten, hat die jW vor einigen Jahren einen eigenen Fotowettbewerb ins Leben gerufen.
Bei der »Blende«, die seit 2024 nicht mehr stattzufinden scheint, wurden jedes Jahr andere Themenschwerpunkte für die Einsendungen von Fotografien vorgegeben. Dieses Konzept wurde von uns ähnlich übernommen. Da die junge Welt Missstände, Ungerechtigkeiten und Ausbeutung aufdecken will, wählen auch unsere Leserinnen und Leser ihre Motive entsprechend aus. Für dieses Jahr haben wir mit »Mein Kiez, mein Block, mein Dorf« ein Thema, bei dem die eigene Lebenswelt mit all ihren Widersprüchen dargestellt werden kann. Zu »Straße des Friedens« passen dann wahrscheinlich allgemeinere, politische Bilder, während sich für die dritte Kategorie »Schnittpunkte« abstraktere, künstlerischere Arbeiten eignen. Die Entscheidung dafür bleibt aber bei den Einsendern. Für die Jugend haben wir auch dieses Jahr wieder eine Sonderkategorie. Wir sind gespannt, wie sich die Jugendlichen darstellen oder ausdrücken, denn das Thema lautet »Selbstporträt – Wer bin ich?«.
Professionelle Fotografen haben meistens einen Auftrag: Sie sollen ein Ereignis festhalten. Als Chronisten des Weltgeschehens. Oder sie haben den Anspruch, besonders ästhetische oder ausgefallene Bilder zu machen. Ein Amateur geht mit einem anderen Anspruch heran. Er ist eher Chronist des Alltags. So erfahren wir auch als Blattmacher etwas über unsere Leserinnen und Leser.
Foto: Gabriele Senft
Jedes Jahr eine schwere Auswahl: Die Jury bewertet die Einsendung der Blende 2008Die Bilder werden in einer Ausstellung ab November in der jW-Maigalerie gezeigt, eine Auswahl kommt in einen Jahreskalender zu unserem Fotowettbewerb. Das ist für manchen sicher auch Ansporn, teilzunehmen. Schließlich will man seine Bilder nicht verstecken. Eher weniger geht es den Teilnehmenden um die Gewinne, die es selbstverständlich auch gibt.
Teilnehmen kann jede Amateurfotografin, jeder Amateurfotograf, die oder der die eigenen Bilder bis zum 17. Oktober auf unserer Seite jungewelt.de/fotowettbewerb hochlädt. Dort steht ein Formular zur Verfügung. Wer sich die Mühe macht, kann uns auch Abzüge per Post zukommen lassen. Auch diese Angaben finden sich auf der Seite.
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Wer sich mit Palästina solidarisiert und die Kriegshandlungen gegen Gaza einen Genozid nennt, würde damit das Existenzrecht Israels anzweifeln und wäre also nicht nur Israel-Hasser, sondern auch Judenfeind, so die verbreitete Erzählung. Alles Radikalinkis also. Um so mehr erstaunt die Koalition, die sich zusammengeschlossen hat, um für die Freilassung des Direktors einer Klinik in Gaza, Hussam Abu Safija, zu kämpfen. Eigentlich sollte diese breite Solidarität nicht verwundern, wenn man die Sache mit gesundem Menschenverstand betrachtet: Welches Verbrechen soll ein Krankenhausdirektor begangen haben im Vergleich zu einem Bankchef? Kennen Sie noch Josef »Joe« Ackermann?
Abgeordnete von SPD, Grünen und Die Linke setzen sich für die Freilassung Abu Safijas ein, wie auch Amnesty International. Die Ärzteorganisation IPPNW, Medico International und Medsolidar organisieren diesen Sonntag in Berlin einen Schweigemarsch für ihn. Aus den USA setzen sich Abgeordnete der Demokratischen Partei ein, darunter Jamie Raskin, Chris Van Hollen und Alexandria Ocasio-Cortez; der Sender Democracy Now berichtete über seinen Fall. Vorwürfe stehen im Raum, dass der Kinderarzt gefoltert wird. Auch wenn es vielleicht noch lange dauert, bis er in die Freiheit entlassen wird, treibt die internationale Solidarität den Preis für jede weitere Misshandlung oder die Tötung hoch.
Mit der Tageszeitung junge Welt haben Sie eine Zeitung in der Hand, die über die widersprüchliche Lage im Nahen Osten berichtet, mit einer klaren solidarischen Haltung mit den vertriebenen und unterdrückten Völkern der Region. Auch die Palästina-Solidarität in der BRD wird von der Redaktion genau verfolgt, die Einschränkungen und Repressionen werden beim Namen genannt. Dabei berichtet die jW auch über Einzelschicksale, ohne zu vergessen: Es geht um alle zu Unrecht inhaftierten Ärztinnen und Ärzte, um alle Palästinenser, mögen sie ihre Wurzeln in Gaza oder in der Westbank haben. Die junge Welt musste auch ihre Blattlinie nicht ändern und die Lage neu bewerten, als der Völkermord nicht mehr zu leugnen war. Das ist nicht zuletzt der Qualität der Analyse der Zeitung zu verdanken. Der Marxismus liefert das dazu nötige Handwerkszeug.
Foto: jW/Joshua Regitz
Hier ist die Solidarität neben der Straße, jetzt muss sie noch auf der Straße artikuliert werdenWenn auch Sie die junge Welt lesen wollen, bekommen Sie mit dem Sommeraktionsabo ein attraktives Angebot. Drei Monate können Sie für 30 Euro die Onlineausgabe nutzen, ob im Urlaub oder zu Hause. Oder Sie bekommen 80 gedruckte Ausgaben für 80 Euro in den Briefkasten. Den Start können Sie hierbei selbst bestimmen, das Ende ist aber schon festgelegt: Das Abo endet garantiert und verlängert sich nicht automatisch.
Wenn Sie die junge Welt bereits abonniert haben, dann können Sie dieses Angebot auch verschenken, weiterempfehlen oder spenden – auch an einen Ihnen unbekannten Empfänger. Unsere Aboverwaltung entscheidet dann, welche Institution oder welcher Bewerber ein Freiabonnement erhält.
Freiabos sind für alle gedacht, die es sich aus finanziellen Gründen nicht leisten können, sich frei zu informieren: Menschen, die trotz Arbeit noch Leistungen beziehen müssen und dennoch zuwenig Geld für die Kinder haben. Auszubildende, denen das Gehalt nur gerade so für das sauteure Wohnloch und die schlechte Discounternahrung reicht. Solche Fälle gibt es im ach so reichen Deutschland häufiger, als man gemeinhin denkt. Auch in diesem Fall muss die Scham die Seite wechseln. Wenn Sie nichts haben, aber die junge Welt lesen wollen, dann bewerben Sie sich auf ein Freiabo. Die solidarischen Spenden machen diese Unterstützung möglich.
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Keine Genossenschaftsversammlung ohne ihn: der rote fliegende Drache mit der weißen Frau auf dem Rücken. Seit vielen Jahren ist dies das Logo der Linke Presse Verlags-, Förderungs- und Beteiligungsgenossenschaft (LPG) junge Welt eG und ziert auch die rechte Flanke des jW-Transporters. Seit langer Zeit ist das Werk von Thomas J. Richter mit der Tageszeitung junge Welt tief verbunden. Manche Werbeaktionen entstanden erst durch seinen Anstoß, für andere fanden sich immer wieder aufs neue passende Grafiken von Thomas. Granma Internacional, Rosa-Luxemburg-Konferenz oder andere Events: Seine Figuren und seine Aussagen sind allgegenwärtig.
Foto: jW
Echt einzigartig: Der jW-Transporter mit einer ikonischen Grafik von Thomas J. RichterSeine Grafiken passten einfach zur jungen Welt, wie auch die junge Welt immer seine Zeitung war. Künstler und Medium bildeten eine Solidargemeinschaft. Beide zeigen die Wahrheit in ihrer Hässlichkeit, die Träume in ihrer Schönheit, und beide mussten darum immer wieder zur Provokation greifen. Die Zumutungen der Gegenwart nicht hinnehmen, einerseits. Andererseits eine bessere Zukunft sehen, mit künstlerischen Mitteln erkunden, um sich dann auf den Weg dorthin zu begeben, das war Thomas’ Ansatz. Dass dies nicht ohne Leidenschaft geht, ist jedem seiner Bilder anzusehen. Die Menschheit muss erst noch zu sich kommen. Dann kann der Mensch Mensch sein, wie in seinen Darstellungen. Noch allerdings leben wir, um es mit Karl Marx zu sagen, in der Vorgeschichte dieser Menschheit.
Foto: jW
Rote Vögel: Werbung am Stand der Frankfurter Buchmesse mit einer Richter-GrafikIn seinem Werk, aber auch in seinen Beiträgen zur Gestaltung der jungen Welt kommt diese Dialektik zum Vorschein. Kriegsgerät wird mit Leichtigkeit zerschlagen, in eklatantem Widerspruch zur Realität. Unrealistisch also? Vielleicht jetzt. Aber notwendig. Eine graue, gleichförmige Stadt im Hintergrund und davor eine bunte Menschenmasse mit wehenden Fahnen und Zuversicht im Auftreten. Scheinbar nebensächlich verwendet auf Plakaten oder Flyern. Doch auch hier gehen Inhalt und Form zusammen: Sie geben Auskunft über den Zustand der Welt und die Bedeutung der jungen Welt.
Foto: Christian-Ditsch.de
Frieden braucht Klassenkampf. Kriegsgerät zerschlagenWir danken Dir, Thomas, für Deine klaren Linien. Für Deinen unverstellten Blick, der auch immer für unsere, deine Zeitung gelten soll.
Foto: Joshua Regitz/jW
Zusammenstehen für ein besseres MorgenMehr... -
Kriege, Militärinterventionen und bewaffnete Konflikte flammen überall auf der Welt auf, manche dieser humanitären Katastrophen schwelen seit vielen Jahren. Zuviel, um noch folgen und solidarisch sein zu können? Vergessen zu werden, so dass niemand mehr Kenntnis nimmt von ihrem Leid, ist das Schlimmste, das den betroffenen Menschen passieren kann. Die Katastrophe der Palästinenser in Gaza, die Bürger- und Stellvertreterkriege im Sudan, die Hilferufe aus dem Kongo, das Aushungern der Menschen auf Kuba – die Liste ließe sich leicht fortsetzen. Die Herrschenden schauen weg, denn das Leid der Menschen würde den Kanon des medialen Kriegsertüchtigungsmarsches nur stören.
»Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß«, sagt der Volksmund. Genau das ist das Ziel der Mächtigen, ein gefährliches Spiel. Wir sollen nichts wissen von den Greueln, den imperialistischen Raubzügen, den Menschenrechtsverletzungen. Damit sicg die Menschen nicht aufregen, diese sich womöglich erheben und auflehnen gegen das Unrecht, weil es sie eben nicht kalt lässt. »Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?« fragt Bertolt Brecht zu Recht in seinem »Lob der Dialektik« von 1934.
Wer die junge Welt kennt, weiß, dass sie in diesem Land eines der wenigen Medien ist, das diesen Menschen in der Welt und in unserem Land eine Stimme gibt, indem sie täglich von ihren Nöten berichtet und deren Ursachen und politische Zusammenhänge beleuchtet. Viele Menschen aus Solidaritätsbewegungen kennen und schätzen die kontinuierliche Berichterstattung der jungen Welt über Kuba und ihre solidarische Haltung gegenüber der sozialistischen Inselrepublik. Doch eine solche Stimme bleibt nur hörbar durch die breite Unterstützung ihrer Leserinnen und Leser. Denn der Druck auf kritische Medien wächst, und die Versuche, sie mit immer schärferen Repressionen zum Schweigen zu bringen, nehmen zu. Doch je stärker die Basis der jungen Welt ist, desto schwieriger wird es, sie in der Medienlandschaft auszuschalten.
Doch Solidarität ist nicht nur international gefragt. Auch in unserem Land gibt es viele Menschen, die auf die Solidarität anderer angewiesen sind. Die sozialen Einschnitte treffen immer mehr Menschen so hart, dass sie sich ein Zeitungsabonnement kaum noch leisten können. Gefangene werden nicht gehört – und hören so gut wie nichts von draußen, weil man ihnen den Zugang zum Internet verwehrt. Ein gespendetes Abo ist oft die einzige Quelle, sich über Geschehnisse in der Welt zu informieren. Wenn Sie also ein Freiabo spenden, üben Sie praktische Solidarität mit den an den Rand Gedrängten und von der Gesellschaft Ausgesperrten.
Foto: Grzegorz Wajdax/ZUMA Press Wire/IMAGO
Gegen der Völkermord in Gaza – Demo in Kraków (Polen) am 1. Januar 2025Mit dem Sommeraktionsabo können Sie dabei ganz unmittelbar helfen: Für nur 80 Euro werden 80 gedruckte Ausgaben der jungen Welt geliefert – eine Ersparnis von mehr als 50 Prozent gegenüber dem regulären Preis. In der digitalen Variante des Sommerabos gibt es drei Monate Onlinezugang für nur 30 Euro. Die Freiabos bestellen Sie unter jungewelt. de/aktionsabo mit der Option »Ich spende zur freien Verfügung«. Oder Sie wenden sich an den Aboservice unter 0 30/53 63 55-80 oder abo@ jungewelt.de. Wenn Sie per Onlineformular bestellen und im dritten Schritt im Feld »Ihre Mitteilung an uns« angeben, dass es für Gefangene genutzt werden soll, werden wir das berücksichtigen. Andernfalls finden Sie alle Informationen zum Gefangenenabo und den Link zum Spenden unter jungewelt.de/knastabo.
Natürlich können Sie das Sommerabo auch für sich selbst bestellen. Egal für wen, das Abo endet automatisch, muss also nicht abbestellt werden. Als Prämie für den Abschluss eines Sommerabos gibt es von uns zusätzlich drei Ausgaben der deutschen Granma Internacional geschenkt – der Originalstimme aus Kuba. Ein kleines Zeichen der Solidarität mit Kuba und seiner Stimme in der Welt.
Damit aus dem Sommerloch ein Sommer der Solidarität wird! Venceremos!
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Ab dem 24. Juli stellt das Rote Atelier die zweite Edition der Ausstellung »Wir sehen rot« in der Maigalerie der Tageszeitung junge Welt vor. Die Kernfrage des Kollektivs – »Wie können wir als linke Grafiker den Widerstand unterstützen?« – stellt dieses Jahr notgedrungen den Krieg in den Mittelpunkt. Denn sei es der gegen den Willen der Bevölkerung bis in den Berliner Wedding vordringende Rüstungswahn des deutschen Kapitals, Außenminister Wadephuls Sehschwäche bezüglich der US-Blockade gegen Kuba, die nicht minder blutrünstige »Staatsräson«, soziale Kürzungen oder die drohende Wehrpflicht: Der Bevölkerung der Bundesrepublik bleibt langsam nicht mehr viel übrig, als sich dem Todeskult der herrschenden Klasse zu widersetzen und die Zukunft, die bekanntlich den Kindern gehört, aus dessen Würgegriff zu befreien.
Die herrschende Kapitalistenklasse sollte eigentlich mit dem Motto werben: »Die Waffen liefern die Reichen – die Armen liefern die Leichen.« Nun aber trägt bereits das im September dieses Jahres im Letatlin-Verlag erscheinende neue Buch von Olivier David zumindest die zweite Hälfte im Titel. Seine leider brandaktuelle Textsammlung über Krieg, Krise und Kultur wird der Autor vorab auf Einladung des Roten Ateliers am Sonnabend, den 25. Juli, um 14.30 Uhr in der Maigalerie vorstellen. Um 17 Uhr gibt es im benachbarten Kino Babylon »Rote Streifen – Kurzfilme gegen Krieg und Aufrüstung« zu sehen, die im Anschluss unter Beteiligung der Filmemachenden in einer Gesprächsrunde diskutiert werden können.
Foto: Joshua Regitz/jW
Vielfaches Interesse bereits bei der ersten Ausstellung im vergangenen Jahr (15.8.2025)Am Sonntag, den 26. Juli, um 12 Uhr hält der Grafiker, Dozent für Typografie und Plakatsammler Richard Frick einen Vortrag über das »Plakat der Befreiung und des Widerstands«. Als Autor des Bandes »Das trikontinentale Solidaritätsplakat« (Commedia-Verlag, Bern) ist er ein ausgewiesener Experte: Auf 448 Seiten dokumentiert er das Plakatschaffen der kubanischen Solidaritätsorganisation für Afrika, Asien und Lateinamerika (OSPAAAL) bis 2003. Abschließend werden ab 17 Uhr mit dem Naturfreunde-Chor Arbeiterlieder gesungen.
Damit ihre Gäste einen Teil der Ausstellung mit nach Hause nehmen und ihren Geist so hoffentlich mit in den Alltag tragen können, wird es neben Soliplakatboxen, deren Erlös zugunsten Kubas gespendet wird, zudem die Möglichkeit geben, eigene Plakate zu drucken: Sonnabend zwischen 13 und 14 Uhr und am Sonntag bis 16 Uhr.
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Vor zwanzig Jahren wandte sich der gesundheitlich angeschlagene Fidel Castro an das kubanische Volk: »Der Imperialismus wird Kuba niemals niederwerfen!« (aus junge Welt vom 2.8.2006) Seit der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika die seit sechs Jahrzehnten bestehende Blockade verschärft hat, gestaltet sich der Kampf der Kubanerinnen und Kubaner als immer schwieriger. Vorenthaltener Kraftstoff und entstehende Energieengpässe zwingen buchstäblich zum Überlebenskampf und schränken ein in den Bereichen Gesundheit, Mobilität, Nahrung – kurz: dem Alltag. Eine Sondersitzung der UNO in dieser Woche klagte genau das an. Das Vorgehen sei ein »multidimensionaler, unkonventioneller Krieg«, sagte Außenminister Bruno Rodríguez, die Blockade gleiche einer Kriegshandlung. Der Appell von 136 Ländern war daher folgerichtig: Der Wirtschaftskrieg muss enden! Es reicht!
Diese Forderung stellen unzählige Kuba-Solidaritätsgruppen weltweit auf, und die junge Welt dokumentiert diese Appelle, soweit möglich. Hintergrund ist, dass die Kampfbedingungen in der Karibik auch Einfluss auf die Bedingungen hierzulande haben. Auch deshalb sind der Verlag und seine Angestellten solidarisch mit den Menschen auf Kuba, die den Sozialismus dort verteidigen wollen. Darum begleiten wir Kampagnen wie »Unblock Cuba« oder »No War on Cuba«. Wer in dieser Sache auf dem laufenden bleiben möchte, findet in der Tageszeitung junge Welt die beste tägliche Berichterstattung im deutschsprachigen Raum. Viel näher dran sind natürlich die Genossinnen und Genossen vor Ort von der kubanischen Zeitung Granma. Die Tageszeitung der Kommunistischen Partei erscheint seit 1994 monatlich auch auf deutsch. Die Zusammenfassung wird von der Redaktion in Havanna erstellt und übersetzt.
Aktuell haben Sie die Gelegenheit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Für drei Monate erhalten Sie die junge Welt – natürlich nicht nur mit der Berichterstattung zu Kuba – zum Preis von 30 Euro online oder gedruckt für 80 Euro (hier 80 Ausgaben, was etwas mehr als drei Monaten entspricht). Damit sparen Sie über 50 Prozent zum Normalpreis, für das Onlineangebot sogar noch deutlich mehr. Dazu schicken wir Ihnen als Prämie die deutsche Ausgabe der Granma Internacional für drei Monate nach Hause. Die Belieferung der jW und der Granma endet bei dieser Aktion nach Ablauf der Bezugszeit garantiert automatisch.
Foto: jW-Grafik
Wer die junge Welt abonniert, handelt solidarisch: Man unterstützt eine unabhängige Redaktion und erhält Berichterstattung, die in vielen anderen Medien fehlt. Journalismus außerhalb ausgetretener Pfade ist aufwendig. Dieser gibt wiederum jenen Kraft, über deren mutige Aktionen berichtet wird. So entsteht eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt.
Ein Abonnement ist das eine – eine weitere Möglichkeit, die junge Welt zu unterstützen, ist es, sie zu verschenken. Vielleicht einer Schülerin oder einem Schüler, damit die Sommerferien nicht langweilig werden. Oder aber einer Gewerkschafterin oder einem Gewerkschafter, denn die Angriffe der Bosse auf Industriearbeitsplätze gehen diese besonders an. Da die Regierungspläne sich aber auch gegen Rentner, Mieter, gesetzlich Krankenversicherte, die Gesundheitsversorgung, Bildung und Kultur richten, findet quasi jede und jeder ein Thema, das sie oder ihn betrifft. Die Zielgruppe ist groß, viele Menschen können von den Einschätzungen der jW profitieren. Und der geschärfte Blick befähigt zur Einsicht, wo Ansatzpunkte für Veränderungen sind. Zum Beispiel hier – im Kampf gegen die jahrzehntelange völkerrechtswidrige Blockade, die das sozialistische Kuba erdrosseln soll.
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Kuba steht unter Druck und wir können uns an der Seite des sozialistischen Landes versammeln und uns solidarisch zeigen. Am Mittwoch, dem 15. Juli, findet auf der Terrasse der jW-Maigalerie in Berlin um 19 Uhr eine Versammlung von »Unblock Cuba« statt. Dort sollen kurz die aktuelle Lage in Kuba und die besondere Verantwortung der Freunde der Kubanischen Revolution erörtert und die Protestwache im September vorgestellt und beschlossen werden. An diesem Tag erscheint auch die Beilage »Unser Amerika«, die über die Reformen auf Kuba und aus anderen lateinamerikanischen Regionen berichtet. Sie wird kostenlos mit der Tagesausgabe von junge Welt ausgeliefert. Gehen Sie also am Mittwoch zum Kiosk!
Ein Auftakt ist nichts ohne Nachfolgeveranstaltungen. Am Sonnabend, 18. Juli, geht es gleich weiter mit der Fiesta de Solidaridad von Cuba sí in der Parkaue in Berlin-Lichtenberg. Die junge Welt wird mit einem Genossenschaftsstand vor Ort sein und jede Menge Infomaterial zur geplanten Protestwache bereithalten. Dort finden Sie das Wichtigste, wie Sie sich beteiligen können, Spendenmöglichkeiten und Formulare, um sich für Schichten zu melden.
Die Protestmahnwache im September in Berlin beginnt am Sonnabend, dem 12. September, bis Sonnabend, den 19. September 2026. Wir stehen rund um die Uhr vor der US-amerikanischen Botschaft am Brandenburger Tor. Den entsprechenden Aktionsaufruf finden Sie auf der Website von »Unblock Cuba« und auf Seite zwei dieser jW-Ausgabe. Die Protestwache wird am 12. September mit einem Fahrradkorso und einer Auftaktkundgebung eröffnet und am 19. September mit einer symbolischen Botschaftsumzingelung und einer Abschlusskundgebung beendet (Uhrzeiten werden festgelegt, wenn das Programm steht). Vom 13. bis 18. September finden täglich um 18 Uhr Veranstaltungen (Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen, Diskussionen usw.) statt. Während der Aktion halten wir Kontakt mit Havanna. Wir erhalten täglich einen kurzen Bericht in deutscher Sprache zur Lage vor Ort. Darüber hinaus sollen Grußbotschaften aus aller Welt übermittelt werden.
Foto: Unblock-cuba.org
Das Bündnis hofft, dass dieses Vorbild Schule macht und in anderen Städten in diesem Zeitraum ebenfalls Solidaritätsaktionen stattfinden. Dann werden direkte Kontakte hergestellt. Liveschaltungen zum Pressefest der Humanité bei Paris und zur Manifiesta der PTB/PVDA in Oostende (12./13.09.) sind geplant.
Die UZ-Friedenstage und möglichst viele andere Veranstaltungen sollen zur Mobilisierung genutzt werden, um auf die Aktion aufmerksam zu machen und für die Absicherung von Schichten zu sorgen.
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Das Elend der deutschen Gewerkschaften in zwei Sätze gefasst: »Wer versucht, uns gegeneinander auszuspielen, unterschätzt unsere unerschütterliche Kraft der Solidarität«, sagte DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi am 1. Mai 2026. Nur um am vergangenen Donnerstag folgendes zu Protokoll zu geben: »Der DGB [wird] den anstehenden Reformprozess [den Angriff auf die Beschäftigtenrechte durch den Koalitionsausschuss vom 1. Juli, jW] konstruktiv und engagiert weiter begleiten.« Staatstragender kann man die Waffen nicht strecken. Doch es geht auch anders: In der aktuellen Gesellschaftsformation stehen alle Werktätigen zueinander in Konkurrenz, und doch – und gerade deswegen – ist die Solidarität ihre schärfste Waffe im Klassenkampf. Sie ist die Basis für die kollektive Organisierung zur Durchsetzung der klasseneigenen Interessen. Das Programm hierfür ist im Solidaritätslied von Bertolt Brecht klar formuliert: Die Solidarität steht auf einer Stufe mit der materiellen Absicherung, und ein Mangel an ihr fällt auf das Individuum zurück. Dabei hat sich gezeigt, dass Akte der Solidarität meist etwas kosten, einem etwas abverlangen: beim Streikposten zur Unzeit eine Verpflegungsspende vorbeibringen oder auf einem Boot beim Durchbrechen einer Blockade.
Alle Formen der Solidarität sind lebenswichtig für soziale Bewegungen. Mal ist sie Tugend, mal Pflicht, und sei das Unterfangen auch scheinbar hoffnungslos. Das gilt besonders dann, wenn es um Menschenleben geht.
Eine der selbstgesteckten Aufgaben der Tageszeitung junge Welt ist es, diese Beispiele der Solidarität aufzuspüren und darüber zu berichten. Die Solidarität mit Kuba und Palästina stand in den letzten Monaten dabei ganz oben. Der Kampf für einen dauerhaften Frieden in der Welt beschäftigt eine Vielzahl von Akteuren, denen die Redaktion den verdienten Platz einräumen möchte. Die größte Schwierigkeit besteht zumeist darin, die vielen guten Beispiele von überall auf der Welt aufzufinden und sie in Berichten zusammenzuführen.
Das macht jede Menge Arbeit, und die wird bei uns immer noch von Menschen gemacht. Wer die junge Welt produziert und vertreibt, muss in dieser Gesellschaft, die als ungeheure Warenansammlung erscheint, Miete und Lebensmittel zahlen. Am Ende des Tages wird also Geld benötigt und das wird bei der jW hauptsächlich über Abos eingesammelt.
Foto: jW-Grafik
Nachrichtenblockade durchbrechen: Mit junge Welt immer gut informiertUnser Sommerangebot ist als Einstieg gedacht. Wer vage etwas mit »junge Welt« anfangen kann, weil sie hin und wieder zitiert wird, wer die Zeitung schon mal auf einer Demo in die Hand gedrückt bekommen oder sie in der Kioskauslage gesehen hat, kann mit einem Rabatt von mehr als 50 Prozent die Zeitung für eine begrenzte Zeit kennenlernen. Online erhalten Sie drei Monate lang Zugriff für 30 Euro (womit Sie gegenüber dem Normalpreis 66 Prozent sparen), gedruckt kommen Ihnen mit 80 Ausgaben für 80 Euro in etwa für den gleichen Zeitraum Zeitungen ins Haus. Wir garantieren Ihnen, dass damit die Belieferung endet, es sei denn, Sie entscheiden sich aktiv, die junge Welt weiterhin zu abonnieren.
Sie müssen sich auch nicht sofort entscheiden, wenn bei Ihnen die Fahrt in den wohlverdienten Urlaub Vorrang hat: Noch bis zum 4. September haben Sie Zeit, das Aktionsabo zu bestellen. Wenn für Sie ohnehin eher ein Digitalabo in Frage kommt, dann können Sie bereits im Urlaub mit der Lektüre von junge Welt beginnen. Neben der täglichen Ausgabe, die Sie auf der Website und in der App komplett lesen können, haben Sie mit dem Onlineabo Zugang auf das Archiv seit 1997. Egal wann und wo Sie die junge Welt lesen – mit ihr sind Sie bestens über Bestrebungen hin zu einer solidarischen, antiimperialistischen Welt informiert.
Der Sommer der Solidarität ist jedoch nicht nur ein Etikett, das an der nächsten Werbeaktion hängt: Wir wollen in den nächsten Wochen daran erinnern, wer von Krieg, Hunger, Krankheiten, Blockaden, Umweltzerstörung und sozialer Benachteiligung bedroht ist. Wir werden uns beispielhaft einige Aspekte herausgreifen und darstellen. Außerdem erläutern wir Ihnen in den nächsten Wochen, wie Sie ein Aktionsabo der Tageszeitung junge Welt verschenken und sich für eine Abospende bewerben können. Denn auch das ist Solidarität: die Zeitung, die diese Widersprüche darstellt, zu unterstützen.
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Der US-Imperialismus will die Kubanische Revolution erdrosseln. Das ganze kubanische Volk wird dafür als Geisel genommen und selbst das Leben von Kindern nicht geschont. Machen wir Solidarität praktisch! Das »Unblock Cuba«-Organisationskollektiv lädt für den Mittwoch, 15.7., um 19 Uhr zu einer Veranstaltung in die Maigalerie der Tageszeitung junge Welt ein. Neben Berichten zur aktuellen Lage wird es Informationen zu einer Protestwache vor der US-Botschaft in Berlin vom 12. bis 19. September 2026 geben. Für die Protestwache suchen wir Organisationen und Einzelpersonen zur Unterstützung. Kommt zahlreich! Werdet aktiv, beteiligt euch!
Foto: Dietmar Koschmieder
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Erfolgreich werben muss man können. Zugegeben, es liegt auch am Angebot. Hätte die junge Welt eine Bestellerquote, die so mickrig wie die Anzahl Freiwilliger für die Bundeswehr ist, wäre das Projekt nach Wochen schon betriebswirtschaftlich am Ende. Da wir aber Imperialismusanalyse und nicht die sichere Versehrung oder gar den Tod in der imperialistischen Knochenmaschine anbieten, haben wir es objektiv leichter. Subjektiv muss dennoch um jedes Abo und jeden Verkauf gerungen werden – und das mit Ausdauer und Leidenschaft.
Mit der Ausgabe am kommenden Wochenende beginnen wir die Werbung für unsere Sommeraktion. Damit soll Gelegenheitslesern ein Angebot gemacht werden, die Zeitung näher kennenzulernen. Wer sie schon kennt und ihren konkreten Nutzen erfahren durfte, der sei angehalten, die junge Welt auch zu abonnieren. Die Notwendigkeit eines unbefristeten Abos und die Empfehlung dafür bestehen natürlich weiterhin.
Foto: jW Montage: Chromorange/IMAGO
Sommer, Sonne, Sozialismus – letzterer kommt leider nicht von selbstIn der nächsten Woche wird der neue »Verfassungsschutzbericht« veröffentlicht, und die Kolleginnen und Kollegen im Haus schließen schon Wetten ab, auf welcher Seite die jW wieder einmal erwähnt wird und wie viele Falschbehauptungen aufgestellt werden. Aus diesem Grund führen wir seit Jahren einen Prozess gegen die Bundesrepublik und warten auf die Zulassung zur Berufung des Urteils aus der ersten Instanz. Spenden für diesen Zweck helfen, ja, aber eine regelmäßige Unterstützung über ein Abo hilft viel mehr (und kontinuierlicher). Damit können die tägliche Arbeit, die Recherche von Artikeln und die Erstellung und Verbreitung der Zeitung finanziert werden. Laufende Kosten werden über diese Einnahmen gedeckt. Das Abo ist und bleibt die beste Unterstützung.
Die allerbeste Unterstützung ist zusätzlich eine Empfehlung durch Abonnentinnen und Abonnenten. Eine Empfehlung durch unsere Leserinnen und Leser ist authentisch und dadurch glaubwürdiger als jeder Werbeflyer. Auch wenn sich unsere Werbung in den nächsten Monaten auf andere Produkte konzentrieren wird, ist unsere große Bitte an unsere Gemeinschaft: Trommeln Sie für die junge Welt! Verbreiten Sie unsere Artikel, und weisen Sie auf die Einsteigerangebote hin. Wer aber wissend nickt beim Namen junge Welt, ist reif für ein richtiges Abo. Jetzt ist die beste Zeit dafür!
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Die gedruckte Zeitung gilt seit Jahrzehnten als Auslaufmodell. Die Begründungen wechseln dabei: digitale Trends, die Bäume (obschon oft zu hundert Prozent recyceltes Papier zum Einsatz kommt), veränderte Lesegewohnheiten, abnehmende Aufmerksamkeitsspanne. Prognosen über ihren Tod begleiten die Presse seit den 1990ern, doch eingetreten ist er nicht. Medien ersetzen einander selten vollständig. Digitale Angebote erfüllen andere Funktionen: Social Media und Podcasts begleiten den Alltag im Fragment, im Scrollen und im permanenten Update. Diese Kommunikation steht unter Bedingungen ökonomisch organisierter Aufmerksamkeit.
Die Zeitung funktioniert anders. Ihre Layoutstruktur macht sichtbar, was eine Redaktion für relevant hält. Sie ermöglicht Lesen als Auswahl statt algorithmischer Vorauswahl: anlesen, überspringen, verweilen.
Digitale Kommunikation erzeugt dagegen Überforderung. Die permanente Flut fragmentiert Inhalte, der endlose Scroll dient vor allem der Steigerung von Verweildauer – Grundlage der Werbeökonomie. Die gedruckte Zeitung ist ein abgeschlossenes Produkt. Sie kann geteilt und kollektiv gelesen werden – unabhängig von Plattformen und Geräten. Ihre materielle Form schafft Öffentlichkeit jenseits individualisierter Nutzung.
Foto: Anna Joerke/jW
Besuch bei der Union-Druckerei in Berlin beim Druck der jungen Welt am 30. Oktober 2024Auch die Produktion folgt einer anderen Logik. Redaktions- und Druckschluss setzen Grenzen und bremsen permanente Aktualisierung. Aufmerksamkeit wird im digitalen Kapitalismus zur Ware – Print entzieht sich dieser Logik dementsprechend teilweise. Eine Redaktion ordnet gesellschaftliche Zusammenhänge, statt Inhalte nach Klicks zu sortieren. Print bleibt damit ein Medium strukturierter Öffentlichkeit. Zeitungen haben einen sozialen Wert. Sie ermöglichen Orientierung und Debatte.
Selbst wenn der Anteil gedruckter Zeitungen am Medienmarkt schrumpft – verschwinden wird die Nachricht auf Papier nicht. Unabhängige Zeitungen wie die junge Welt stehen für Gegenöffentlichkeit jenseits von Werbemarkt und Konzernstrukturen. Sie existieren nur, wenn Leser sie materiell tragen. Die Zukunft der Zeitung entscheidet sich daran, ob Öffentlichkeit jenseits von Datenökonomie und Medienkonzernen bestehen kann. Danke für Ihr Abonnement.
→ Das war der letzte Teil der Reihe »Das tägliche Ritual Zeitung«.
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In diesen Tagen bereitet der Vorstand der LPG junge Welt eG die kommende Generalversammlung vor. Am Sonnabend, dem 27. Juni, wollen wir uns mit unseren Genossinnen und Genossen zusammensetzen und unter anderem darüber berichten, was wir seit der Versammlung im Juni 2025 erreicht haben.
Wo stehen wir also heute? Da ist zum einen das Umfeld, in dem wir uns bewegen. Eine Zeitung mit marxistischem Anspruch in einer kapitalistischen Welt darf es – da wir diese Gesellschaftsordnung nahezu täglich als eine zu überwindende beschreiben – nicht geben, meinen manche. Der Staat setzt vieles daran, dieser Zeitung über kurz oder lang den Garaus zu machen. Die wiederholte Erwähnung im Verfassungsschutzbericht ist da nur ein Mittel zum Zweck. Und kein Konzern, keine sogenannte Volkspartei klopft bei uns mit großen Werbeaufträgen an.
Worauf können wir uns also stützen? Aktuell sind wir 3.073 Genossinnen und Genossen. Und ihr, liebe Mitglieder der Genossenschaft, habt der jungen Welt schon über so manche Klippe geholfen: Kredite gegeben, Technikinvestitionen ermöglicht, Zeitung und Verlag bei der Ausrichtung der jährlichen Rosa-Luxemburg-Konferenz oder auch der Fiesta de Solidaridad unterstützt, finanziell und mit Tatkraft live vor Ort. Dafür herzlichen Dank!
Foto: jW
Selber tun heißt in diesem Fall, aktiv zu werden für neue AbosDie Genossenschaft bleibt eine wichtige Stütze. Um zu überleben braucht eine Zeitung neben dieser Hilfe dennoch vor allem eines: Abonnements. Es gelingt uns momentan, den Abobestand stabil zu halten, was uns allerdings nicht von der Aufgabe entbindet, weitere Abonnenten zu finden. Wir gehen davon aus, dass alle, die die junge Welt mit ihren Anteilen unterstützen, die Zeitung auch abonniert haben – gedruckt, digital oder beides. Wenn nicht, ist vielleicht jetzt genau der richtige Zeitpunkt, das nachzuholen. Aber nicht nur das eigene Abo ist wichtig, wenn wir den Kreis unserer Leserinnen und Leser erweitern wollen.
In den nächsten Tagen sollten die Mitglieder der LPG junge Welt eG per E- Mail Post von uns erhalten. Mit diesem Mailing wollen wir alle Genossinnen und Genossen dazu aufrufen, für ihre Zeitung ganz konkret aktiv zu werden und Abonnements einzuwerben. Zum Einstieg bieten wir viele verschiedene Möglichkeiten an: das kostenlose Probeabo, das befristete Aktionsabo oder auch das Onlineabo über zehn Wochen. Klar freuen wir uns über Vollabos am meisten. Auch die junge Welt für einen bestimmten Zeitraum zu verschenken ist eine schöne Idee. Alle Bestellmöglichkeiten finden sich unter jungewelt. de/ abo. Jeder Beitrag zählt.
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Berichterstattung entsteht nie im luftleeren Raum. Sie hängt immer davon ab, wer die Medien sein eigen nennt, wer sie finanziert und unter welchen Bedingungen Journalistinnen und Journalisten arbeiten. Das beeinflusst, welche Themen sichtbar werden, wer eine Stimme bekommt – und wer eher nicht. Daher ist die Frage, wem die Medien gehören, keine theoretische, sondern tief in der Sphäre der Macht verwurzelt.
Schaut man auf die Eigentumsverhältnisse, zeigt sich ein klares Bild: Die großen Medienhäuser gehören alle Konzernen, vermögenden Familien oder Finanzinvestoren (ausgenommen der öffentlich-rechtliche Rundfunk). Dazu kommen enge Verbindungen zwischen Medien, Politik und Wirtschaft – etwa über Aufsichtsräte, Lobbykontakte, Agenturen oder gemeinsame Interessen.
Die Entscheider aus Redaktionen und Verlagen stammen aus ähnlichen sozialen Milieus. Das prägt den Blick auf die Welt. Themen aus der Arbeitswelt, von Mieterinitiativen oder sozialen Bewegungen finden weniger Aufmerksamkeit. Es geht dabei nicht um das Versagen einzelner Journalisten, sondern um strukturelle Bedingungen. Medien spiegeln gesellschaftliche Machtverhältnisse nicht nur wider – sie helfen, sie zu stabilisieren.
Es beginnt beim Denken: Streiks werden als »Störung« empfunden und Unternehmensinteressen als »wirtschaftliche Vernunft«. Hinzu kommt die Illusion der Neutralität. Jede Redaktion trifft Auswahlentscheidungen: Was ist eine Schlagzeile wert, was nicht? Welche Forderungen gelten als »angemessen«, welche als »überzogen«? Interessen werden ausgeblendet – was dadurch zur Absicherung des Status quo beiträgt.
Es geht weiter bei der Sprache: Diese ist nie neutral. Begriffe wie »Reformen« oder »Investitionsklima« rahmen politische Entscheidungen im Sinne wirtschaftlicher Interessen. Gleichzeitig verschwinden Themen wie soziale Ungleichheit, Arbeitskämpfe oder globale Ausbeutungsverhältnisse aus dem Fokus.
Im digitalen Raum verschärft sich diese Entwicklung. Plattformen wie Google, Meta oder Tik Tok entscheiden über Sichtbarkeit. Algorithmen ersetzen Redaktionen als Gatekeeper (Torwächter) – mit eigenen ökonomischen Logiken. Journalismus gerät so zunehmend unter Druck von Klickzahlen, Werbung und Datenverwertung.
Foto: IMAGO/WEREK
Die Frage lautet deshalb: Wie behauptet sich eine Öffentlichkeit, die nicht von Konzerninteressen bestimmt wird? Eine Öffentlichkeit, in der nicht nur die Stimmen der Mächtigen gehört werden, sondern auch die der Beschäftigten, Mieter, Gewerkschafter oder Friedensaktivisten? Sie entsteht nicht von allein. Gegenöffentlichkeit muss aufgebaut, finanziert und verteidigt werden. Sie braucht Redaktionen, Druckereien, Vertriebswege und vor allem Menschen, die bereit sind, sie zu lesen und zu unterstützen.
Die junge Welt ist ein Beispiel dafür. Sie gehört keinem Medienkonzern und keinem Investor. Getragen wird sie von ihrer Genossenschaft und von ihren Leserinnen und Lesern. Das schafft die Freiheit, Themen aufzugreifen, die anderswo oft zu kurz kommen: Arbeitskämpfe, soziale Konflikte, Friedenspolitik oder die Perspektiven derjenigen, die selten die Schlagzeilen bestimmen.
In Zeiten scheinbar kostenloser Nachrichten gerät leicht in Vergessenheit, dass unabhängiger Journalismus seinen Preis hat. Werbefinanzierte Medien bezahlen ihn oft mit Aufmerksamkeit, Reichweite und Rücksichtnahme auf wirtschaftliche Interessen. Leserfinanzierte Medien bezahlen ihn in erster Linie durch Vertrauen.
Die junge Welt ist ein Beispiel dafür. Als Genossenschaft organisiert, kann kein Großinvestor hier den Stecker ziehen. Sie steht bewusst auf der Seite derjenigen, deren Stimmen sonst marginalisiert werden – in Arbeitskämpfen, in der Friedensbewegung, in sozialen Auseinandersetzungen.
Die Frage, wem die Medien gehören, entscheidet mit darüber, welche Themen auf die Tagesordnung kommen und welche Interessen als selbstverständlich gelten. Ein Abonnement der jungen Welt ist deshalb mehr als ein Kauf. Es ist ein Beitrag zu einer Öffentlichkeit, die Machtverhältnisse sichtbar macht – und nicht verschleiert. Abonnieren Sie also jetzt. Danke.
→ Das war der vorletzte Teil der Reihe »Das tägliche Ritual Zeitung«. In einer Woche: »Hat Print Zukunft? Warum die Zeitung nicht verschwindet«.
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