Aus: Ausgabe vom 23.03.2016, Seite 8 / Abgeschrieben

Dokumentiert: Reaktionen auf die Anschläge in Brüssel

Wir dokumentieren im folgenden einige Reaktionen von Parteien und Organisationen aus der Bundesrepublik auf die Attentate in Brüssel vom Dienstag .

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland:

Wir sind tief erschüttert über diese feigen Anschläge auf unschuldige Bürger. Wir stehen solidarisch an der Seite Belgiens. Wir trauern um die vielen Opfer und sind in Gedanken und Gebeten bei den Familienangehörigen. Wie bereits bei den Terrorattentaten in Istanbul und Ankara wollen die Verbrecher und Massenmörder Angst und Schrecken verbreiten und die Gesellschaft spalten. Lassen wir es gemeinsam dazu nicht kommen und allen Terroristen, egal welcher Couleur, entgegnen: Euch wird der Zorn Gottes und der gesamten Menschheit treffen. Diese Schandtaten werden niemals Erfolg haben.

Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag:

Wir sind erschüttert über die Terrorangriffe in Brüssel. Unser Mitgefühl gilt den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden.

Mit Brüssel treffen die Terroristen nicht nur die belgische Hauptstadt, sondern auch die Stadt der europäischen Institutionen und der NATO. Leidtragende der Terrorangriffe sind die Menschen.

Spätestens seit den Anschlägen von Paris steht Brüssel als Rückzugsort für Terroristen im Fokus. Dass trotzdem nun gerade dort zugeschlagen werden konnte, zeigt, welche terroristischen Strukturen mittlerweile in Europa existieren. Terror lässt sich nur bekämpfen, wenn auch die Ursachen dafür analysiert und angegangen werden. Die Demokratie steht vor der großen Herausforderung, auf die Bedrohung entschieden zu reagieren, nicht jedoch die freiheitliche Gesellschaft aufzugeben.

Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB):

Wir gedenken der Opfer der Anschläge in Brüssel und trauern mit den Angehörigen. Ihnen und all jenen, die gerade um ihre Verwandten und Freunde bangen und Stunden der Angst durchmachen müssen, gehört unsere Solidarität. Die Attentäter hinter diesen furchtbaren Anschlägen gehören identifiziert und bestraft. Aber wer auch immer sie sind, wo auch immer sie aktiv werden – sie werden ihr Ziel nicht erreichen, nicht jetzt und mit keiner weiteren Bombe, ob in Brüssel, Istanbul, Ankara, Sousse, Tunis, Paris oder sonstwo: Uns in den Hass zu treiben gegeneinander, gegen bestimmte Religionen, gegen Toleranz. Die Gewerkschaften stehen für freie, offene, solidarische und demokratische Gesellschaften, auch und besonders in dieser Zeit.

Der Bundesvorstand der Piratenpartei:

Die Bombenexplosionen am Flughafen Zaventem und in der Metro in Brüssel zeigen, dass dem Terror mit den staatlichen Überwachungsmitteln nicht beizukommen ist.

Unsere Anteilnahme gilt den Opfern der Anschläge, deren Familien und Angehörigen. »Wir trauern mit Euch« kondoliert Kristos Thingilouthis, politischer Geschäftsführer der Piraten, und rät, noch näher zusammenzustehen.

»Erneut hat der Terror versucht, Europa in seinem Herzen zu treffen«, stellt Thingilouthis fest. »Jeder Versuch von Terroristen, Unfrieden und Spaltung in unserer Gesellschaft zu erzeugen, muss am Zusammenhalt der Bevölkerung scheitern. Überwachung und Verdacht gegen alle sind keine Lösung. Wenn wir uns in unserer Freiheit einschränken lassen, haben die Terroristen ihr Ziel erreicht«, warnt Thingilouthis abschließend.

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