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Griechische Küstenwache kapert wieder die Dignité

07.07.2011, 00:08 Uhr

Griechische Küstenwache kapert wieder die Dignité

Griechische Küstenwache stoppt die Dignité
Griechische Küstenwache stoppt die Dignité
Wie die französische Tageszeitung Libération meldet, ist die »Dignité« am Mittwoch abend wieder der griechischen Küstenwache in die Hände gefallen. Dem Bericht zufolge hatte das Schiff, das sich als bislang einziges dem Zugriff der griechischen Behörden entziehen konnte, in den Abendstunden in Ormos Kouremenos angelegt, einem kleinen Hafen im äußersten Osten von Kreta. Dies war notwendig, weil das Boot auftanken mußte, bevor es die letzte Etappe nach Gaza antreten konnte.

Das Schiff hatte gerade 1000 Liter Diesel an Bord genommen und erwartete die Lieferung der zweiten Hälfte des Treibstoffs, als plötzlich ein bewaffnetes Boot der Küstenwache auftauchte. Der Besatzung war sofort klar, daß dies kein Zufall war, denn in dem kleinen Hafen legen sonst nur winzige Fischerboote aus Holz an.

Nahezu zeitgleich kam auch ein nicht als Behördenfahrzeug gekennzeichnetes Auto an. Rund ein Dutzend Beamte umstellten das Schiff und begannen eine zwei Stunden dauernde Kontrolle, verlangten die Ausweise von Besatzung und Passagieren und notierten sorfältig alle Namen. Trotz aller Mühe fanden die Beamten offenbar kaum Belastendes gegen die »Dignité«: Der Kapitän habe kein Logbuch geführt und das Schiff habe die Anlegegebühr von 30 Euro nicht bezahlt. Letzteres war auch unmöglich, da es in dem kleinen Hafen gar kein Büro gab, wo dies hätte vorgenommen werden können.

Während sich die Passagiere gegen 22 Uhr darauf einrichteten, ihr Abendessen zu verzehren, teilten die Behörden der Besatzung mit, daß die »Dignité« wahrscheinlich am kommenden Morgen wieder auslaufen könne. In der Zwischenzeit werde man die Papiere behalten, um Fotokopien anzufertigen. Den griechischen Beamten war ihr Vorgehen sichtlich unangenehm, einer von ihnen entschuldigte sich wiederholt. Omeyya Seddik, einer der Passagiere, beruhigte ihn: »Du machst nur deinen Job, das ist normal.«

Die »Dignité« ist trotz der neuesten Spannungen entschlossen, nach Gaza aufzubrechen. »Wenn wir morgen fahren können, werden wir nach Gaza fahren«, drückte einer von ihnen ihre Entschlossenheit aus. (jW)