Online Spezial: Free Gaza

Sabotage hält Flottille nicht auf

28.06.2011, 21:27 Uhr

Sabotage hält Flottille nicht auf

André Scheer

Die Teilnehmer der bevorstehenden zweiten Gaza-Freiheitsflottille wollen sich auch durch Sabotageakte und eine bizarre Drohkampagne Israels nicht von der Durchführung ihrer Aktion abhalten lassen. Zwei Schiffe seien bereits auf hoher See und somit vor Sabotage sicher, berichtete jW-Redakteur Peter Wolter, der sich auf der »Tahrir« an dem Schiffskonvoi beteiligt.

Demgegenüber ist am Montag abend das griechisch-schwedische Schiff durch einen Anschlag schwer beschädigt worden. Unbekannte hätten die Schiffsschraube und die Antriebswelle abgeschlagen, berichtete der Sprecher der griechischen Organisatoren der Flottille, Dimitris Plionis, der Nachrichtenagentur AFP. Die Aktivisten wollten aber versuchen, das Schiff zu reparieren und wie geplant noch in dieser Woche in See zu stechen.

Am Donnerstag oder Freitag sollen sich dann rund zehn Schiffe vor der Küste der griechischen Mittelmeerinsel Kreta treffen um die von Israel verhängte Blockade des Gazastreifen zu durchbrechen und Hilfsgüter in das Palästinensergebiet zu bringen.


Rund 350 Aktivisten aus insgesamt 22 Ländern befinden sich an Bord der Schiffe oder erwarten in mehreren Häfen die Abfahrt. Für Israels Außenminister Avigdor Lieberman ist dies ein»Erfolg«, weil die Zahl der Teilnehmer geringer sei, als ursprünglich geplant. An der Flotte beteiligten sich nun nur noch »Hardcore-Terroraktivisten«, behauptete er. Zu diesen gehören beispielsweise rund 50 Teilnehmer aus Spanien, unter ihnen mehrere Parlamentsabgeordnete.


In Madrid erreichten die Abgeordneten der Vereinigten Linken (IU) und der katalanischen und galicischen Regionalparteien ICV, ERC und BNG deshalb vom Außenministerium die Zusage, die Entwicklung der Freiheitsflottille »genau und permanent« zu verfolgen. Ministerin Trinidad Jiménez erklärte jedoch, ihre Regierung sei nicht in der Lage, die Sicherheit der auf der»Gernika« mitreisenden Aktivisten zu garantieren. IU-Chef Gaspar Llamazares zeigte sich von dieser Aussage enttäuscht und forderte die Ministerin auf, bei den höchsten israelischen Stellen vorstellig zu werden, um den Verzicht auf ein gewaltsames Vorgehen gegen die Aktivisten zu erreichen.