Aus: Ausgabe vom 23.03.2016, Seite 5 / Inland

Warnstreiks bei Telekom

3.000 Beschäftigte an Aktionen während der dritten Tarifrunde beteiligt

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Ver.di streikt bei der Deutschen Telekom für einen angemessenen Lohnzuschlag

Die Tarifverhandlungen für die rund 63.000 Tarifangestellten und Auszubildenden der Deutschen Telekom sind am Dienstag von »vollschichtigen« Warnstreiks begleitet worden. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di berichtete, bundesweit hätten sich insgesamt 3.000 Beschäftigte aus Vertrieb und Service an den Aktionen beteiligt. Mit den Arbeitsniederlegungen forderten die Kollegen die Telekom auf, wie angekündigt ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, erklärte ver.di-Streikleiter Frank Sauerland.

Bei den Gesprächen geht es vorrangig um die Mitarbeiter der Telekom Deutschland. Aufgrund der Warnstreiks müssten voraussichtlich Termine von Servicetechnikern verschoben werden, sagte ein Unternehmenssprecher. Die bisherigen Protestaktionen seien aber »überschaubar« ausgefallen. Laut ver.di beteiligten sich bereits in der vergangenen Woche mehr als 12.000 Kollegen an Protesten und Warnstreiks.

Die Verhandlungen gingen am Dienstag in Berlin in die dritte Runde und sollen am heutigen Mittwoch fortgesetzt werden. Die ersten beiden Gesprächsrunden in Berlin und Bonn waren ohne Ergebnis geblieben. Ver.di fordert fünf Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten und eine Komponente zur überproportionalen Anhebung der unteren Einkommen. Darüber hinaus sollen betriebsbedingte Kündigungen weiter ausgeschlossen werden. Weiter will die Gewerkschaft eine Anhebung der Vergütung für Auszubildende und duale Studenten um 60 Euro erreichen. »Bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015 hat sich die Telekom für gute Zahlen feiern lassen. Damit ist auch für die Beschäftigten klar: Es ist genug Geld für eine spürbare Lohnerhöhung vorhanden«, betonte Streikleiter Sauerland.

Das Unternehmen strebt nach Angaben eines Sprechers eine Einigung in der für die kommende Woche angesetzten vierten Verhandlungsrunde an. (AFP/jW)

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