Aus: Ausgabe vom 08.03.2016, Seite 16 / Sport

Was man gerne mitnimmt

Aus den Unterklassen

Von Marek Lantz
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Schöne Hansa, arme Hansa: Kofler und Ziemer fliegen hoch, aber Magdeburgs Stürmer Beck (1. v. r.) macht das 3:1

Wenig Neues förderte die Englische Woche in der fußballerischen Drittklassigkeit zutage. Sieben von neun möglichen Punkten holte Staffelprimus Dynamo Dresden und wahrte seinen flauschig-komfortablen Zehn-Zähler-Vorsprung. Angesichts dessen ließ sich auch das kümmerliche 1:1-Remis von diesem Sonnabend gegen Abstiegskandidat Stuttgarter Kickers verschmerzen. »Es war zu erwarten«, zeigte sich Dynamo-Coach Uwe Neuhaus über den auf dem Papier eigentlich hochgradig blamablen Stolperer keineswegs überrascht. »Bei dieser Ansetzung der Spiele ist es schwierig, die Konzentration hochzuhalten«, gab sich Neuhaus eher verständnisvoll, zumal der Abstand nach hinten, trotz sich seit der Winterpause häufender Patzer, einfach nicht kleiner werden will.

Überhaupt wurde der Spieltag des Wochenendes von grauem 1:1-Einheitsbrei dominiert. Gleich fünf der zehn Partien endeten so. Besonders im Schwäbischen wurde eifrig geeinszueinst. Exligahipster Sonnenhof Großaspach erwerkelte auf diese Weise das Remis gegen Fortuna Köln, und selbst Schlusslicht VfB Stuttgart II kam so mal wieder zu einem Pünktchen. Dabei erzielte Ex-Nationalspieler Cacau beim Remis gegen den Chemnitzer FC sein erstes Tor nach seiner Reaktivierung. Anton Fink glich für den CFC noch spät per Elfmeter aus.

Richtig munter ging es nur in Magdeburg zu, wo der heimische FCM mit 4:1 über Hansa Rostock triumphierte. Auch der Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt verbuchte sieben Punkte in der Englischen Woche und rückte auf den vierten Platz nach vorne. Keine ganz unwichtige Plazierung, denn nur die ersten vier sind am Saisonende automatisch für den im Kosmos eines Drittliga-Finanzvorstands äußerst lukrativen DFB-Pokal qualifiziert. »Alles was jetzt noch folgt, ist Zugabe«, jubelte folglich Magdeburgs Defensivspieler Nico Hammann. Und selbst Coach Jens Härtel wurde ein kleines bisschen mutig: »Wenn es am Ende zu mehr reicht, als wir uns das vorgenommen hatten, nehmen wir es natürlich gerne mit«, meinte er. Für Hansa, zuvor zweimal 1:0-Sieger und damit von den Abstiegsrängen hochgeklettert, endete die kurze Erfolgsserie schon wieder.

Dagegen fuhr Energie Cottbus mit einem 2:1 bei Holstein Kiel enorm wichtige Zähler ein. Richard Sukuta-Pasu und Christopher Schorch, die beide im Juniorenalter regelmäßig das DFB-Trikot in diversen Auswahlmannschaften trugen und als große Hoffnungen galten, nun jedoch in der Lausitz Frondienste verrichten müssen, trafen schon früh für Energie, das dennoch weiterhin auf einem Abstiegsplatz liegt.

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