Aus: Ausgabe vom 26.02.2016, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Mobversteher

Maischberger | Mi., 22.45 Uhr, ARD

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Ende Januar bekam Frauke Petry von der AfD hier ein Podium, nun erhielt ein Vertreter ihres Massenanhangs die höheren medialen Weihen – in einer Sendung, die dem »Hass auf Flüchtlinge« gewidmet ist. Eingeführt als Mitbegründer von Pegida in Sachsen, der später »ausgestiegen« sei, durfte der Dresdener René Jahn um Verständnis für die »Wut der Bürger« auf der Straße werben. Seine Abwendung vom Hassmob zeigt sich etwa darin, dass er montags wieder bei den Abendlandrettern mitspaziert. Allerdings, so Jahn, mit einer gewissen inneren Distanz zur Brachialrhetorik von Lutz Bachmann, Tatjana Festerling und Co., denn der Mann versteht sich als »gewaltfrei«. Sein Credo: »Pegida ist eine der wenigen Möglichkeiten, seinen Protest gegen die desolate Asylpolitik der etablierten Parteien zu äußern«. Man könne, hieß es in der Anmoderation apodiktisch, sich diesen Fragen nur nähern, wenn »man jemanden einlädt«, der aus diesem Milieu kommt. Das gilt, wie auch sonst, natürlich nicht für dessen Gegner. (shu)

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