Interview mit Daniel Hager, Leiter der Online-Abteilung der Tageszeitung jungeWelt
Interview: Christophe Immer
Christian-Ditsch.de
Daniel, für viele ist das Internet bekanntlich immer noch »Neuland«. Wie werden die Angebote der Tageszeitung junge Welt dort angenommen?
Wir sind auf den unterschiedlichsten Plattformen präsent. Die Nutzung unserer Angebote auf Social Media nimmt durchgängig zu, die unserer Website ist positiv stabil.
Woran liegt das?
Inhalte werden zunehmend in den anderen Apps – Facebook, Instagram – konsumiert, der Schritt aus diesen Systemen beispielsweise auf unsere Website wird von den Netzwerken erschwert – die Menschen sollen im »Ökosystem« eines Konzerns gehalten werden, der klassische Webbrowser ist daher der Feind. Überall sonst nimmt die Nutzung der eigentlichen Websites ab, bei uns bleibt sie stabil, wächst leicht an. Schon das ist ein Erfolg.
Lohnen sich Social-Media-Präsenzen?
Klar, wegen der Reichweite und der Bekanntheit. Es ist ein Weg, unsere Inhalte und Positionen zu verbreiten, und etliche Menschen informieren sich ausschließlich über sogenannte soziale Netzwerke. Wir erreichen mit unseren Beiträgen oft Hunderttausende, bisweilen mehrere Millionen Menschen. Die Reichweite der jW nimmt überall zu, mit einer Ausnahme: X (vormals Twitter). Deren Algorithmen benachteiligen Beiträge mit externen Verweisen, zum Beispiel auf die jW-Website. X wird unter Elon Musk zunehmend zu einem rechten Drecksloch.
Unsere Präsenz auf Instagram und Facebook wird beständig mehr genutzt. Facebook eher von der Generation über 30, und bei Instagram bemerken wir, dass gerade junge Leute sich zunehmend mit ihrer, mit unserer Zeitung identifizieren. Interaktionen und die Bereitschaft zu Kooperationen nehmen zu.
Herausfordernd bleibt da sicherlich die Monetarisierung. Wie lässt sich diese Reichweite für die jW nutzen?
Monetarisierung ist tatsächlich die Herausforderung. Die Anforderungen an Inhalte für das Internet wachsen. Verlangt werden beispielsweise Analysen und Hintergrundberichte im Bewegtbild, als Video also. Das kostet Zeit und Ressourcen. Es bleibt daher wichtig, den »Gelegenheitsleser«, der immer wieder auf unterschiedlichen Kanälen jW-Inhalte liest, zum klassischen Abo, gerne auch online, zu bewegen. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden; ein kleiner Dauerauftrag kann eine Art symbolisches Abo oder ein Dankeschön für unsere Inhalte sein.
Die jW bewirbt gerade ein Onlineaktionsabo: zehn Wochen für zehn Euro.
Das Abo ermöglicht nicht nur die Nutzung der kompletten Website der jW (auch als App), sondern ermöglicht und unterstützt auch unsere Arbeit auf den anderen Kanälen. Direkte Benefits sind der Zugang zu Inhalten hinter der Bezahlschranke und der Zugriff auf unser umfangreiches Archiv, und das bietet, gerade wenn man sich vertieft in Themen einlesen möchte, etliches – seit 1997 übrigens.
Zum Kennenlernen der jW also ideal?
Ja, und zur Unterstützung unserer Arbeit, auch auf den anderen Kanälen. Im Rest des Neulands sozusagen.
Kritik und Gegenöffentlichkeit: Friedensbewegung mobilisiert gegen die »Sicherheitskonferenz«
Aktionsbüro
Moritz Schlenk/imago
15. Februar 2025: Anti-»Siko«-Demonstration, München
Am 14. und 15. Februar 2026 wird München erneut zum Treffpunkt der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Staats- und Regierungsvertreter, Militärs und Rüstungsmanager kommen dort im Hotel Bayerischer Hof zusammen. Offiziell gilt das Treffen als Forum für außen- und sicherheitspolitischen Austausch. Doch ist es Propaganda im Sinne des westlichen Imperialismus für Wettrüsten und dient zur Legitimation der Interessen der NATO.
Ein Bündnis gegen die NATO-»Sicherheitskonferenz« plant für Sonnabend, den 14. Februar, eine Demonstration und eine Protestkette durch die Münchner Innenstadt. Los geht es um 13 Uhr am Stachus (Karlsplatz) mit einer Auftaktkundgebung, danach geht es über zentrale Plätze bis zum Marienplatz, wo eine Abschlusskundgebung mit Reden und Kulturprogramm stattfindet.
Die Gegenaktionen gehen über Straßenproteste hinaus. Parallel zur Demonstration findet in München die »24. Internationale Münchner Friedenskonferenz« statt, unter dem Motto »Gegen den Strom der Gewalt!« Dort gibt es Diskussionsrunden, Workshops und Lesungen – ein Raum für kritische Debatten. Die Ausstellung »Plakate gegen den Krieg«, Ergebnis des Plakatwettbewerbs, den das Rote Atelier in Zusammenarbeit mit der jungeWelt anlässlich der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2026 veranstaltete, wird gezeigt.
Die Aktivitäten der Friedensbewegung schaffen eine Gegenöffentlichkeit, in der Stimmen gehört werden, die in den großen Debatten oft untergehen. In diesem Zusammenhang gewinnen unabhängige Zeitungen und kritische Medien an Bedeutung. Gedruckte Analysen, Hintergrundberichte und Debattenbeiträge dienen nicht nur der Information, sondern auch der Vernetzung innerhalb breiterer sozialer Bewegungen. Öffentliche Wahrnehmung und Deutungshoheit sind umkämpft – das Verteilen der Zeitung junge Welt ist eine Möglichkeit, noch mehr Menschen zu erreichen. Die Aktionen rund um die »Sicherheitskonferenz« 2026 zeigen, wie stark die Kluft zwischen etablierter Politik und gesellschaftlichem Widerstand ist. Diese Widersprüche müssen herausgearbeitet werden. Dabei geht es nicht nur um Lautstärke, sondern vor allem um Inhalte, Vernetzung und Öffentlichkeit. Die jungeWelt wird daher vor Ort sein.
Ein Film über die vergangenen 30 Jahre der Tageszeitung jungeWelt
Veranstaltungskollektiv
jW-Archiv
Polizeieinsatz gegen die junge Welt am 17. Juni 2011, Berlin
Die junge Welt wird im kommenden Jahr 80 Jahre alt. Die Zeitung hat verschiedene Systeme erlebt und vor allem überlebt; sie hatte einmal eine Millionenauflage als Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend, nach der Annexion der DDR stand sie vor dem Ruin. Und doch: Da ist sie aber immer noch, als seltenes Beispiel eines in der ganzen BRD erfolgreichen »Ostproduktes«, als einzige überlebende täglich gedruckte linke Zeitung, als Hassobjekt der Rechten und des Verfassungsschutzes. Viele individuelle Geschichten verbergen sich in dieser selbst einmaligen Mediengeschichte. Zu viele für einen Film, natürlich.
»Träume und andere Realitäten«, der Dokumentarfilm über die jungeWelt, ihre Vergangenheit und Entwicklung in den letzten 30 Jahren, wurde von Clara Erhardt erarbeitet und feiert am 14. Februar 2026 im Berliner Kino Babylon Premiere. Erzählt wird die Geschichte seit der Rettung der Zeitung durch ihre Belegschaft 1995. Erhardt, eine junge Kollegin der jW und gelernte Filmemacherin, spricht mit aktiven und ehemaligen Mitarbeitern sowie Weggefährten der Zeitung, sie gibt ihnen Zeit, zu erzählen. Veteranen aus Verlag und Redaktion, mit jW-Geschichte bis weit zurück in die 70er Jahre, der langjährige Geschäftsführer Dietmar Koschmieder, der die jungeWelt aus den Wirren der frühen 90er rettete, aber auch junge Kollegen aus der heutigen Redaktion kommen zu Wort. Innenansichten aus der einzigen verbliebenen linken deutschen Tageszeitung.
Diese Geschichte ist natürlich noch lange nicht vorbei. Daran, dass es weitergeht, hat die Entwicklung der letzten 30 Jahre einen entscheidenden Anteil.
31. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz mit Ticketverkaufs- und Besucherrekord. Aber: Ohne Spenden geht es nicht
Verlag, Redaktion und Genossenschaft
Joshua Regitz/jW
Viel los: Blick in den Konferenzsaal, 10. Januar 2026
Nicht nur mit dem Klassenfeind, sondern auch mit dem Wetter kann man es zu tun bekommen. Am Freitag vor der Rosa-Luxemburg-Konferenz erging eine Warnung vor einem »Eisblizzard«: Der Fernverkehr wurde großflächig eingestellt, Autobahnen waren dicht, etliche Flughäfen mussten den Betrieb einstellen. Für die Konferenz, zu der Menschen aus dem In- wie Ausland anreisen, ist das durchaus ein Problem. Ganz so schlimm wie angekündigt kam es dann nicht, und etliche Konferenzbesucher haben sich durchgekämpft, teilweise mit enormen Umwegen. Insbesondere aus Norddeutschland gab es dennoch teilweise kein Durchkommen nach Berlin. Und trotzdem: Die 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar 2026 erzielte einen neuen Rekord – was die verkauften Tickets, aber auch die über 3.700 angereisten Teilnehmer sowie die Zuschauerinnen und Zuschauer im Livestream angeht. Rund 29.000 Menschen haben uns aus der Ferne über unseren deutsch-, englisch- und spanischsprachigen Streams zugeschaut. Darunter auch diejenigen, denen eine Anreise unmöglich war. Leider ebenfalls auf Rekordhöhe sind unsere Kosten – und Verluste. Dazu später mehr.
Es ist den Menschen ein Bedürfnis – in Zeiten völliger Verunsicherung, in denen der Westen in neuen Umverteilungskriegen seine (einzige) Zukunft sieht und sich die BRD gebärdet, als wäre sie von Feinden umzingelt. Auch der hohe Anteil sehr junger Gäste ist übrigens ein neuer, besonders erfreulicher Rekord. Es ist klar, was die Jugend umtreibt: Kriege und Völkermorde, aber auch die Einführung des Kriegsdienstes. Beides war mehrfach Gegenstand der Debatte. Unsere Manifestation für internationale Solidarität hat sich sowohl der Situation der Menschen in Gaza und Palästina als auch der in Lateinamerika gewidmet. Der völkerrechtswidrige Überfall auf Venezuela und die Verschleppung des Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores fanden direkt vor der Konferenz statt. Auch darauf musste im Rahmen der Manifestation kraftvoll reagiert werden. Die UN-Sondergesandte Francesca Albanese, wegen eines UN-Termins kurzfristig an ihrer Teilnahme vor Ort gehindert, konnte in einer Liveschaltung von den Zuständen im zerstörten Gaza berichten. Das Abschlusspodium zum Thema »Butter statt Kanonen« sorgte für kontroverse Diskussionen um vergangene und kommende Kriege mit deutscher Beteiligung. SPD und Linkspartei, für die jeweils ein Abgeordneter des Bundestages am Podium teilnahm, mussten einige Kritik einstecken.
Andreas Rebers und Band, die palästinensische Künstlerin Lamis Ammar und die junge Garage-Punkband G.P.S. boten sehr unterschiedliche künstlerische Zugänge, die durchaus altersübergreifend wahr- und angenommen wurden. Auch ein spontaner Auftritt junger Rapper mit einem Solidaritätssong zu Venezuela konnte kurzfristig noch ermöglicht werden.
Zwei Hallen in den Berliner Wilhelm-Studios boten den Rahmen für die große Konferenz. Dabei war eine komplette Halle für die Hauptbühne und den Saal reserviert; der »Markt der Möglichkeiten«, Raum für Essen und Trinken sowie ein separater Jugendbereich mit Platz für Workshops konnten sich die zweite Halle teilen – wohlgemerkt diejenige, in der im vergangenen Jahr die gesamte Konferenz Platz finden musste.
Die Rosa-Luxemburg-Konferenz ist die kraftvollste und größte jährliche Veranstaltung der radikalen Linken im gesamten deutschsprachigen Raum – das erkennen Freund und Feind an. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Tageszeitung junge Welt und ihr Verlag 8. Mai, die die Konferenz organisieren (und auch mit einer Menge Arbeitskraft sowie vielen freiwilligen Helfern und Ordnerinnen ermöglichen), stoßen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Die Kosten zur Durchführung der Konferenz steigen von Jahr zu Jahr, die Ticketpreise hingegen können nicht entsprechend erhöht werden, wenn diese nicht zum sozialen Ausschlusskriterium werden sollen. Die Konferenz ist also ein Verlustgeschäft – unsere (noch nicht endgültige) Berechnung geht erneut von über 100.000 Euro Miesen aus. Wir müssen daher auch über das Geld sprechen: Ohne Spenden und freiwillige Unterstützung (über Ticketkäufe hinaus) wird die Konferenz in Zukunft in den erreichten Größenordnungen nicht mehr machbar sein. Da wir aber der Meinung sind, gerade in kriegerischer werdenden Zeiten auf diesen Moment gemeinsamer Kraft, internationaler Solidarität und erlebter Stärke nicht verzichten zu können, benötigen wir Ihre und eure Hilfe. Damit im kommenden Jahr erneut – und noch kräftiger – gezeigt werden kann: Nicht mit uns! Den Herrschenden mit ihren wahnwitzigen Plänen leisten wir Gegenwehr!
Wir danken allen, die an der Konferenz beteiligt waren. Dank euch ist uns eine große kollektive Leistung gelungen. Und wir sehen uns – spätestens im nächsten Jahr, am 9. Januar 2027, zur 32. Rosa-Luxemburg-Konferenz!
Einfach mal die Finger gerade sein lassen und Tageszeitung junge Welt testen
Kampagne
jW-Grafik DAH
Der männliche Jahrgang 2008 wird zur Musterung gerufen. Kommende Kriegseinsätze können für viele von ihnen den Tod bedeuten. Dass die Betroffenen davon wenig halten, zeigte sich bereits beim Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember des vergangenen Jahres und macht sich auch auf der 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar bemerkbar: So war zum Beispiel das Publikum sichtbar jünger als in den vergangenen Jahren, und die Jugendlichen haben ihr Podium zur Diskussion der Kriegsdienstgefahr genutzt. Doch wir merken es auch an anderer Stelle.
Insbesondere die digitale Reichweite der jungen Welt ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Die Followerzahlen auf unseren Social-Media-Kanälen haben sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Das sind nicht ausschließlich, aber doch zum großen Teil junge Nutzerinnen und Nutzer. Viele von ihnen schätzen unsere Beiträge auf den Plattformen, auf denen – wie auf dem gesamten Medien- und Meinungsmarkt – Kriegshetze und Militarismus dominieren. Doch es sind nicht nur die sozialen Medien. Auch auf jungewelt.de lesen immer mehr Menschen unsere Berichte und Analysen.
Ohne ein Abo sind die Zugriffsmöglichkeiten auf junge Welt-Inhalte – wenn auch moderat – beschränkt. 30 Prozent der Artikel bleiben in den ersten 48 Stunden Abonnenten vorbehalten. Danach sind sie für drei Monate frei zugänglich, bis sie in das Archiv sortiert werden. Mit dem Online-Aktionsabo mit dem Slogan »Für die NATO keinen Finger krumm, lies zehn Wochen – minimum!« möchten wir den vielen Nutzern den Einstieg in ein Abonnement erleichtern.
Für zehn Euro lesen Aktionsabonnenten zehn Wochen lang auf jungewelt.de und in der App alle jW-Inhalte. Zehn Euro sind ein Betrag, den fast jeder lockermachen kann. Wer sich die Zeit nimmt und sein Abonnement nutzt, wird es nach Ablauf nicht mehr missen wollen. Das Abo endet automatisch, außer Sie entscheiden sich bewusst anders: Bereits bei der Bestellung können Sie angeben, dass Sie das Digitalabo anschließend zum regulären Preis von 30,90 Euro (bzw. zum ermäßigten Sozialpreis von 19,90 Euro oder zum Solipreis von 42,90 Euro) weiterführen möchten. Das Angebot eignet sich auch hervorragend als Geschenk. Kennen Sie einen jungen jW-Interessenten mit kleinem Geldbeutel? Dann bieten Sie ihm doch an, die Kosten für ein solches Aktionsabo zu übernehmen.
Machen Sie dieses Angebot bekannt! Folgen Sie uns auf einem unserer Social-Media-Kanäle? Wenn nicht, wird es Zeit. Teilen und kommentieren Sie auf Instagram, Facebook und X unsere Posts zum Angebot und helfen Sie uns, so die Reichweite der entsprechenden Beiträge zu erhöhen.
Sticker und Plakate mit dem Stinkefinger, der sich an Rutte, Trump, Merz und andere Einheizer und Kriegstreiber richtet, haben wir im Verlag vorrätig. Möchten Sie welche haben, um die Kampagne zu unterstützen, melden Sie sich bei uns unter aktionsbüro@ jungewelt.de – wir schicken Ihnen gern welche zu.
Mehr als nur eine Zeitung: Die junge Welt abonnieren
Aktion und Kommunikation
jW-Grafik: Esther Hamburger
Die Rosa-Luxemburg-Konferenz findet einmal im Jahr statt, die Tageszeitung jungeWelt erscheint über dreihundertmal im Jahr. Bei der Darstellung des Kampfs der Jugend gegen die Wehrpflicht, der Rolle der Medien bei der Militarisierung oder der Forderung nach Freilassung politischer Gefangener wie Nicolás Maduro oder Mumia Abu-Jamal geht die RLK stets voran. Sie kann jedoch auch unterhalten wie die Band G.P.S. oder emotional berühren wie die szenische Lesung von Lamis Ammar. Die Einordnung und Kommentierung entlang klarer Orientierungen an der Seite der lohnabhängig Beschäftigten, für internationale Solidarität, sozialen Fortschritt, gegen Militarismus, liefern beide. Aber beides kostet auch Geld, viel Geld.
Als einzig verbliebene täglich gedruckt erscheinende linke Tageszeitung in Deutschland bietet die junge Welt tiefgründige Analysen jenseits des medialen Mainstreams, Reportagen aus Weltgegenden, die auf der Landkarte der bürgerlichen Presse nur selten auftauchen, und ermöglicht vor allem durch Nachrichtenauswahl und Analyse andere Perspektiven. Von der Kritik an imperialistischen Kriegen über die Verteidigung der Position der Lohnabhängigen bis hin zur internationalen Solidarität – die junge Welt positioniert sich klar. Doch sie ist nicht nur eine Zeitung, sondern ein kollektives Projekt, getragen von den Genossinnen und Genossen der Linken Presse Genossenschaft (LPG), von einem Mitarbeiterkollektiv, von Unterstützern, Lesern und vor allem von den Abonnenten.
Abos sichern die materielle Basis dieser – unserer und Ihrer – Zeitung. Ein dreistufiges, solidarisches Preismodell ermöglicht mehr Menschen die Lektüre: Neben dem Normalabo gibt es auch das günstige Sozialabo und das Soliabo, bei dem etwas mehr gezahlt wird. Die mit höherem Einkommen helfen denen mit geringerem Budget – auch ohne Formulare und Nachweise. Wer die tägliche gedruckte Zeitung nicht schafft, kann die jW auch im Wochenendabo beziehen. Mit dem Onlineabo kann die Wochentagslücke geschlossen werden: Als Ergänzung zum Printabo ist der Zugang vergünstigt. Die Lektüre der jungen Welt online oder in der App wird ergänzt durch den Zugriff auf das jW-Archiv.
Die junge Welt ist mehr als nur eine Informationsquelle – sie ist Faktor der Aufklärung. Durch ein Abonnement sichern Sie ihr Erscheinen und den Fortbestand dieser wichtigen Stimme.
Wollen Sie den täglichen Bezug erst einmal unverbindlich ausprobieren, bieten wir gegenwärtig ein Aktionsabo an: 30 Tage jungeWelt für nur 25 Euro. Ohne Abofalle und automatische Verlängerung. Das ist ideal, um anderen die Zeitung nahezubringen, etwa als Geschenk. Derartige persönliche Empfehlungen, Mund-zu-Mund-Propaganda also, bilden den wichtigsten Zugang zur Zeitung, sie sind die effektivste Werbemaßnahme. Mit der Empfehlung der jW im Bekanntenkreis unterstützen Sie die Zeitung ebenfalls.
Die junge Welt ist mehr als nur eine Zeitung – sie ist ein Projekt der Solidarität, des Engagements und der politischen Klarheit. Tragen Sie durch ein Abo dazu bei, dass sich dieses notwendige Projekt weiterentwickeln kann.
Die 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz war ein voller Erfolg. Unterstützt ihre Finanzierung!
RLK-Vorbereitungskollektiv
jW-Grafik
Tausende vor Ort, Zehntausende im Livestream. Die 31. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz war ein voller Erfolg. »Die RLK dieses Jahr war der Hammer! Das hat richtig Kraft gegeben und Spaß gemacht.« Eine Rückmeldung, die stellvertretend für viele andere steht. Organisiert von der Tageszeitung junge Welt ist dieser politische Jahresauftakt der Linken ein Ort der Analyse, der Vernetzung, der Solidarität und des Widerstands. Ohne unzählige helfende Hände wäre das nicht zu schaffen. Vielen Dank dafür!
Doch die Konferenz kostet jedes Jahr immer mehr Geld. Livestream, Übersetzungen, Technik, Saalmiete. Da wir nicht wollen, dass die Dicke des Geldbeutels über eine Teilnahme entscheidet, bieten wir jährlich ein solidarisches, dreistufiges Preismodell an. Doch kostendeckend lässt sich eine solche Veranstaltung einzig über Eintrittskarten nicht finanzieren.
Deshalb rufen wir dazu auf: Unterstützt die Rosa-Luxemburg-Konferenz mit eurer Spende! Jede finanzielle Hilfe ermöglicht diesen Raum, in dem antimilitaristische, soziale und internationale Solidarität debattiert und erlebt werden kann. Die Rosa-Luxemburg-Konferenz ist kein kommerzielles Event, sondern ein politisches Projekt, solidarisch getragen von Lesern, Genossen, Teilnehmern, Unterstützern und Helfern. Spendet jetzt für die Rosa-Luxemburg-Konferenz, damit sie auch weiterhin durchgeführt werden kann.
Christian-Ditsch.de
In der kommenden Woche wird an dieser Stelle eine erste Auswertung der Konferenz erscheinen.
Viele Taten, große Wirkung: Die Rosa-Luxemburg-Konferenz stemmen wir gemeinsam
RLK-Vorbereitungskollektiv
jW-Grafik
Zur Finanzierung der Konferenz brauchen wir Ihre Unterstützung!
An diesem Sonnabend findet die 31. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz statt. Veranstaltet von der Tageszeitung junge Welt, ist sie der politische Jahresauftakt der Linken im deutschsprachigen Raum.
Nur dank der Hilfe vieler Freunde der letzten gedruckten linken Tageszeitung, praktisch, materiell, ideell, lässt sich diese Konferenz organisieren. Und nur dank Ihrer, eurer Unterstützung wächst die junge Welt beständig. Ob Sie, ob ihr die heutige Konferenz im Livestream oder vor Ort verfolgt: Wir brauchen diese Hilfe und eure Unterstützung weiterhin. Vom medialen Mainstream totgeschwiegen, wird die jW im Verfassungsschutzbericht als »bedeutendstes und auflagenstärkstes Medium im Linksextremismus« markiert. Das Ziel: der jW den Nährboden entziehen. Das läuft bislang darüber, Werbemöglichkeiten und Kooperationen zu unterbinden. Das hat Methode. Denn, erneut der Verfassungsschutz: »Die jW ist mehr als ein Informationsmedium. Sie wirkt als politischer Faktor und schafft Reichweite durch Aktivitäten wie zum Beispiel die Durchführung der alljährlichen Rosa-Luxemburg-Konferenz.« Reichweite, die in Zeiten von militaristischer Formierung, von verschärftem Klassenkampf von oben durch den politischen Gegner nicht gewollt ist. Durchkreuzen wir diese Pläne!
Möglichkeiten dazu gibt es viele, und jede davon hilft. Abonnements stellen die materielle Grundlage der Tageszeitung junge Welt dar. Um den Bezug auszuprobieren, bieten wir vierzehntägige, kostenlose Probeabonnements an, die automatisch enden. (Abofallen gibt es bei uns nicht.) Nachrichten, die anderswo nur schwer, und Analysen, die in ihrer Klarheit sonst nirgends zu finden sind, gibt es auch als unbefristete Abonnements. Ein solidarisches Preismodell ermöglicht vielen die Lektüre und der jW erst ihre Arbeit.
Sollten Sie bereits Abonnent sein, bitten wir Sie, zu überprüfen, ob eventuell der Umstieg in eine höhere Preiskategorie finanziell zu bewerkstelligen ist. Aktionsabonnements – auch zeitlich befristet – lassen sich gut verschenken und erhöhen damit die Reichweite, erlauben es, neue Leser zu überzeugen und zu gewinnen. Und zuletzt sind Spenden auch eine für die Finanzierung der Tageszeitung junge Welt für die RLK relevante Quelle.
Sollten Sie, solltet ihr also gerade in den Wilhelm Studios auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz durch diese Ausgabe der jungen Welt blättern: Abonnements lassen sich an den Stehtischen mit den gelben Sonnenschirmen abschließen, Probe- und Aktionsabonnements ebenfalls. Sollte ein Umstieg in eine höhere Preiskategorie möglich sein: Dies geht am junge Welt-Stand in Halle B, die den Markt der Möglichkeiten beherbergt. Und jW-Spendendosen finden sich an beiden Orten.
Falls Sie der RLK zu Hause – oder mit Freunden gemeinsam im Stadtteiltreff, Jugendzentrum oder der Eckkneipe – im Livestream folgen und linken Journalismus unterstützen wollen: Auf der Website der jungen Welt finden sich Abonnementsmöglichkeiten unter jungewelt.de/abo, Spendenmöglichkeiten unter jungewelt.de/donation und die Kontaktdaten des Aktionsbüros (aktionsbuero@jungewelt.de, Telefon: 030/53 63 55-10), das sich freut, von euch zu hören. Für eine längerfristige Unterstützung der jW. Bei Verteilaktionen, bei Veranstaltungen. Vielleicht auch bei der nächsten Rosa-Luxemburg-Konferenz!
Einladung zum Eintritt in die jW-Genossenschaft und Mitherausgeber werden
Vorstand der LPG junge Welt eG
Grafik: Thomas J. Richter
Der Verlag 8. Mai, in dem die Tageszeitung jungeWelt erscheint, gehört keiner Partei, keiner Kirche, keinem Konzern, sondern der Genossenschaft ihrer Leserinnen und Leser. Die LPG junge Welt eG feierte im Oktober letzten Jahres ihr 30. Jubiläum.
Ohne die Genossenschaft im Rücken gäbe es die jungeWelt heute nicht mehr. In den ersten Jahren hatte sie vor allem die Funktion, den Verlag ökonomisch abzusichern. Das Geld, das in die Genossenschaft ging, floss größtenteils umgehend in den Verlag, um das Überleben der Zeitung zu sichern. Heute können die Gelder der Genossenschaft für größere Investitionen genutzt werden. Müssen Verlag oder die AVZ, die ebenfalls der Genossenschaft gehört und den Aboservice der jW betreut, in neue Technik investieren, fungiert die Genossenschaft als Hausbank und kann unterstützend wirken. So wären in den letzten beiden Jahren die Investitionen in neue Servertechnik oder eine neue Software für Aboservice und Anzeigenverwaltung ohne die Unterstützung der Genossenschaft nicht möglich gewesen. Auch beteiligt sich die LPG junge Welt eG an der Finanzierung der Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz.
Gleichzeitig bietet sie im Hintergrund eine materielle Sicherheit für unerwartete Notlagen und macht unseren Verlag so trotz aller vorhandenen und kommenden Schwierigkeiten handlungsfähig.
Mit einem Anteil in Höhe von 500 Euro können Sie Mitglied der Genossenschaft werden. Maximal können 25 Anteile gezeichnet werden, wobei jedes Mitglied unabhängig von der Anzahl der Anteile nur eine Stimme hat. Die Zahlung des Anteils kann auch in Raten à 25 Euro erfolgen.
Wir laden Sie, liebe Leserinnen und Leser, sofern Sie noch nicht Mitglied sind, ein, Teil dieser außergewöhnlichen Gemeinschaft zu werden. Dafür nutzen Sie bitte das Eintrittsformular unter www.jungewelt.de/lpg. Oder Sie besuchen unsere Stände auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz oder auf den Veranstaltungen zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Friedrichsfelde, wo Sie auch mit Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern ins Gespräch kommen und Fragen stellen können. Wir freuen uns über jedes Mitglied. Und sollten Sie bereits in der Genossenschaft sein, können Sie auch Ihre Anteile erhöhen.
Die jungeWelt über den Newsletter »links & bündig« kennenlernen
Aktion und Kommunikation
jW-Grafik: Esther Hamburger
Aus einer Fülle an Nachrichten wählt die Redaktion tagtäglich aus. Nach Redaktionsschluss veröffentlicht sie die wichtigsten Artikel aus der Zeitung in dem Newsletter »links & bündig« und versieht sie mit einem Editorial. Dieser kostenlose Newsletter erscheint an sechs Tagen in der Woche, ist kurz und knackig gehalten. In fünf Minuten hat man sich einen Überblick verschafft, was in der nächsten jW-Ausgabe wichtig ist. Onlineabonnenten können so bereits um 20 Uhr zu lesen beginnen, Printabonnenten wissen am Vorabend schon, was sie am Morgen in der druckfrischen Zeitung aus dem Briefkasten erwartet.
Sie müssen lediglich unter jungewelt.de/eintragen den gewünschten Newsletter auswählen, die E-Mail-Adresse hinterlassen und bestätigen. Wir benötigen weder Ihre Anschrift noch Ihren Namen – und fragen sie auch nicht danach. Nach wenigen Augenblicken erhalten Sie eine Mail, in der Sie die Bestellung bestätigen müssen, damit niemand diese Funktion missbrauchen kann. Dort finden Sie darüber hinaus weitere Informationsquellen aus unserem Haus, die Sie beziehen können: den Newsletter der jW-Maigalerie über anstehende Ausstellungen und Veranstaltungen von Verlag und Redaktion in den Galerieräumen, aber auch außer Haus, und den Newsletter zur Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz. Hier geben wir nach Bedarf den Planungsstand weiter, stellen Referentinnen und Referenten vor, kündigen das Erscheinen der Broschüre oder den Kartenverkaufsbeginn an und einiges mehr.
Das Austragen aus einem unserer Newsletter (oder aus allen) ist übrigens genauso simpel wie das Abonnieren. Gehen Sie wieder auf die Seite jungewelt.de/eintragen, wählen das Angebot, das Ihnen nicht mehr zusagt, tragen Ihre Mailadresse ein und bestätigen. Das gleiche finden Sie auch am Ende jedes versendeten Newsletters. Wir hoffen jedoch, dass Sie echten Gewinn aus den Informationen ziehen und unsere Newsletter lieber behalten und weiterempfehlen.
Rosa-Luxemburg-Konferenz als Beginn eines Prozesses, die junge Welt zu stärken
Verlag, Redaktion und Genossenschaft
jW-Grafik
Eine Tageskonferenz kann herausfordernd sein. Eine Herausforderung für die Konzentration, aber am Ende des Tages wird man sich entscheiden müssen, welche Programmpunkte man mitnimmt und welche man ausspart. Der Besuch der 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz wie auch das Lesen der Tageszeitung jungeWelt, welche die Veranstaltung organisiert, sind ebenso bewusste Entscheidungen.
Die Konferenz erfährt seit Jahren wachsenden Zuspruch und die jungeWelt ebenfalls. Immer mehr entscheiden sich für ein Abonnement oder unterstützen die Zeitung finanziell, indem sie Mitherausgeber bzw. Mitherausgeberin in der Genossenschaft LPG werden. Oder sie tragen ihre Inhalte weiter: am Arbeitsplatz, in der Parteigruppe, auf der Straße. Diese Entwicklung zeigt: Kritischer, linker Journalismus wird gebraucht – gerade in Zeiten, in denen herrschende Narrative verengt, oppositionelle Stimmen ausgegrenzt und gesellschaftliche Alternativen systematisch unsichtbar gemacht und zum Schweigen gebracht werden sollen.
Doch dieser Zuspruch ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen und gemeinsamer Anstrengungen. Im Verlag, in der Redaktion und in der Genossenschaft. Entscheidungen für eine klare politische Haltung an der Seite der lohnabhängig Beschäftigten, für Frieden, Antifaschismus und Internationalismus. Anstrengungen in der Ausweitung der Reichweite der jW, im Internet wie auch gedruckt, durch das Einwerben von Abonnements, Verteilaktionen und die Mitarbeit in Unterstützerinitiativen. Wenn viele Menschen aktiv werden, entfaltet das Wirkung – politisch wie praktisch.
Die jungeWelt wird nicht zufällig angegriffen oder marginalisiert. Ihre Analysen, ihre Perspektiven und ihre Unabhängigkeit stören die Mächtigen. Ziel soll sein, ihre Reichweite zu begrenzen und ihre Wirkmächtigkeit zu schwächen. Damit finden wir uns nicht ab. Die beste Antwort darauf ist, das Gegenteil zu tun: die Zeitung zu stabilisieren, ihre Verbreitung auszuweiten und ihre Stimme zu stärken. Jede und jeder kann etwas beitragen – und jede einzelne Unterstützung zählt. Ob durch ein Print- oder Digitalabo, durch eine Spende, durch das Weiterempfehlen der Zeitung, durch das Verschenken eines Abos oder durch die aktive Verbreitung von Artikeln im eigenen Umfeld: All das stärkt die Basis der jW und erhöht ihre gesellschaftliche Präsenz.
Auf der 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz nächste Woche gilt daher: Jede, jeder einen Beitrag! Vor Ort im Konferenzsaal oder zu Hause im Livestream. Wer die jungeWelt liest, ist bereits Teil einer kritischen Öffentlichkeit – der nächste Schritt ist, diese Öffentlichkeit bewusst zu stärken. Während der kommenden Wochen wird immer wieder dazu eingeladen, aktiv zu werden und andere mitzuziehen. Es geht darum, eine gemeinsame Dynamik zu entwickeln: Solidarität praktisch werden zu lassen und zu zeigen, dass unabhängiger Journalismus keine Ware wie jede andere ist, sondern ein politisches Projekt, das von vielen getragen werden muss, damit es funktionieren kann.
Nach der Konferenz ist immer auch vor der (nächsten) Konferenz; die Zeitung gibt es an sechs Tagen in der Woche, sie will erstellt und gedruckt werden. Die kommende Rosa-Luxemburg-Konferenz soll nur der Auftakt sein für die Kämpfe, die 2026 auf uns zukommen.
Mit Ihrer Hilfe gelingt es, ein Zeichen der internationalen Solidarität zu setzen
RLK-Vorbereitungskollektiv
Christian-Ditsch.de
Die Zahl der Konfliktherde wächst von Woche zu Woche und jeder einzelne verdient eine fokussierte Würdigung: das fortgesetzte Gemetzel im Nahen Osten, die Einkreisung und Terrorisierung Venezuelas, die US-Militärschläge in Afrika, der Bürgerkrieg im Sudan – und so weiter und so fort. Doch all diese Ereignisse können nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Sie sind allesamt Teil einer globalen Großoffensive des Kapitals und der westlich-imperialistischen Mächte. Darum wird die Saalmanifestation bei der 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar 2026 ganz im Zeichen der internationalen Solidarität stehen.
Insofern handelt es sich um eine zeitlich notwendige Begrenzung, wenn wir für unsere Manifestation Venezuela, Gaza und Kuba als Schwerpunkte auswählen. Diese Auswahl steht stellvertretend für die brutale Geostrategie, mit der das Kapital einen Rollback in Lateinamerika und im Nahen Osten vorbereitet, um sich auf den großen Krieg gegen China vorzubereiten. Die Lage ist derart instabil, dass wir nicht einmal absehen können, ob beispielsweise der Krieg gegen Venezuela bis zum Konferenztag schon »heiß« geworden ist.
Die Rosa-Luxemburg-Konferenz soll für ein kraftvolles Signal der Solidarität genutzt werden. Der Kartenverkauf läuft übrigens erfreulich gut, und in diesem Jahr ist es erstmals möglich, über das Ticketingsystem noch bis zur letzten Minute eine Eintrittskarte zu kaufen – theoretisch noch in der Schlange vor dem Einlass. Wer allerdings eine persönliche Teilnahme plant, besorgt sich besser schon vorher sein Ticket, um möglichen Internetproblemen vorzubeugen. Weiterhin wird es auch eine durchgehend geöffnete Tageskasse geben – wir gehen davon aus, dass jede und jeder, der vorbeikommen möchte, auch eine Karte erhalten wird. Wir freuen uns auf Teilnehmer – auf der Bühne und im Publikum – aus vielen Ländern. Wir werden Aktivisten aus der Schweiz, Italien, Österreich, Dänemark und Großbritannien begrüßen, die in verschiedenen Solidaritätsbewegungen aktiv sind. Aus Venezuela hat der Botschafter Ramón Orlando Maniglia Ferreira sein Kommen angekündigt. Außerdem hat Juana Martínez González, Botschafterin der Republik Kuba in der BRD, ihre Teilnahme an der Manifestation bestätigt.
Nicht nur die internationalen Gäste, sondern alle Besucherinnen und Besucher der Konferenz sind eingeladen und aufgefordert, an der Manifestation teilzunehmen. Lassen Sie uns gemeinsam Bühne und Saal der Konferenz für eine eindrucksvolle Demonstration der Völkerfreundschaft nutzen. Bringen Sie dazu Transparente, Plakate und Spruchbänder mit Bezug zu Kuba, Lateinamerika und/oder Palästina mit! Diese können beim Einlass zur Konferenz abgegeben werden, später teilen wir sie an der Bühne wieder aus. Wir wollen kraftvolle Bilder der Solidarität mit möglichst vielfältigen Forderungen und Slogans abbilden – nicht nur für die Menschen im Saal, sondern auch für jene, die unseren in drei Sprachen übersetzten kostenlosen Livestream nutzen.
Besuchen Sie die Rosa-Luxemburg-Konferenz! Kommen Sie nach Berlin-Wilhelmsruh! Ein Treffen mit Tausenden Gleichgesinnten gibt Kraft und Mut für die vielfachen Auseinandersetzungen, die uns 2026 – politisch wie gesellschaftlich – bevorstehen.
Es lohnt sich, gleich das ganze Wochenende zu planen:
Sonnabend, der 10. Januar, steht im Zeichen der Rosa-Luxemburg-Konferenz: Karten und alle weiteren Informationen sind erhältlich unter jungewelt.de/rlk. Es wird in Berlin-Wilhelmsruh auch eine Tageskasse geben. Einlass ist ab 10 Uhr, um 11 Uhr beginnt das Programm (bis 20 Uhr).
Eine linke Tageszeitung ist nötiger denn je: Wieso wir die Wirkmächtigkeit der jungen Welt erhöhen wollen und müssen
Jonas Pohle und Sebastian Carlens
Thomas J. Richter/jW-Archiv
Liebe Leserinnen und Leser,
beginnt das Jahr 2026 mit einem weiteren Krieg? Wenn ja: mit welchem beziehungsweise welchen? Alleine die Tatsache, sich solche Fragen stellen zu müssen, verweist auf den Ernst der derzeitigen Lage. Wie immer gilt: In jedem Krieg stirbt die Wahrheit zuerst. Dementsprechend besteht ein Zusammenhang zur bedenklichen Situation bürgerlicher Rechte in der BRD und den Angriffen auf die Pressefreiheit. Auch die kampagnenartigen Attacken auf die Tageszeitung junge Welt nehmen zu. Und, ganz nebenbei, müssen die Kolleginnen und Kollegen aus Verlag und Redaktion jeden Werktag eine lesenswerte Tageszeitung – gedruckt und digital – fertigstellen.
Bereits das nun endende Jahr war turbulent genug. Das Schleifen des Rechtsstaates, das bereits seit Jahren im Gange ist und unter anderem an der jungen Welt, aber auch an den Protesten gegen den Völkermord in Gaza, durchexerziert wird, hat weitere Zuspitzungen erfahren. Mit einem riesigen Polizeieinsatz wollte die Staatsmacht im Februar eine Veranstaltung mit der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete Palästinas, Francesca Albanese, in den Räumen der jW-Maigalerie verhindern. Ohne Erfolg. Doch das Arsenal der Herrschenden ist keineswegs aufgebraucht. Der jüngste Dreh: Mit EU-Sanktionen gegen missliebige Journalisten vorgehen. Unseren freien Autor Hüseyin Doğru hat dies bereits getroffen. Dies alles passiert ohne Anklage und Verfahren; per administrativem Federstrich wird eine Existenz vernichtet – beziehungsweise die einer ganzen Familie. Sicher, wer solche Methoden nötig hat, ist offenkundig in Panik geraten. Und doch wird hier ein Instrumentarium vorbereitet, das in Zukunft gegen Massenproteste und soziale Bewegungen eingesetzt werden kann und soll – wenn der Aufrüstungs- und Kahlschlagskurs zu erheblichem Unmut in der Bevölkerung geführt haben wird.
Auf der 30. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 11. Januar 2025 haben wir die aktuellen politischen Entwicklungen national und international eingeschätzt und analysiert. An dieser Einordnung hat sich leider nichts geändert: Die Zeichen stehen auf Krieg, die Volksrepublik China steht dabei im Fokus. Doch vorher könnten noch andere Länder aus dem Weg geräumt werden, die sich dem imperialistischen Diktat des Westens nicht beugen wollen: Kuba und Venezuela beispielsweise. Mit der Wahl von Friedrich Merz zum Kanzler einer Union-SPD-Koalition wurde die bereits angekündigte Herstellung der »Kriegstüchtigkeit« und der damit einhergehende Sozialabbau in der BRD zudem rascher vorangetrieben, als viele noch auf der Konferenz geglaubt hatten.
In Zeiten von Kriegsvorbereitungen ist eine Zeitung, die keine »Kriegstüchtigkeit« propagiert, ein Dorn im Auge der Herrschenden. Weswegen diese weiterhin gegen die junge Welt mit allen – auch geheimdienstlichen – Mitteln vorgehen. So soll (erklärtermaßen) die Wirkmächtigkeit der jungen Welt verringert werden. Seit mittlerweile anderthalb Jahren warten wir auf eine Entscheidung des Landgerichts Berlin, ob eine Revision in unserem Prozess gegen die Bundesrepublik Deutschland zugelassen wird oder nicht. Zur Erinnerung: Am 18. Juli 2024 entschied das Verwaltungsgericht Berlin, dass die Tageszeitung junge Welt weiterhin in den jährlichen Berichten des Verfassungsschutzes als »linksextremistisch« und »verfassungsfeindlich« aufgeführt werden darf. Ein knappes Jahr nach dieser Entscheidung wurde mit Wilfried Peters eben jener Richter zum Präsidenten des Landesverfassungsschutzes in Brandenburg befördert, der diese Entscheidung traf. Er hat sich hinlänglich qualifiziert.
Am 12. April hat die Tageszeitung junge Welt den ersten Rosa-Luxemburg-Preis an den Anfang Dezember verstorbenen Schauspieler und Gewerkschafter Rolf Becker verliehen. Sein Vermächtnis, gegen jede Ungerechtigkeit und Kriegstreiberei aufzustehen, bleibt uns ein wichtiges Anliegen. Den nächsten Preisträger bzw. die nächste Preisträgerin werden wir auf der kommenden Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar 2026 in Berlin verkünden.
Auch im Haus gab und gibt es personelle Veränderungen. Ab Anfang Januar 2026 hat der Verlag 8. Mai nun auch offiziell eine neue Verlagsleitung. Mit Katja Koschmieder und André Kutschki übernehmen zwei erfahrene Kollegen. Zum 30. November beendete Dietmar Koschmieder nach über 30 Jahren seine Tätigkeit als Verlagsgeschäftsführer, bleibt aber weiterhin an Bord und steht mit seinen Erfahrungen und Kenntnissen dem Kollektiv zur Verfügung. An dieser Stelle möchten wir ihm noch einmal ganz herzlich danken: Ohne Dietmar gäbe es die junge Welt heute nicht mehr.
Im Herbst 2025 hat die Tageszeitung den täglichen Druck eingestellt und erscheint seither unter der Woche nur noch digital, gedruckt nur noch als Wochenzeitung am Sonnabend. Das ND hat den Schritt für die kommenden Monate angekündigt. Bereits jetzt erscheint es nur noch viermal in der Woche gedruckt. Mit dem Ende der gedruckten Tageszeitungen sinken nicht nur die Relevanz und die Wahrnehmung der Titel, es verschwindet auch ein wichtiges Kulturgut.
Zukunft: Digital & Print
Auch die junge Welt muss selbstverständlich ins Digitale investieren und dort neue Leserinnen und Leser gewinnen. Zugleich wollen wir jedoch an der gedruckten Zeitung, an sechs Tagen in der Woche, festhalten. Von der Notwendigkeit dafür hören wir immer wieder aus der Leserschaft. Zuletzt erreichte uns ein mehrseitiger handgeschriebener Brief von Daniela Klette aus der JVA Vechta: Sie verwies darauf, wie wichtig gedruckte Zeitungen gerade für Inhaftierte seien. Im Knast gäbe es so gut wie keinen Zugang zu Digitalmedien.
Der Ausstieg einiger Zeitungen aus dem Druckgeschäft ist auch Ausdruck der Lage der Branche. Je irrelevanter Zeitungen für die Leserschaft werden, desto größer werden die Auflagenverluste, desto mehr steigen die Preise – ein Kreislauf, der sich auch auf die Infrastruktur auswirkt. Wenn weniger Titel zu den Zustelldiensten oder an die Kioske geliefert werden, werden uns höhere Kosten in Rechnung gestellt. Hier gilt es, mit den beauftragten Logistikern machbare, aber auch finanzierbare Touren zu realisieren. Klar ist aber auch, dass wir allein die nötige Infrastruktur für den täglichen Vertrieb einer gedruckten Zeitung nicht dauerhaft aufrechterhalten können.
Mit dem Verschwinden von Titeln aus den Auslagen der Kioske steigt allerdings auch die Sicht- und Wahrnehmbarkeit der jungen Welt. Also, nutzen wir die Chancen! Für das zweite Quartal planen wir einen Relaunch. Sowohl die Printausgabe soll nach den kurzfristig nötigen Änderungen im Herbst dieses Jahres noch einmal überarbeitet werden als auch die Internetseite, die technisch und grafisch in die Jahre gekommen ist. In den kommenden Monaten wird es darauf ankommen, den Bestand der bezahlten Abonnements weiter zu erhöhen. Davon wiederum hängt ab, welche Investitionen in die Personal- und Lohnentwicklung möglich sind.
Liebe Leserinnen und Leser, wir bedanken uns für Ihre Treue, Ihre Unterstützung und Ihre kritische Begleitung. Wir wünschen Ihnen und unserer jungen Welt ein erfolgreiches Jahr 2026, in dem die Wirkmächtigkeit und die Reichweite der einzigen Tageszeitung gegen Krieg und Sozialabbau weiter steigen werden.
Schon heute kennen wir einige Horrornachrichten von 2026: Volljährige müssen in einem Fragebogen ihre Tauglichkeit als Kanonenfutter nachweisen, die USA stationieren Mittelstreckenwaffen auf dem Territorium der BRD. Der Krieg in Lateinamerika ist nur noch eine Frage des Zeitpunkts des Losschlagens. Nach der letzten Landtagswahl im September wird in den Bereichen Bildung, Kultur, Gesundheit und Soziales gekürzt, und Wirtschaftsministerin Reiche lässt ihre Kettenhunde auf den Sozialstaat los.
Die Tageszeitung junge Welt hat ihre Stärke nicht in Zukunftsvoraussagen, sondern berichtet darüber, was ist und wessen Interessen dadurch am besten bedient werden. Wer sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von einem Klassenstandpunkt nähern will, findet in ihr eine verlässliche und nützliche Gefährtin. Sie können die Inhalte aktuell mit einem Aktionsangebot testen. Noch bis zum 23. Januar 2026 können Sie die Zeitung für 30 Tage zum Preis von 25 Euro testen. Danach endet das Abo automatisch.
Das Aktionsbüro der Tageszeitung junge Welt versucht einen Jahresausblick
jW Aktionsbüro
Ivett Polyak-Bar Am/jW
Am 11. Januar 2026 wieder vor Ort: jW-Stand an der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde
Laut Mark Twain sind Prognosen schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Doch gibt es Gewissheiten. Das zweite Januarwochenende etwa beschäftigt das im Erdgeschoss in der Torstraße hausende jW-Aktionsbüro noch die kommenden drei Wochen intensiv. Die 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz greift das Großthema der Zeit auf: die mit der »Zeitenwende« ausgerufene Militarisierung westlicher Gesellschaften. Besonderes Augenmerk liegt auf der medialen Zurichtung der Öffentlichkeit, dem kulturellen Wandel sowie dem Krieg nach innen, der immer einem nach außen vorangeht.
Die Konferenz ist auch eine logistische Aufgabe. Das Aktionsbüro der jW sucht noch helfende Hände für Garderobe, Kopfhörerausgabe, Akquisestände und Aufbauhilfe und freut sich über Meldungen: aktionsbuero@jungewelt.de
Am auf die Rosa-Luxemburg-Konferenz folgenden Sonntag (11. Januar) geht es dann zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Das Gedenken an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ist ein weiteres Fixum im Kalender, auch hier freut sich die junge Welt über Hilfe und Unterstützung an ihren Ständen.
Und dann? Die Zeiten, in denen wir leben, zeichnen sich durch zunehmende Polarisierung aus: Zwischen denen, die Krieg, Aufrüstung und soziale Spaltung als »alternativlos« verkaufen wollen, und jenen, die tagtäglich Widerstand leisten, im Betrieb oder auf der Straße. Diese Polarisierung wird sich 2026 fortsetzen. Die junge Welt ist Teil dieser Auseinandersetzung, nicht nur Beobachter. Der Ausbau unserer Reichweite und das Stärken einer linken Gegenöffentlichkeit sind Erfordernisse der Zeit. Die junge Welt ist nicht nur berichtend, sondern auch – gemeinsam mit ihren Leserinnen und Lesern – handelnd dabei: vom Verteilen der Zeitung bei Demonstrationen über das Vorbereiten von Diskussionsveranstaltungen bis zum Publizieren fundierter Analysen. Wir sind Teil des kollektiven Projekts einer anderen, klassenbewussten Öffentlichkeit.
Es ist davon auszugehen, dass uns die Themen Militarisierung und die damit einhergehenden Zumutungen für die lohnabhängig Beschäftigten auch im kommenden Jahr beschäftigen werden, beschäftigen müssen. Bei den aktuellen Entwicklungen könnten die Ostermärsche großen Zulauf erfahren. Einen weiteren Anlass wird der 1. Mai 2026 bieten. Es gilt dafür zu sorgen, ihn zu einer der größten Verteilaktionen der jW werden zu lassen. Der Kampftag der Arbeiterklasse ist Tag des Protestes gegen die aktuelle Politik, die aktuell herrschenden Verhältnisse, die Kontra verdienen. Verteilaktionen stellen für die jW die Möglichkeit dar, bekannter zu werden, neue Leser zu erreichen, Reichweite zu erhöhen, früher oder später neue Abonnenten zu gewinnen. So wird die Position gegen Aufrüstung und Krieg gestärkt.
Denn klar ist: Die Herrschenden investieren in ihre Propaganda. Wir investieren in Aufklärung, Solidarität und Widerstand. Eine weitere Gewissheit: Es genügt nicht, sich über den Zustand der Welt zu beklagen. Es gilt aktiv zu werden – mit Argumenten und mit einer klaren Haltung, wie sie die junge Welt täglich aufs Neue bietet.
Silvester zum Knast. Und die junge Welt jeden Tag!
Aktion und Kommunikation
Christophe Gateau/dpa
Ernst Busch und Georgi Dimitroff, Karl Liebknecht und Erich Honecker, Wilhelm Pieck und Ernst Thälmann: Sie alle waren einst unfreiwillige Bewohner des Gebäudes, in dem sich nun die JVA Moabit befindet. Etwa 850 Gefangene sind es heute, die dort festgehalten werden. Ziel der traditionellen Demonstration »Silvester zum Knast«, die seit 1993 in Berlin stattfindet – so auch dieses Jahr.
Präsenz vor den Gefängnismauern macht sichtbar, dass Menschen hinter Gittern nicht vergessen sind. Sie ist ein Zeichen an die, die keine Stimme haben: Ihr fehlt, wir stehen an eurer Seite. Auch zu Silvester sind wir bei euch, an dem Tag, an dem das Feiern draußen auch nach drinnen klingt. Repression trifft einige, ist aber eine Drohung gegen uns alle.
Dauerhaft die Isolation hinter Mauern ein wenig erträglicher zu machen ist Ziel des Vereins »Freiabonnements für Gefangene«. Seit Jahrzehnten sorgt er dafür, dass Inhaftierte Zugang zu gedruckter Presse bekommen. Menschen hinter Gittern melden sich beim Verein oder bei unserem Verlag, weil sie die junge Welt gern regelmäßig lesen würden, doch ein Abo für sie schlicht unbezahlbar ist. Die Nachfrage ist groß, die vorhandenen Mittel reichen seit Jahren nicht aus. Freiabospenden sind wichtig: Sie schaffen Gefangenen eine Verbindung nach draußen und zeigen so, dass politische Teilhabe nicht an der Zellentür endet.
Ein Freiabo zu finanzieren ist einfach: Der Verein organisiert die Zustellung, die Spender übernehmen die Kosten. Drinnen ein halbes Jahr lang Zugang zur Tageszeitung junge Welt bedeutet Zugang zu Informationen, Debatten und kritischen Stimmen zu haben. Angesichts mangelhaft ausgestatteter Knastbibliotheken und fehlender Internetnutzung sind Tageszeitungen oft das einzige Medium, das nicht aus staatlicher Hand kommt – und damit ein seltenes Stück Unabhängigkeit.
Freiabos werden vom Verein immer für ein halbes Jahr vergeben, wenn diese durch Spenden finanziert sind. Sollten Sie längerfristig die Lektüre der jW im Knast ermöglichen wollen, besteht die Möglichkeit, die Belieferung einer Gefängnisbibliothek mit der jungen Welt sicherzustellen – sprechen Sie uns gerne an. Und zeigen Sie Ihre Solidarität mit den von staatlicher Repression Betroffenen: durch die Ermöglichung guter Lektüre oder kommenden Mittwoch in Moabit.
Wir schmieden unsere Pläne öffentlich – bei der Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar 2026
Sebastian Carlens
Christian-Ditsch.de
Nach vorne schauen: Die Rosa-Luxemburg-Konferenz ist der Jahresauftakt der Linken im deutschsprachigen Raum. (Konferenz in Berlin 2025)
Gelegentlich muss man sich einfach mal wieder treffen. Videocalls, E-Mails und Sprachnachrichten ersetzen eben nicht die persönliche Zusammenkunft. Im Oktober beispielsweise hat sich eine Fraktion des deutschen Kapitals im luxuriösen Wintersportort Seefeld (Tirol) zum »Moving Mountains«-Gipfel zusammengefunden. Eingeladen hatten die beiden verglühten Politsternchen Sebastian Kurz (früherer österreichischer Kanzler) und Karl-Theodor zu Guttenberg (ehemaliger CSU-Verteidigungsminister). Ihre Kapitalfraktion war einmal das, was boshaft als »Transatlantifa« bezeichnet wurde. Von Springers Medien hochgeschrieben, über die üblichen Skandale gestürzt und nun auch noch mit Liebesentzug vom US-amerikanischen »großen Bruder« gestraft. Aktueller Beziehungsstatus: Es ist kompliziert. Guttenberg und Kurz hatten vorab angekündigt, worum es gehen sollte: In »sechs intensiven intellektuellen Sitzungen« sollten Themen, »die unsere Zeit prägen«, behandelt werden, »vom Potential künstlicher Intelligenz bis hin zum Wandel der geopolitischen Ordnung«. Außerdem werde es um »aktuelle Herausforderungen im Bereich der Sicherheit« sowie um »die Entwicklung von Innovationen und künstlicher Intelligenz bei Dual-Use-Produkten« gehen.
Man kann sich das vorstellen: Charaktermasken und Geldsäcke dealen bei Lachsschaumschnittchen und Schampus mit der Zukunft von Millionen Menschen – im geheimen. Aufgedeckt wurde das Elitentreffen erst vom österreichischen Magazin Profil. Die aktuelle Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, zufällig auch Lebensgefährtin Guttenbergs, will als »Privatperson« daran teilgenommen haben, außerdem »waren neben Ministern auch arabische Royals und milliardenschwere Investoren unter den rund 80 geladenen Gästen«, berichtet Spiegel online. Vermutlich waren die verschwiegenen Kamingespräche wichtiger als die aktuelle Legislatur des Bundestages. Näheres entnehmen Sie dann bitte Bild.
Linker Jahresauftakt
Auch die radikale Linke in der BRD hat ihren Jahreshöhepunkt, und zwar das Luxemburg-Liebknecht-Gedenken am zweiten Januarwochenende mit der Rosa-Luxemburg-Konferenz (10. Januar 2026) in Berlin. Dies ist alles andere als geheim, die komplette Konferenz wird sogar kostenlos im Netz gestreamt werden – auf deutsch, spanisch und englisch. Zu besprechen gibt es genug. Das nun bald vergangene Jahr musste schwere Einschläge in so gut wie allen Bereichen der Wirtschaft und der Politik erfahren. Selbst diejenigen, die – dank ihrer Ausstattung mit marxistischem Handwerkszeug – stets davon ausgegangen sind, dass der Kapitalismus mit dem Kriege schwangergeht, waren über das Tempo und die Unverfrorenheit, mit der die neue »Kriegstüchtigkeit« propagiert wird, überrascht. Es hat keine paar Monate des Trommelfeuers gebraucht, bis selbst die evangelische Kirche ihre Liebe zu deutschen Atombomben entdeckt hat. Im neuen Jahr wird ein Jahrgang junger Menschen gemustert und für den Heldentod als tauglich befunden werden. Dieses Thema wird zwangsläufig – unter anderem bei der Podiumsdiskussion – auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz im Mittelpunkt stehen.
Krise des Kapitals
Doch die Ursachen reichen tiefer. Es ist das westlich-kapitalistische Akkumulationsmodell selbst, das an Grenzen stößt – an geographische zum Beispiel. So rennt die Wirtschaft der Volksrepublik China den Ländern der G7 in immer mehr Bereichen davon. Das US-Kapital hat seine Lehren aus Jahrzehnten vergeblicher Eindämmung des ostasiatischen »Systemrivalen« gezogen – und greift zu den althergebrachten Methoden einer eigennützigen und brutalen Großmachtpolitik. Dazu gehören die Unterwerfung Lateinamerikas und die Vernichtung des sozialistischen Kuba, denn wer damit nicht fertig wird, muss an China nicht einmal denken. Es ist nicht ausgeschlossen, dass bis zur Konferenz ein heißer Krieg gegen Venezuela angezettelt werden wird – wir müssen daher einige Flexibilität im Konferenzprogramm wahren, um auch auf aktuelle Geschehnisse reagieren zu können.
Für die BRD hat all dies tiefgreifende Auswirkungen, nicht nur für die Schnösel und Yuppies, die sich mit Guttenberg und Kurz auf dem verschneiten Gipfel getroffen haben. Der alte Dreisatz – billige Energie aus Russland, unerschöpfliche Absatzmärkte in China und wohlfeile Rückendeckung durch die US-Militärmaschinerie – funktioniert nicht mehr. Gelingt es dem deutschen Kapital nicht, wenigstens die EU an die Kandare zu nehmen, bleibt nur, womit man sich historisch noch am besten auskennt: der aggressive Alleingang. Die Verfasstheit des deutschen Imperialismus, unseres Hauptfeindes, wird Gegenstand der Analyse und Diskussion auf der Konferenz sein.
Unsere Antworten
Die Herrschenden haben keine Antwort mehr auf irgendeine Frage der Zukunft – außer Aufrüstung, Krieg und Tod. Dafür, dass sich die Kasernen füllen werden, sorgt schon der Niedergang der Wirtschaft selbst, denn mittlerweile sind »systemrelevante« Industrien in nennenswerter Zahl betroffen; Millionen Arbeitsplätze, beispielsweise in der Automobilproduktion, stehen zur Disposition. In den bürgerlichen Blättern wird krampfhaft versucht, der Jugend dieses Landes das Mordhandwerk schmackhaft zu machen, um über die völlige Perspektiv- und Ideenlosigkeit hinwegzutäuschen. Dazu werden die Jugendlichen beim Jugendpodium der Rosa-Luxemburg-Konferenz selbst diskutieren und Möglichkeiten der Bundeswehrkraftzersetzung erörtern.
Bei alldem werden natürlich Kunst und Kultur nicht zu kurz kommen, für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Feiern können wir übrigens auch viel besser als die Herrenreiter und Milliardäre. Das Beste an der Sache ist aber: Unsere Debatten zu Strategie und Taktik sind allesamt öffentlich, denn wir verschmähen es, unsere Absichten zu verheimlichen.
Wir laden diejenigen, die weder der Vergangenheit nachtrauern noch über künftige Raubzüge phantasieren, sondern über die Zukunft – eine lebenswerte Zukunft in Frieden für Milliarden Erdenbewohner – nachdenken möchten, herzlich zum Jahresauftakt der Linken im deutschsprachigen Raum ein. Auch denjenigen, die – quasi investigativ – den Plänen von Internationalisten, Friedensfreunden und Kommunisten auf die Schliche kommen wollen, stehen die Türen offen.
Ein Wort zum Schluss, denn noch leben wir im Kapitalismus: Das Ausrichten der Rosa-Luxemburg-Konferenz kostet viel Geld, verdammt viel Geld. Wir bewegen uns auf einen mittleren sechsstelligen Betrag pro Jahr (!) zu. Das ist nur mit Spenden zu finanzieren, wenn wir die Ticketpreise nicht zum sozialen Ausschlusskriterium machen wollen, denn aus irgendwelchen Gründen sehen Großkonzerne davon ab, uns zu unterstützen. Aber das kriegen wir schon selber hin – mit Ihrer und eurer Hilfe!
Freundlicher Hinweis zur Vermeidung von Hektik: Tickets für die Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar lassen sich gut verschenken
RLK-Vorbereitungskollektiv
jW-Grafik
Tickets für die Rosa-Luxemburg-Konferenz gibt es in drei verschiedenen Preiskategorien
Feste Termine gibt es einige. Das Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gehört dazu, am Sonntag des zweiten Januarwochenendes. Die 31. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz am Sonnabend davor richtet sich danach. Das Weihnachtsfest hingegen steht fest – jedes Jahr am 24. Dezember.
So fest sie stehen, die Termine, so überraschend kommen sie dennoch mitunter näher. Daher, sollten Sie auf den letzten Drücker noch ein, zwei oder auch viele Geschenke benötigen, hätten wir da eine Empfehlung: Karten für die Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar 2026 lassen sich hier jungewelt.de/rlk/ einfach und bequem bestellen – viele weitere Infos zur Konferenz und ein laufend aktualisierter Ablaufplan lassen sich dort ebenfalls nachlesen. Die so georderten Tickets sind Sekunden später auf Ihrem digitalen Endgerät. Rechtzeitig somit vor der Bescherung und diese damit in trockenen Tüchern.
Vergnügliche Stunden unterm Weihnachtsbaum sowie informative Stunden auf der Konferenz wünscht das Kollektiv der Tageszeitung junge Welt!
Das junge Welt-Aktionsbüro blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück
Aktion und Kommunikation
jW
Der Stand der jungen Welt auf der Leipziger Buchmesse 2025
Jahresrückblicke sind einfach: Darum werden sie für jedes Vereinsmagazin der Kleingärtner oder des Sportvereins geschrieben. In der Weihnachtsansprache des Herrn Merz, versetzt mit weiterer Aufrüstungs-, Verzichts- und Durchhalterhetorik, gibt es auch so eine Rückschau. Das Aktionsbüro der Tageszeitung junge Welt will im Folgendem dieses Genre ebenfalls bedienen und hofft, nicht zu langweilen (anders als Merz) und versichert, den Rückblick nicht mit Hurrapatriotismus anzureichern (ganz anders als Merz).
Zuständig für die Werbematerialverschickung, die Kommunikation mit Leserinitiativen und anderen Kooperationspartnern, die Organisation von Verteileinsätzen, Veranstaltungen und Außeneinsätzen ist das Aktionsbüro schon etwas sehr Spezielles: Nicht nur verfügt es über einen gut gepflegten Karteikasten mit Kontakten von Unterstützerinnen und Unterstützern, sondern auch über mehrere Grills, Glühweinkocher und Handwagen. Nicht zu sprechen von Pavillons und Zelten, Thermoskannen und etlichen Brauereigarnituren. Daher ein materialistisches Resümee anhand von Objekten, auch denen, die das Jahr nicht unbeschadet überstanden haben.
Da sind zuvorderst die Thermoskannen. Gebraucht im kalten Berliner Januar beim Gedenken an Liebknecht und Luxemburg, am Sonntag nach der 30. Rosa-Luxemburg-Konferenz. Im Februar, als die jW für eine Veranstaltung mit der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzen palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, kurzfristig Räume zur Verfügung stellte, nachdem auf politischen Druck die ursprünglich geplanten Veranstaltungsorte abgesagt hatten, war es immer noch sehr kalt. Der Andrang so groß, dass etliche Zuschauer auf dem Gehweg standen. Der heiße Tee aus den Kannen war sehr willkommen. Albanese war im September erneut bei uns zu Gast. Aus ähnlichen Gründen, aber diesmal ohne Polizeibelagerung und heißen Tee. Und sie wird auf der 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz im Januar 2026 sprechen.
Handwagen sind bei Verteilaktionen das Mittel der Wahl, um größere Zeitungsstapel zu transportieren, bei den Ostermärschen, dem Kampftag der Arbeiterklasse (der auch dieses Jahr die größte Verteilaktion der jW war: An über 80 Orten wurden nahezu 20.000 zusätzliche Exemplare verteilt), der All-Eyes-on-Gaza-Demo und etlichen weiteren politischen Veranstaltungen. Zwei der Bollerwagen verabschiedeten sich dieses Jahr von den Rillenkugellagern ihrer Räder, irreparabel. Die hohen Preise für kleine Ersatzräder sind nur ein weiteres Mysterium des Kapitalismus, das sich uns nicht erschließt. Wir haben zum Glück noch ein paar funktionierende Wägelchen.
Auf zwei Buchmessen stellte die junge Welt dieses Jahr aus – in Leipzig und in Frankfurt. Bei beiden konnte große Reichweite gewonnen und eine dreistellige Zahl an Probeabonnements geworben werden: die Instrumente zur Gewinnung neuer, dauerhafter Abos. Nach Leipzig kamen wir noch mit unserem ältlichen Bulli. Und zurück. Nach Frankfurt dann in einem gemieteten Transporter. Denn in der Zwischenzeit hatte der – von Thomas J. Richter ikonisch gestaltete – gelbe Wagen im schönen Bottrop beim Festival der Jugend (FdJ) der SDAJ einen Tritt auf die Kupplung mit der Auflösung des Kupplungszylinders quittiert. Von da an wurde ihm keine Langstrecke mehr zugetraut. Und obwohl sich der Schaden vor Ort beheben ließ, fristet der seines schweren Lebens nun etwas überdrüssige Wagen aktuell sein Dasein erneut in der Werkstatt. Diesmal ist es der Motor, der nach siebenfacher Erdumrundung genug hatte. Irgendwie schafften wir es auch zur Linken Literaturmesse nach Nürnberg. Viele bekannte und freundliche Gesichter waren dort am Stand zu Gast. Ein voller Erfolg.
Zelte und Pavillons und die gelben Sonnenschirme mit dem jW-Logo waren auch viel vertreten. Gründlich durchnässt in Bottrop, denn das FdJ war eine eher regnerische Veranstaltung, als Treffpunkt auf der Gaza-Demo, zentral auf der Straße des 17. Juni oder vor der Gedenkstätte der Sozialisten.
Die gedruckte junge Welt war überall dort, meist stapelweise. Der Abschied der Taz als gedruckte Tageszeitung beschäftigte uns, war Thema bei Verteilaktionen, auf Messen, Veranstaltungen. Die »Zeitenwende« war dieses Jahr wichtiges Thema. Zu Ostern, aber auch Anfang Dezember beim Schulstreik gegen die Wehrpflicht und in den Beilagen, die wir mittlerweile bis nach Südamerika verschicken. Briefumschläge werden auch nächstes Jahr wieder viele durch unsere Hände gehen.
Und kein Jahresrückblick ohne Appell: Wenn Sie uns bei unserer Werbung für die letzte linke Tageszeitung unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Nachricht. Und schließlich freuen wir uns darauf, möglichst viele von Ihnen bei der kommenden Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar zu treffen. Vermutlich an einem unserer Sonnenschirme!