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Israel will »Fly In« verhindern

07.07.2011, 17:47 Uhr

Israel will »Fly In« verhindern

Internationaler Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv
Internationaler Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv
Hunderte Aktivisten, vor allem aus Europa, wollen am morgigen Freitag, 8. Juli 2011, über den Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv, Israel, für eine Woche nach Palästina reisen, darunter auch über 20 Deutsche. Das besondere der Aktion ist, daß sie nach Palästina reisen wollen, ohne andere Beweggründe bei den israelischen Kontrollen anzugeben. Doch Israel kontrolliert alle Zugänge zu den besetzten palästinensischen Gebieten und weist immer wieder Besucher mit willkürlichen Begründungen an den Grenzen Israels ab. Es reicht der Verdacht, mit den Palästinensern zu sympathisieren oder arabischer Herkunft zu sein. Dadurch sollen die Palästinenser immer weiter isoliert werden.

Wie die Nachrichtenagentur dapd meldet, wurden als Reaktion auf die erwartete Ankunft der 500 bis 700 Aktivisten die ohnehin strikten Sicherheitsvorkehrungen auf dem internationalen Flughafen von Tel Aviv noch einmal drastisch verschärft. Hunderte Beamte und verdeckte Ermittler seien im Einsatz, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld der Agentur. Sie seien auf verschiedene Szenarien vorbereitet, darunter auch Angriffe auf Flughafenmitarbeiter. Die Organisatoren weisen derartige Unterstellungen zurück: »Die Medienberichte über geplante Demonstrationen am Flughafen in Tel Aviv oder gar über die Lahmlegung des Flughafens sind falsch und wurden nicht von den Organisatoren dieser Initiative verbreitet.«

Parallel zu der Verstärkung des Polizeiaufgebots versuchen die israelischen Behörden offenbar, bekannte Aktivisten schon im Voraus von einer Reise nach Israel abzuhalten. So erhielt ein Teilnehmer der Aktion ein Schreiben der Schweizer Luftverkehrsgesellschaft Swiss, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß das israelische Innenministerium seine Einreise verweigert habe. Man habe deshalb seine Reservierung storniert, der Flugpreis werde ihm durch sein Reisebüro erstattet. Insgesamt soll es eine Liste von rund 350 möglichen Teilnehmern geben, die Israels Behörden an die Fluggesellschaften gegeben haben, damit diese als vorgelagerte Grenzstellen die betroffenen Personen nicht an Bord lassen. Dagegen wollen die Aktivisten juristische Schritte einleiten. Wichtig sei zudem, am Freitag anwaltlichen Beistand und Medienvertreter am Flughafen von Tel Aviv zu haben.

Bei einer Veranstaltung des Deutschen Koordinationskreises Palästina Israel (KOPI) in der Filmbühne am Steinplatz in Berlin-Charlottenburg soll die Ankunft der Aktivisten am 8. Juli ab 13 Uhr live verfolgt werden können. (dapd/jW)