Aus: Ausgabe vom 24.03.2016, Seite 2 / Ausland

Syrische Armee vor Palmyra

Regierungstruppen drängen IS zurück. Gespräche in Moskau über Frieden

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Antike Säulenstraße in Palmyra (Aufnahme vom 12. Juni 2009)

Syrische Truppen rücken auf die historische Oasenstadt Palmyra vor, die von der dschihadistischen Miliz »Islamischer Staat« (IS) kontrolliert wird. Die Nachrichtenagentur des Landes, SANA, berichtete am Mittwoch unter Verweis auf eine Militärquelle, die Einheiten der Regierung hätten einen strategisch wichtigen Hügel südwestlich der Stadt eingenommen. In deren Umgebung zerstörte die syrische Luftwaffe demnach außerdem Stellungen, Versorgungsrouten und Fahrzeuge des IS. Die syrische Armee hatte vor etwa zwei Wochen eine Offensive zur Rückeroberung Palmyras, das wegen seiner gut erhaltenen antiken Ruinen zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, begonnen. Nach der Eroberung durch den IS im Mai 2015 sprengten die Dschihadisten dort Tempel, Turmgräber, den Triumphbogen und einen Teil der berühmten Säulenstraße.

Am Mittwoch begannen in Moskau Gespräche über Syrien und den Krieg in der Ukraine zwischen Russland, den USA und der Bundesrepublik. Berlin hat zur Zeit den Vorsitz in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die den Waffenstillstand in der Ostukraine überwacht. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warb auf einer Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow für einen vereinten Kampf gegen den Terrorismus. Lawrow erklärte, Konflikte wie in Syrien sowie der Terrorismus machten gemeinsame Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft notwendig. Er ergänzte: »Ich hoffe sehr, dass die Europäer angesichts der Terrorgefahr geopolitische Spielchen beiseite lassen und sich vereinen.« Lawrow bekräftigte die Notwendigkeit der Friedensbemühungen für Syrien, warf jedoch der Türkei vor, kurdische Milizen am Kampf gegen den IS zu hindern. Er rief Ankara auf, jeglichen grenzüberschreitenden Handel mit dem IS sowie die Einreise von Kämpfern nach Syrien über die türkische Grenze zu stoppen.

Am Nachmittag wurde Steinmeier vom russischen Präsidenten Wladimir Putin empfangen. Gleichzeitig traf auch US-Außenminister John Kerry in Moskau ein. Er sollte mit Steinmeier zu Abend essen, für den heutigen Donnerstag sind Treffen mit Lawrow und Putin geplant.

(AFP/dpa/Reuters/jW)

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