Aus: Ausgabe vom 23.03.2016, Seite 4 / Inland

Zeichen setzen für den Frieden

Von Rhein und Ruhr bis Rostock: Aktivisten mobilisieren bundesweit zu Ostermärschen

Von Markus Bernhardt
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Demonstrant während der Abschlusskundgebung der hessischen Ostermärsche auf dem Römerberg in Frankfurt am Main im April 2015

Die anstehenden Feiertage stehen ganz im Zeichen der traditionellen Ostermärsche der Friedensbewegung. In den meisten größeren Städten im gesamten Bundesgebiet finden rund um das Osterwochenende Proteste und Demonstrationen statt. Inhaltliche Schwerpunkte sind in diesem Jahr die Forderung nach einem sofortigen Ende aller Auslandseinsätze der Bundeswehr, einer friedlichen Lösung der Kriege in Syrien und der Ukraine sowie nach Bekämpfung der Fluchtursachen, welche einhergeht mit der Forderung nach Solidarität mit Zuwanderern.

Der teilnehmerstärkste Ostermarsch findet stets an Rhein und Ruhr statt. Dieser startet am Sonnabend um 10.30 Uhr in Duisburg. Am selben Tag ab 14 Uhr setzt sich der Ostermarsch Rheinland in Düsseldorf in Bewegung. Am Ostersonntag legen die Teilnehmer die weiteren Etappen von Essen (Start: 9.30 Uhr) über Gelsenkirchen (11.40 Uhr) und Wattenscheid (13 Uhr) bis nach Bochum mit dem Fahrrad zurück. In den besagten Städten wird es jeweils Zwischenkundgebungen geben. Danach wird im Bochumer Kulturzentrum »Bahnhof Langendreer« ab 16.15 Uhr der Abschluss des Protesttages gefeiert werden. Am Montag setzen die Ostermarschierer ihre Proteste fort, die sie dann ab zehn Uhr von Bochum-Werne zum Dortmunder »Wichernhaus« führen, wo ab 16 Uhr ein großes Friedensfest den diesjährigen Ostermarsch Ruhr beendet. Zuvor machen die Aktivisten gegen 14.15 im als Neonazihochburg bekannten Dortmunder Stadtteil Dorstfeld halt, um ein Zeichen gegen die regelmäßigen Provokationen der neofaschistischen Szene zu setzen.

Mehr als 30 Antiatomkraft- und Friedensinitiativen rufen für Karfreitag zur Teilnahme am diesjährigen Ostermarsch im nordrhein-westfälischen Gronau auf. Die Auftaktkundgebung beginnt ab zwölf Uhr vor dem Haupttor der Gronauer Uranfabrik (Röntgenstraße 4). Auch dort soll die Forderung nach einem sofortigem Abzug aller US-Atomwaffen propagiert werden.

»Wir fordern von der Bundesregierung, gemäß dem Beschluss des Bundestags vom März 2010 endlich den Abzug aller US-Atomwaffen aus Deutschland zu veranlassen«, sagte auch Ostermarsch-Ruhr-Sprecher Felix Oekentorp am Dienstag gegenüber jW. Die Bundesregierung müsse unverzüglich den Verzicht Deutschlands an der »nuklearen Teilhabe« im Rahmen ihrer NATO-Mitgliedschaft erklären. »Zudem muss gerade in NRW die Weiterverbreitung von Nuklearwaffentechnik verhindert und die Urananreicherungsanlage in Gronau sofort stillgelegt werden«, erklärte er weiter. Krieg beginne in Nordrhein-Westfalen konkret in der NATO-Kommandozentrale in Kalkar, in Rüstungsbetrieben wie Rheinmetall in Düsseldorf, in der Urananreicherungsanlage in Gronau oder in Schulen und Universitäten, an denen die Bundeswehr um Nachwuchs werbe, so Oekentorp weiter.

Der Ostermarsch Büchel steht in diesem Jahr unter dem Leitspruch »Stopp der atomaren Aufrüstung in Deutschland und weltweit«. Er beginnt am Ostermontag um 14 Uhr im Gewerbegebiet Büchel. Dann setzen sich die Protestteilnehmer in Richtung des örtlichen Fliegerhorsts in Bewegung, wo sie gegen 15 Uhr eine Kundgebung in der Nähe des Haupttores abhalten wollen.

In Berlin ruft die Friedenskoordination für Karsamstag um zwölf Uhr zum Hermannplatz im Bezirk Neukölln auf. Von dort aus wird die Demonstration unter dem Motto »Krieg ist Terror« in Richtung des Kreuzberger Oranienplatzes ziehen, wo der diesjährige Friedensmarsch endet. In Rostock startet der Ostermarsch ebenfalls am Sonnabend. Die Teilnehmer treffen sich ab 15 Uhr auf der Silohalbinsel im Stadthafen. Das Motto lautet »Gegen Militarisierung und Sozialabbau! Für eine friedliche und lebenswerte Stadt!«

Im sächsischen Leipzig treffen sich Friedensaktivisten am Sonnabend ab zehn Uhr im Nikolaikirchhof. In Hessen beginnt der Ostermarsch am selben Tag ab 10.30 Uhr mit Auftaktkundgebung am Wiesbadener Hauptbahnhof. Dort wird das Motto »Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt« propagiert.

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