Zehn Fragen zur Genossenschaft

(Was Sie schon immer über uns wissen wollten.)

Eine Zeitung wie die junge Welt täglich anzubieten, kostet im Monat deutlich mehr als 300000 Euro. Das ist eine sachliche Feststellung. Das muß gesichert werden. Darüber hinaus ist es notwendig, zusätzliche Projekte zur Förderung und Stabilisierung der Zeitung und des Verlages zu finanzieren. Im konkreten kapitalistischen Umfeld bietet ein Genossenschaftsmodell dafür bessere Möglichkeiten als die gesetzlichen Formen einer »normalen« Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH oder Aktiengesellschaft). Außerdem sind die Möglichkeiten der Mitbestimmung per Genossenschaftsgesetz demokratischer als anderswo. Der Verlag 8. Mai in seiner Form als Gesellschaft mit beschränkter Haftung, mit geringem Stammkapital von 25 564,59 Euro, ohne Immobilien und sonstige Vermögensgegenstände als Rückendeckung, ist aus der Sicht der Banken auch schlichtweg nicht kreditwürdig. Für wirtschaftlich aktives Handeln sind zuweilen jedoch frische Geldmittel unverzichtbar (Marketing, Technikinvestitionen, Überbrückung bei Liquiditätsschwankungen). Mit einer starken Genossenschaft im Rücken der Verlags-GmbH eröffnen sich weitaus mehr Wege und Möglichkeiten, das Projekt junge Welt zu sichern.


Warum eine Genossenschaft?

Eine ideale Konstruktion für ein Unternehmen wie die junge Welt gibt es nicht. Im konkreten kapitalistischen Umfeld bietet allerdings eine Genossenschaft bessere Möglichkeiten als andere Formen der Kapitalgesellschaft, etwa eine Aktiengesellschaft. Auch deshalb, weil Mitwirkung der Anteilszeichner nach dem Genossenschaftsgesetz umfassender möglich ist. Für wirtschaftlich aktives Handeln sind Geldmittel unverzichtbar (Marketing, Projektfinanzierung, Investitionen, Überbrückung bei Liquiditätsschwankungen). Mit einer starken Genossenschaft im Rücken eröffnen sich weit mehr Wege und Möglichkeiten, das Projekt junge Welt ökonomisch zu sichern. Und dabei weitgehende Unabhängigkeit zu behalten. Diese Eigentumsform entspricht auch eher dem Charakter unserer Zeitung.


Wie entstand die Genossenschaft?

Am 7. Oktober 1995 wurde die LPG gegründet. Obwol die wichtigsten Organe Mitarbeitendenversammlung, Vorstand und Aufsichtsrat bereits im März 1996 gewählt wurden oder sich konstituiert hatten, zog sich der Weg durch die Instanzen bis zum 23. November 1997 hin. An diesem Tag wurde mit der Eintragung in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg unter dem »amtlichen« Namen Linke Presse Verlags-, Förderungs- und Beteiligungsgenossenschaft junge Welt eG der Gründungsprozeß erfolgreich abgeschlossen.


Welchen Vorteil bringt die Mitgliedschaft in der Genossenschaft?

Mitgliedschaft bedeutet zunächst, einen Beitrag zum Erhalt der jW zu leisten. Wem es wichtig ist, daß die Tageszeitung junge Welt auch in Zukunft erscheint, ihr unverwechselbares Profil bewahrt und etwas roten Pfeffer in den Einheitsbrei der bürgerlichen Medienwelt bringt, kann das mit seiner Mitgliedschaft in der Genossenschaft wirksam unterstützen. Eine Mitgliedschaft in der LPG bietet über die Generalversammlung Mitspracherechte bei allen Tätigkeiten der Genossenschaft.


Wie erfolgt die Aufnahme neuer Mitglieder?

Nach Ausfüllen der Beitrittserklärung und deren Einreichung/Einsendung hat der Vorstand der Genossenschaft auf seiner nächsten turnusmäßigen Sitzung formal die Aufnahme zu beschließen. Damit erwirbt das neue Mitglied sein Stimmrecht und die Pflicht, seinen Genossenschaftsanteil entsprechend der Satzung einzuzahlen.


Wieviel kostet ein Genossenschaftsanteil?

Ein Geschäftsanteil ist auf 500 Euro bemessen. Jedes Mitglied muß mindestens einen, darf aber im Höchstfall fünfzig (schön wäre es, wenn das viele könnten) Anteile übernehmen. Mit Beitritt sind mindestens 100 Euro einzuzahlen, der Rest bis zum Ende des Folgejahres.


Besteht eine Haftung bei Verlusten der Genossenschaft?

Nur in Höhe der gezeichneten Anteile. Im schlimmsten Fall (Konkurs) wären die dann verloren. Eine sogenannte Nachschußpflicht (jedes Mitglied muß weitere Anteile einlegen, wenn dies erforderlich ist) wird in der Satzung ausdrücklich abgelehnt.


Wer kann Genossenschaftsmitglied werden?

Alle natürlichen oder juristischen Personen. Im Klartext: Jeder, unabhängig von Nationalität und Abonnement, soweit seine juristische Handlungsfähigkeit gegeben ist. Nebenbei heißt dies, daß auch mehrere Personen sich zusammenschließen können, um einen Anteil zu erwerben. Allerdings müssen sie dann eine Person bestimmen, die mit nur einer Stimme in der Generalversammlung die Interessen aller vertritt.


Welche Pflichten hat ein Genossenschaftsmitglied?

Es hat die vorgeschriebenen Einzahlungen zu tätigen und die Interessen der Genossenschaft, u.a. durch Einhaltung der Bestimmungen des Genossenschaftsgesetzes, der Satzung und Beschlüsse der Organe der Genossenschaft zu fördern.


Wie kann ich die Arbeit der Genossenschaft konkret unterstützen?

Es gibt viele Möglichkeiten, zum Beispiel durch Werbung für unsere Zeitung, Gewinnung neuer Abonnenten und weiterer Genossenschaftsmitglieder oder die direkte Bildung von Unterstützergruppen. Bei Veranstaltungen und anderen Anlässen können (sollten) die junge Welt, redaktionelle Beilagen oder andere Verlagserzeugnisse (Plakate, Poster etc.) an die Frau bzw. den Mann gebracht werden. Jede Idee, jedes Vorhaben, das dem Ziel der weiteren Verbreitung unserer Zeitung dient, ist gefragt. Kein Beitrag ist zu gering.