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05.12.2018: Von Marx zum Marxismus

Lange Zeit hat sich die Marxismusforschung erstaunlich wenig für die Entstehungszusammenhänge dieser so wirkmächtigen Ideenbewegung interessiert. 30 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges, im 200. Geburtsjahr von Karl Marx, ist es an der Zeit, neue Perspektiven auf die Ursprünge und Verbreitung der Ideen von Karl Marx und deren Transformation in eine politische Weltanschauung zu entwerfen. Der Vortrag spürt den Anfängen des Marxismus nach, in dem er die individuellen Lebensläufe und das sozialpolitische Engagement einer Handvoll Intellektueller untersucht, die man als die europäische Gründergeneration des Marxismus bezeichnen kann: die zwischen 1845 und 1870 in Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich und im Zarenreich geborenen Karl Kautsky, Eduard Bernstein, Rosa Luxemburg, Victor Adler, Jean Jaurès, Jules Guesde, Georgi W. Plechanow, Wladimir I. Lenin und Peter B. Struve. Mit dieser gruppenbiografischen Annäherung an die Entstehungsgeschichte einer der einflussreichsten politischen Weltanschauungen der Moderne lassen sich jene Gestaltungs- und Zerstörungskräfte identifizieren, die der Marxismus im 19. und 20. Jahrhundert entfalten sollte – und die teilweise bis heute fortwirken. Referentin: PD Dr. Christina Morina ist DAAD-Fachlektorin für Neuere und Neueste Geschichte am Deutschlandinstitut der Universität Amsterdam. Zu ihren Publikationen gehören Die Erfindung des Marxismus: Wie eine Idee die Welt eroberte (Siedler Verlag, 2017) sowie (mit Franka Maubach) Das 20. Jahrhundert erzählen. Zeiterfahrung und Zeiterforschung im geteilten Deutschland (Göttingen, 2016). Derzeit arbeitet sie an einer Monografie zur politischen Kulturgeschichte Deutschlands seit den 1980er Jahren. Moderation: Dr. Frank Engster

Veranstaltet durch: Helle Panke

19:00 Uhr

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin
Weitere Infos: https://www.helle-panke.de/de/topic/3.veranstaltungen.html?id=2458