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03.03.2018: 100 JAHRE GROSS-BERLIN (3): Die Grünfrage in der Grossstadtregion Berlin

Bereits beim Wettbewerb Groß-Berlin 1910 war klar geworden: Wachsende Großstadtregionen brauchen nicht nur Verkehrsstraßen und Wohnquartiere, sondern auch Stadtgrün: grüne Keile, grüne Ringe, grüne Straßen, grüne Plätze und „Gartenstädte“. Der 1912 gegründete Zweckverband Groß-Berlin erhielt den Auftrag, größere Grünflächen zu erwerben und damit zu erhalten. Die Bildung von (Groß-)Berlin 1920 bot Raum für grüne Wohnsiedlungen, Volksparks, Sport- und Spielplätze, die der Erholung dienen sollten. Während der nationalsozialistischen Diktatur erhielt der Stein Vorrang vor dem Grün – etwa am Lustgarten. Dennoch gab es grüne Projekte – etwa die Invalidensiedlung oder das Olympische Dorf. Im geteilten Berlin begann der stadtweite Kampf gegen das Steinerne Berlin, gegen hoch verdichtete Quartiere. Unter dem Banner der Auflockerung wurde das Grün hochgehalten, wenngleich es bisweilen dem Auto weichen musste. Das Hansaviertel und das Märkische Viertel sowie die Neuköllner Bundesgartenschau in West-Berlin und der erste wie zweite Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee, aber auch der Erholungspark Marzahn (Gartenschau Berlin) in Ost-Berlin erinnern an diese Zeit. In den 1980er Jahren erlangte die West-Berliner Gartendenkmalpflege überregionale Bedeutung. Nach dem Fall der Mauer wurden Regionalparks in Brandenburg geplant und neue Parks in Berlin angelegt. Die IGA 2017 krönte diese Entwicklung. Schon 1990 erhielt die Berlin-Potsdamer Parklandschaft (nicht nur) aus der Zeit des Absolutismus das Prädikat „Weltkulturerbe“. Angesichts des Wachstums Berlins und sich zuspitzender Herausforderungen des Klimawandels, Arten- und Ressourcenschutzes stellt sich die Frage nach einer Balance zwischen Stein und Grün in anderer Weise als in der Nachkriegszeit. Aber sie stellt sich wieder in einer regionalen Perspektive – als gemeinsame Aufgabe von Berlin und Brandenburg. PROGRAMM 10:00 Begrüßung durch Dr. Thomas Flierl (HHS-Vorstandsvorsitzender) und Katrin Lompscher (Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen) Prof. Dr. Dorothee Brantz (CMS an der TU Berlin): Die Grünfrage – Entwicklungsfaktor der Großstadtregion 10:45 1 Groß-Berlin: nicht nur steinern Moderation: Dr. Thomas Flierl (HHS) Einführung: Prof. Dr. Harald Bodenschatz (HHS) 11:00 Späte Kaiserzeit Katrin Lesser (Garten- und Landschaftsarchitektin): Grüne „Gartenstadt“: Frohnau Dr. Markus Tubbesing (ETH Zürich): Vom Wettbewerb Groß-Berlin 1910 zum Dauerwaldvertrag 1915 11:30 Weimarer Republik Winfried Brenne (Brenne Architekten): Grüne Großsiedlung Britz Prof. Dr. Stefanie Hennecke (Universität Kassel): Freiflächenpolitik und Volksparkanlagen 11:45 NS-Zeit Axel Zutz (Garten- und Planungshistoriker): Grüne Siedlungen: SS-Kameradschaftssiedlung und Invalidensiedlung Rainer Schmitz, Johanna Söhnigen (UdK Berlin): Auf der „Via Triumphalis“ nach Westen: Freiraumplanung für die Olympischen Spiele 1936 12:30 Diskussion 13:00 Mittagspause 14:00 Das geteilte Berlin Birgit Hammer (Landschafts.Architektur): Grüne Siedlungen in Ost-Berlin: Karl-Marx-Allee 2. Bauabschnitt und Marzahn Dr. Klaus-Henning von Krosigk (Gartenbaudirektor a.D.): Gartendenkmalpflege in West-Berlin als kulturelles Erbe 14:30 2 Grün in wachsenden Großstädten Moderation: Dr. Johanna Schlaack (HHS, Think Berl!n) Einführung: Dr. Cordelia Polinna (HHS, Urban Catalyst GmbH, Think Berl!n) 14:45 Grün in der Großstadtregion Prof. Dr. Ingo Kowarik (TU Berlin): Berlin: Grünes Band Ephraim Gothe (Stadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit in Mitte): Umland: Regionalparks in Brandenburg Dr. Corinne Jaquand (ENSA Paris-Belleville): Grand Paris: auf dem Weg zu einer grünen Stadtregion? Ingo Malter (Geschäftsführung Stadt und Land): Mehr Dichte, mehr Grün 15:30 Stein oder Grün? Philipp Sattler (BDLA Landesgruppe BB, Vorsitzender der DGGL in BB): Grün oder Stein? 16:00 Diskussion 16:30 Kaffeepause 17:00 3 Die Zukunft der grünen Agenda Moderation: Prof. Dr. Dorothee Brantz (CMS an der TU Berlin) Stefan Tidow (Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz): Grüne Perspektiven für die Berliner Stadtlandschaft 17:15 Stephan Strauss (Garten- und Landschaftsarchitekt + Gartendenkmalpfleger): Eine historische Bilanz: Berliner Grün – kulturelles Verständnis und Zuständigkeiten 17:30 Diskussion 18:30 Ausblick: Dr. Thomas Flierl Bis 2020 wird die jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe zu weiteren Schlüsselaufgaben wie «Die Planungskultur» fortgesetzt, sie mündet schließlich im Jahr 2020 in die Abschlusskonferenz zu Perspektiven für die Hauptstadtregion. Die Konferenz wird veranstaltet von Helle Panke in Kooperation mit der Hermann-Henselmann-Stiftung, mit dem Center for Metropolitan Studies der TU Berlin und der Rosa Luxemburg Stiftung. Anmelden können Sie sich bei uns oder per Email unter info@hermann-henselmann-stiftung.de

Veranstaltet durch: Helle Panke

10:00 Uhr

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin
Weitere Infos: www.helle-panke.de/topic/3.html?id=2409