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12.12.2017: Zum Wandel der politischen Sprache und den Perspektiven ihrer Erforschung

Das Feld des Politischen – und mit ihm die politische Semantik – scheint in jüngerer Zeit in starke Bewegung zu geraten. Zu den übergreifenden Trends gehören das Abwandern des Protestpotentials nach rechts, die Einbindung und diskursive Entwaffnung der Restlinken durch den moralisierenden Pseudo-Universalismus der "progressiven Neoliberalen" (Nancy Fraser), die Umkodierung sozialer Ungleichheit auf individuelle Bildung, die Delegitimierung organisierter Gruppeninteressen sowie die Privatisierung und Naturalisierung gesellschaftlicher Verhältnisse. Immer handelt es sich dabei um Entwicklungen, die auch durch politisches Sprachhandeln hergestellt und reproduziert werden.
Auf der Veranstaltung tragen Wissenschaftler, die sich seit Jahren mit der Entwicklung der politischen Semantik beschäftigen, ihre Beobachtungen und Thesen zum Sprachwandel vor und diskutieren, welchen Beitrag die historische Sprachanalyse zur kritischen Selbstaufklärung der Gegenwart leisten kann.

Diskutanten:
PD Dr. Peter Jehle (Mitherausgeber des Historisch-Kritischen Wörterbuchs des Marxismus)
Prof. Dr. Clemens Knobloch (Sprachwissenschaftler, Universität Siegen)
PD Dr. Ernst Müller (Philosoph, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin)

Veranstaltet durch: Helle Panke

19:00 Uhr

Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin
Weitere Infos: www.helle-panke.de/topic/3.html?id=2357