Thema

27.05.2017
Im Rahmen des diesjährigen Kirchentages feiert die Evangelische Kirche das fünfhundertjährige Reformationsjubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen an bedeutenden Wirkungsstätten Luthers und seiner Anhänger – ökumenischer Himmelfahrtsgottesdienst am Donnerstag in Erfurt mit Schauspielern, die St. Martin und Luther verkörpern
500 Jahre Reformation

Gespaltene Bewegung

Als sich die Reformation zu einer Bedrohung der politischen Verhältnisse ­ausweitete, bekannte sich Luther entschieden zu den Herrschenden. Die Auseinandersetzung mit Karlstadt (Teil 1)

Von Gert Wendelborn
26.05.2017
Seit der Weltwirtschaftskrise 2007 erfreut sich Marx’ Hauptwerk wieder eines größeren Leseinteresses. Ließen sich die drei »Kapital«-Bände der Marx-Engels-Werkausgabe zeitweise antiquarisch für einen Appel und ein Ei erwerben, sind die Preise mittlerweile wieder gestiegen. Auch werden die Bände wieder neu gedruckt

Politische Ökonomie: Eine folgenreiche Publikation

Vor 150 Jahren erschien »Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie« von Karl Marx – ein Jahrhundertwerk, das kaum an Aktualität verloren hat

Von Michael R. Krätke
24.05.2017
Ganz der Vater. Aber es sind nicht die Gene, es ist die Tradition von bald 150 Jahren, die den hohen Staatsdiener prägt: Thomas de Maizière als Minister für deutsche ­Vorwärtsverteidigung Anfang März 2013 am Hindukusch

Militäradel: Vatersöhnchens Leitkultur

Zehn Gebote hat Thomas des Maizière erlassen, um Deutschlands Identität zu sichern. Seit es dieses Deutschland gibt, haben Männer seines alten Geschlechts dafür gesorgt, dass es nicht untergeht

Von Otto Köhler
23.05.2017
Eine Regierung des Kapitals: Zahlreiche Mitglieder von Trumps Kabinett sind Millionäre oder Milliardäre – der Präsident und seine Regierung bei der Verabschiedung eines Dekrets mit Maßnahmen zur »Verschlankung« des Staates (Aufnahme vom 13.3.2017)

USA unter Trump: Nationale Bourgeoisie

Trumps »America first« – der neue US-Präsident sieht in einer nationalistischen Wirtschaftspolitik die Lösung für die ökonomischen Probleme der Vereinigten Staaten

Von Guenther Sandleben
22.05.2017
Hilferding verstand Rationalisierungen und Kartellbildungen insbesondere in der Elektro- und Chemieindustrie weniger als Maßnahmen zur Profitsteigerung, sondern erblickte darin vielmehr »den ­prinzipiellen Ersatz des kapitalistischen Prinzips der freien Konkurrenz durch das sozialistische Prinzip planmäßiger Produktion« (Arbeiterinnen im AEG-Werk Berlin-Treptow 1928)

Sozialdemokratie: Hilferdings Märchen

Ende Mai 1927 beriet die SPD auf dem Parteitag in Kiel über ihre zukünftige Politik

Von Reiner Zilkenat
20.05.2017
Der befremdlichen Wahrnehmung, wonach Fußball Krieg sei, entspricht das martialische Auftreten dieser Fans der SG Dynamo Dresden am 14. Mai im Karlsruher Wildparkstadion

Fußball: Archaische Reste

Über Fußball, Hooliganismus und Gewalt

Von Richard Gebhardt
19.05.2017
Tötungsgerät »made in Austria«. ­Philippinische Armee und Polizei setzen auf östereichische Fabrikate (Militär auf der ­südphilippinischen Insel Basilan mit den »Armee-Universal-Gewehr« der Waffenschmiede Steyr-Mannlicher)

Waffenschmiede: Kleine Massenvernichtungswaffen

Österreichische Unternehmen spielen eine bedeutende Rolle bei der Proliferation von Pistolen und Gewehren. Immer wieder finden diese ihren Weg in Konfliktgebiete in aller Welt.

Von Simon Loidl
18.05.2017
Werner Steinbrinck war ein entschiedener Gegner der Nazis. Von Jugend an in kommunistischen Gruppen organisiert, leistete er bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo Widerstand (undatierte Aufnahme, rechts außen: Werner Steinbrinck, links außen: seine Freundin Hilde Jadamowitz, die übrigen ­Personen sind unbekannt)

Antifaschistischer Widerstand: Ein vergessener Held

Als die Nazis vor 75 Jahren in Berlin ihre Propagandaausstellung »Das Sowjetparadies« zeigten, entschlossen sich Antifaschisten, dagegen vorzugehen. Werner Steinbrinck war einer von ihnen

Von Cristina Fischer
17.05.2017
»Die friedliche Nutzung der Atomenergie« (1971), Magdeburger Straße 34, 6 x 18 m, Halle-Neustadt

Kunstgeschichte: Meister der Montage

Eine Erinnerung an den katalanischen Künstler Josep Renau anlässlich seines 110. Geburtstages. In der DDR schuf er bedeutende Wandgemälde

Von Peter Michel
16.05.2017

BANGLADESCH: Bedrohte Quartiere

Bangladeschs Hauptstadt Dhaka zählt zu den rasant wachsenden Megacities. Während die Regierung alles der wirtschaftlichen Entwicklung unterordnet, müssen die Armen und ihre Siedlungen weichen

Von Elisa T. Bertuzzo
15.05.2017
In Sachen Gleichbereichtigung ist in Kuba noch viel zu tun. Aber im Gegensatz zu allen anderen Ländern ­Lateinamerikas ist die sozialistische Insel für Frauen ein sicherer Ort – und das nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht (Aufnahme vom Malecón in Havanna)

Gleichberechtigung: Kuba im Wandel

Der Machismo hat auch im sozialistischen Inselstaat eine mächtige Tradition. Aber das Land hat große Fortschritte gemacht.

Von Eva Aigner, Lorenz Küstner, Kjell Hlawaty, Marcel Kunzmann
13.05.2017
In Frankreich ehrt man Francisco Boix (31.8.1920–4.7.1951) mittlerweile als Helden des ­antifaschistischen Widerstands. Am 16. Juni werden seine sterblichen Überreste auf den berühmten Pariser Friedhof ­Père-Lachaise überführt (historische Aufnahme nach der Befreiung im Konzentrationslager Mauthausen)

NS-Verbrechen: Das Erbe von Mauthausen

Der spanische Fotograf Francisco Boix rettete zusammen mit anderen spanischen Häftlingen Hunderte Fotonegative aus dem Konzentrationslager, die den Terror der Nazis belegen

Von Ruth Perez-Chaves und Carmela Negrete
12.05.2017
Der Cyberwar ist kein auf das Netz begrenzter bloß virtueller Krieg. Solche Attacken können der Vorwand für einen militärischen Angriff sein. Andererseits kommt heutige Kriegführung nicht mehr ohne die Nutzung des ­Internets aus (südkoreanische Soldaten bei einer Übung in Seoul, im Hintergrund eine Plakatwerbung für den Film »Matrix Revolutions«)

CYBERKRIEG: Werkzeug und Waffe

Die Karriere des Internets. Vom Kommandoinstrument des US-Militärs zum universellen Kommunikationskanal des Kapitalismus

Von Theo Wentzke
11.05.2017
Kein Rechtsdokument der Welt verpflichtet die Bundeswehr zur Präsenz in Afghanistan (hier eine Patrouille am 6. Dezember 2010 in Imam Sahib nördlich von Kundus). Dass der deutsche Staat sich dennoch im Land am Hindukusch »engagiert«, hat tödliche Folgen …

Juristerei und Militärisches: Nicht gedeckt

Weder Grundgesetz noch Völkerrecht verlangen vom deutschen Staat, dass es sein Militär in alle Winkel der Erde entsendet. Juristische Überlegungen zur Ablehnung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

Von Gregor Schirmer
10.05.2017
Schweres Gerät im Osten, Februar 2017. Ein Zug mit Bundeswehr-Schützenpanzern vom Typ »Marder« im litauischen Sestokai. 100 Kilometer vor der russischen Grenze steht ein von der BRD geführtes NATO-Bataillon

Neuer Kalter Krieg: Vorposten Baltikum

Warum Russland die NATO-Mitgliedschaft von Estland, Lettland und Litauen bisher erfolgreich neutralisieren konnte

Von Reinhard Lauterbach
09.05.2017
Massive Proteste führten zur Amtsenthebung von Präsidentin Park Geun Hye – Demonstration der Koreanischen Gewerkschaftsbundes am 30. November 2016 in Seoul

Südkorea: Konservative ohne Chancen

Heute finden in Südkorea Präsidentschaftswahlen statt. Vom neuen Staatschef wird erwartet, dass er endlich für Transparenz sorgt, Korruption und Günstlingswirtschaft beendet und vo...

Von Rainer Werning
08.05.2017
»Verbrenne und zerstöre alles, damit jene, welche gekommen sind, um uns wieder in die Sklaverei zu pressen, vor ihren Augen das Abbild jener Hölle sehen, welche sie verdienen.« (L’Ouverture an Dessalines). Die französischen Invasoren konnten gestoppt werden (Holzschnitt der Schlacht von Crête-à-Pierrot im März 1802 von Auguste Raffet aus dem Jahr 1839)

haiti: »Für immer ein Vulkan«

Vorabdruck. Die Revolution in Haiti hatte Erfolg. Doch das Land der ehemaligen Sklaven konnte sich aus der Abhängigkeit nicht befreien

Von Philipp Hanke
06.05.2017
1940 ließ Hans Frank, der faschistische Generalgouverneur Polens, das Warschauer Chopin-Denkmal sprengen. Der »Judenschlächter« war indes ein glühender Anhänger des polnischen Komponisten und ließ zwei Jahre später eigens ein »deutsches« Chopin-Museum in Krakau errichten – im Bild das 1958 neu errichtete Monument im Warschauer Lazienki-Park (Aufnahme vom 7.2.2006)

NS-Geschichte: Die Kraft der Musik

Reinhard Piechocki hat ein Buch über die Instrumentalisierung Frédéric Chopins im Rahmen der faschistischen Kulturpolitik geschrieben

Von Stefan Siegert
05.05.2017
Am 16. März 1968 ermordeten US-Soldaten im vietnamesischen My Lai (Son My) fast alle Bewohner des Dorfes: 504 Zivilisten, darunter zahlreiche Kinder, Frauen und Greise. Später konnte auch mit Hilfe des Russell-Tribunals gezeigt werden, dass dies kein Einzelfall war

Vietnamkrieg: Von Nürnberg nach Vietnam

Vor 50 Jahren tagte das Russell-Tribunal und verurteilte die USA wegen Kriegsverbrechen in Sudostasien.

Von Gerhard Hanloser
04.05.2017
Republikanische Soldaten während der Maikämpfe, die vom 3. bis zum 8. Mai 1937 andauerten

80 Jahre Spanischer Krieg: Die tragische Woche

Mitten im Krieg kam es im Mai 1937 in Barcelona zu mehrtägigen Kämpfen zwischen Antifaschisten. Die sogenannten Maiereignisse leiteten den Niedergang der einst mächtigen spanischen...

Von Werner Abel
03.05.2017
Unter der Präsidentschaft von Barack Obama eskalierte der Drohnenkrieg: Laut offiziellen Angaben töteten die USA zwischen Januar 2009 und Ende 2015 fast 2.500 Menschen, unter ihnen wohl mehr als hundert sogenannte Nichtkombatanten

USA: Als wäre Obama nie gegangen

Die 100-Tagebilanz der Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump: Mehr Freiheit für die Generäle, aber sonst wenig Veränderungen

Von Knut Mellenthin
02.05.2017
Im Gegensatz zu vielen anderen, die ihr »Linkssein« nach 1989 abstreiften wie ein altes Kleidungsstück, blieb Gisela Elsner eine überzeugte Kommunistin. Für das »neue Deutschland« hatte sie nur Verachtung übrig. In Anlehnung an Brecht schrieb sie: »Das Abwasserrohr, aus dem das schwemmt, ist immer noch nicht zugeklemmt.« Am 23. Mai 1992 nahm sie sich das Leben (Porträtaufnahme um 1970)

Literaturgeschichte: Kuckucksei im Bourgeoisnest

Vor 80 Jahren wurde die Schriftstellerin und Kommunistin Gisela Elsner geboren. Sie war eine der wenigen westdeutschen Vertreterinnen einer konsequent realistischen Literatur

Von Mathias Meyers
29.04.2017
Beschäftigte des indonesischen Unternehmens Telkomsel streiken im November 2011 für bessere Arbeitsbedingungen

Weltarbeiterklasse: Aufstieg im Niedergang

Die globale Gewerkschaftsbewegung ist geschwächt. Doch es gibt Anzeichen einer Erneuerung

Von Marcel van der Linden
28.04.2017
Mobilisierungsplakat nach einem Motiv von John Heartfield zum diesjährigen 1. Mai

Antifa: Gekaperter Kampftag

Die Besetzung des internationalen Kampftages der Arbeiterklasse durch die Faschisten und andere Rechte hat eine lange Tradition – ein Überblick

Von Bernd Langer
27.04.2017
Trübe Aussichten – der ehemalige Vorsitzende der Kommunistischen Partei Italiens, Antonio Gramsci (1891–1937), genießt heute auch bei manchen Rechten hohes Ansehen

Politische Theorie: Rechte Piraten in linken Gewässern

Vor 80 Jahren starb der italienische Kommunist und marxistische Theoretiker Antonio Gramsci. Seine Kulturtheorie ist mittlerweile auch bei den Rechten beliebt

Von Sabine Kebir