Thema

20.01.2018
Leo Löwenthals Studie »Falsche Propheten« von 1949 ist heute aktueller denn je – der Thüringer AfD-Landesvorsitzende und Chef der Landtagsfraktion Björn Höcke bei einer Kundgebung in Erfurt (13.1.2016)
Soziologie

Kritik des Falschen

Vor 25 Jahren starb der Mitbegründer der Kritischen Theorie Leo Löwenthal. Als Nestor der Literatursoziologie und Erforscher des Rechtspopulismus hat er noch heute Bedeutung

Von Arnd Beise
19.01.2018
Berge von Müll. Sogenannte Ragpicker auf einer Halde in Dehli auf der Suche nach Verwertbarem (Aufnahme vom November 2014)

Indien: Stadt, Land, Müll

Indien leidet unter einer erdrückenden Abfalllast. Maßnahmen der Regierung haben bisher nur wenig bewirkt.

Von Thomas Berger
18.01.2018
Es liegt an der jungen Generation, die Fahne weiterzutragen – das ehemalige KZ Buchenwald bei Weimar (Jubiläum von dessen Befreiung am 15. April 2012)

Antifaschismus: Die Erinnerung am Leben halten

70 Jahre Berliner VVN-BdA. Über das heutige Gedenken an die Widerstandskämpfer gegen den Faschismus und die Unterschiede der Generationen. Ein Gespräch mit Werner Knapp und Frauke ...

Von Interview: Claudia Wrobel und Lothar Bassermann
17.01.2018
In den 1960er Jahren war der Minirock ein Symbol der Rebellion und der Befreiung. Die sexuelle Revolution aber blieb aus, und am Ende siegte der Markt — Demonstration für die Minimode in München (August 1970)

50 Jahre »68«: Der Traum vom anderen Leben

Die 68er-Bewegung stand für einen sexuellen Aufbruch. Körperlichkeit und Revolte gehörten zusammen

Von Ulrike Heider
16.01.2018
Verschickung in alle Welt. Volkswagen »beglückt« mit seinen Autos 150 Länder und macht damit einen Umsatz von inzwischen mehr als 200 Milliarden Euro jährlich (Verladung von VW-Modellen in Emden)

Autonation D: Die Indienstnahme der Welt

Deutsche Automobilindustrie sucht nach Märkten und Produktionsstandorten. Dabei wird ihr bisherige Führungsposition von der internationalen Konkurrenz inzwischen bedroht

Von Theo Wentzke
15.01.2018
Solidarität mit Geflüchteten ja – aber welche? Selma Schacht und Günther Pohl plädierten neben Humanismus für Klassensolidarität. Ohne in gemeinsamen Kämpfen die Systemfrage zu stellen, ließen sich die Probleme der verschärften Konkurrenz nicht lösen

Podiumsdiskussion: »Gemeinsame Kämpfe initiieren«

Oben – unten, Nord – Süd. Wer wen? Soziale Frage und Flüchtlingselend. Verabschiedet sich die Linke von der internationalen Solidarität? Auszüge aus der Podiumsdiskussion auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2018.

13.01.2018
Der Kolonialismus wurde von Beginn an ideologisch bemäntelt. Man bringe den »Ungläubigen« und »Unterentwickelten« die christliche Religion und die Zivilisation, hieß es. Statt dessen wurde ausgebeutet und unterdrückt (Karikatur aus der sozialdemokratischen Satirezeitschrift Der wahre Jacob, 1905)

Afrika: Mit Gott und Peitsche

Das Deutsche Reich war die viertgrößte Kolonialmacht der Welt. Vor allem in Afrika gingen Soldaten und Siedler mit brutaler Gewalt gegen die Einheimischen vor

Von Ulrich van der Heyden
12.01.2018
Der US-Präsident hat sich zumindest propagandistisch dem Kampf gegen Bandenkriminalität verschrieben. Entsprechende Statistiken sollen aber nicht öffentlich bekannt werden (Donald Trump macht am 28. Juli 2017 vor Polizisten in New York Stimmung gegen die Straßengang MS-13)

USA: Regieren mit Zahlen

Die US-Regierung wettert gegen Bandenkriminalität, entfernt die entsprechenden Daten aber aus der offiziellen Statistik

Von Jürgen Heiser
11.01.2018
Laut der Internationalen Organisation für ­Migration in Genf starben im Jahr 2017 rund 3.100 ­Menschen beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten. Die tatsächliche Zahl dürfte weit höher ­liegen – Protest vor dem Bundestag gegen die EU-Abschottungspolitik (21.6.2015)

Debatte: Schulter an Schulter

Migrantinnen und Migranten bringen Kampferfahrungen mit. Die hiesige Linke muss die Multiethnizität der Arbeiterklasse anerkennen und die rassistische Spaltung zurückweisen

Von Selma Schacht
11.01.2018
Seit Jahren fordert die Linke in Deutschland ein Bleiberecht für Flüchtlinge und den Stopp von Abschiebungen – Proteste vor der nigerianischen Botschaft in Berlin (15.10.2012)

Debatte: Solidarität sichtbar machen

Vor dem Hintergrund des rechten Vormarsches werden Geflüchtete häufig nur als Problem gesehen. Linke Positionen müssen wieder deutlicher wahrnehmbar sein

Von Canan Bayram
10.01.2018
Einander fremd. Von der Polizei eskortierte Migranten am 20. Oktober 2015 in der Gemeinde Wegscheid bei Passau

Debatte: Fluchtursache Kapitalismus

Soziale Frage und Flüchtlingselend. Internationale Solidarität muss in diesen Zeiten auch im eigenen Land geübt werden und bedeutet, gemeinsam zu kämpfen.

Von Günter Pohl
10.01.2018
Die Offensive von rechts hat auch das linke Lager erschüttert und progressive Positionen aufgeweicht. (Anti-Merkel-Demonstration am 7. Mai 2016 in Berlin)

Debatte: Den Aufruhr fördern

Über Voraussetzungen und Ziele einer jeden linken Politik. Anmerkungen zur Debatte über die notwendigen Reaktionen auf den gesellschaftlichen Rechtsruck.

Von Lorenz Gösta Beutin
09.01.2018
Wer in der gesellschaftlichen Hierarchie unten steht, dem wird von Nationalisten versichert, er könne stolz sein, zu den Deutschen zu gehören und sei immer noch etwas »Besonderes« (Pegida-Anhänger am 16.10.2016 auf dem Theaterplatz in Dresden)

Irrationalismus: Die Normalität des Irrationalen

Die Zumutungen eines krisenhaften Kapitalismus werden oft genug mit Ressentiments und Stereotypen beantwortet. Davon profitieren rechtspopulistische Organisationen.

Von Werner Seppmann
08.01.2018
Ekkehard Kiesewetter war, bevor er sich der Regie zuwandte, zunächst als Schauspieler tätig, unter anderem in Gera und Weimar. In Greiz spielte er in Shakespeares »Hamlet« die Hauptrolle …

DDR-Kulturgeschichte: »In den Westen wollte ich nie«

Über Theater im Kalten Krieg, Brechts »Baal« in Erfurt und die Schauspielerausbildung in der DDR. Ein Gespräch mit Ekkehard Kiesewetter

Von Burga Kalinowski
06.01.2018
1988 wurde das Schauspielhaus Erfurt nach aufwendigen Umbau- und Renovierungsarbeiten neu eröffnet. 2002 ließ die Stadt es schließen. Dann ­verkam das Haus. Erst jetzt wird es wieder von einem Bürgerverein genutzt (Aufnahme vom 13.3.2009)

DDR-Kulturgeschichte: »Eine schwere, aber phantastische Zeit«

Über Theater und Utopie, Kultur in der DDR und die frühen Jahre des sozialistischen Aufbaus. Ein Gespräch mit Ekkehard Kiesewetter

Von Burga Kalinowski
05.01.2018
Das Utopische ist als Moment des Wissenschaftlichen im Marxismus zu begreifen. Nur wissenschaftlich begründet und auf wissenschaftlicher Grundlage kann sich das ­realistischste ­Bewusstsein dessen, was möglich ist, mit der anspruchsvollsten Vision dessen, was nötig ist, verbinden (Wenzel Hablik: Große bunte utopische Bauten, 1922, Öl auf Leinwand)

Marxismus: Begriffene Zukünftigkeit

Das geschichtlich Mögliche denken in finsteren Zeiten. Über die Notwendigkeit einer konkreten Utopie als Bestandteil des Marxismus. Ein Vorabdruck.

Von Thomas Metscher
04.01.2018
Alleine in der Bundesrepublik gibt es inzwischen Hunderttausende Crowd-Arbeiter. Bei den meisten Plattformen haben die Klickjobber noch nicht einmal ein Recht darauf, für getane Arbeit auch bezahlt zu werden

Neue Arbeitswelt: Zerstörerische Schöpfung

Beim »Crowdworking« werden Aufträge digital für einen anonymen Arbeitskräftepool ausgeschrieben. Das höhlt das Arbeitsrecht weiter aus. Doch Unternehmensvertreter diskutieren offen: Jeder soll ein »Selbständiger« sein.

Von Marcus Schwarzbach
03.01.2018
»Moria ist die Hölle.« Das Lager war ein alter griechischer Militärstützpunkt, gebaut für 700 Soldaten, danach erweitert für nicht mehr als 2.500 Flüchtlinge und Asylbewerber. Inzwischen hausen dort über 6.000 Menschen (Flüchtlinge warten vor dem Lager auf ihre Registrierung)

Flüchtlinge: »Wir sind alle Flüchtlinge«

Auf der griechischen Insel Lesbos zeigt sich die menschenverachtende Politik der Europäischen Union.

Von Hansgeorg Hermann
02.01.2018
Der DDR-Ein-Megabit-Chip. Anders als hämisch behauptet, war der Schaltkreis U61000 tatsächlich funktionsfähig. Bevor aber die Serienproduktion ­beginnen konnte, gab es den Arbeiter- und Bauernstaat nicht mehr

DDR-Ökonomie: Kein Bluff

Der Ausbau der Halbleitertechnologie in der DDR in der DDR war keine Milliarden verschlingende Propagandaveranstaltung. Vor 40 Jahren nahm das Kombinat Mikroelektronik seine Arbeit auf.

Von Jörg Roesler
30.12.2017
In der deutschen Gegenwartsliteratur finden sich rechte Gewalttäter bestenfalls als Staffage in Gesellschaftspanoramen der ostdeutschen Provinz (Neonazis aus Berlin-Lichtenberg am ehemaligen KZ Sachsenhausen, Aufnahme aus dem Jahr 1990)

Literatur: Skinheadbuben

Manja Präkels und Moritz von Uslar streiten über die Verharmlosung rechter Gewalt. Das ist gut so, denn es lenkt den Blick darauf, wie sehr die deutsche Literatur bei diesem Thema versagt hat.

Von Matthias N. Lorenz
29.12.2017
Ein Stück für Linke ohne Hoffnungen und geschichtsphilosophische Illusionen. Die »Hamletmaschine« in einer Inszenierung von Christina Tscharyiski im Vestibül des Burgtheaters in Wien mit Christoph Radakovits (Foto), Marie-Luise Stockinger und Ignaz Kirchner (Premiere am 16.10.2015)

Literatur: »Und die Welt dreht ihre Runden«

Vor 40 Jahren erschien Heiner Müllers »Hamletmaschine«. Das Stück entwirft ein Szenario, das bis heute leider nicht an Aktualität verloren hat.

Von Wolfram Ette
28.12.2017
Generaloberst und Minister. Erich Mielke (28.12.1907–21.5.2000, hier am 15.12.1967, als er dem Wachregiment Berlin des Ministeriums für ­Staatssicherheit den Ehrennamen »Feliks Edmundowitsch Dzierzynski« verlieh)

Spanischer Krieg: Der Capitán aus dem Wedding

Während des Spanischen Kriegs arbeitete Erich Mielke im Verwaltungszentrum der Internationalen Brigaden. Bis heute wird ihm nachgesagt, er sei für den sowjetischen Geheimdienst tätig gewesen – zu Unrecht.

Von Werner Abel
27.12.2017
Der Führer fuhr viel, man erfährt nichts. Jedes Mal, wenn Hitler eine Autofahrt unternahm, wird in dem Itinerar jeder größere Ort, den er passiert, mit einer eigenen Zeile aufgeführt (Blick durch die Frontscheibe des Wagens, in dem Hitler nach seiner Ernennung zum Reichskanzler am 30.1.1933 entlang der Wilhelmstraße zu seinem Quartier im Hotel Kaiserhof fährt)

Elende Hitlerei: Adolf Hitler – Tag für Tag

Gleich zwei Itinerare desinformieren, was dieser Führer sein Leben lang anstellte.

Von Otto Köhler
23.12.2017
Der Dämon war über die Deutschen gekommen. Das ist die Quintessenz der westdeutschen Historiographie (der wächserne Hitler bei »Madame Tussauds« in Berlin)

Holocaust-Forschung: Es war doch Hitler

Das Münchner Institut für Zeitgeschichte wird nach dem Urteil seines Chefs seit Ende Oktober von einem gefährlichen Untier verfolgt.

Von Otto Köhler
22.12.2017
Was waren das für Zeiten, als die Menschen noch darunter litten, dass man aus ihnen andere machen wollte? Längst ist die Entfremdung allumfassend geworden, und die Masken sitzen fest (Tokio, 19.5.2015)

Sozialpsychologie: Ins Fleisch gewachsene Masken

Einst schien der Kapitalismus als eine bedrohliche äußere Macht. Heute herrscht das glückliche falsche Bewusstsein – über die »Entfremdung zweiten Grades«

Von Götz Eisenberg