Gegründet 1947 Mittwoch, 27. März 2019, Nr. 73
Die junge Welt wird von 2173 GenossInnen herausgegeben
26.04.1999 / Feuilleton / Seite 0

Keine roten Fahnen

Die Entstehung der Räterepublik in München 1919

Nick Brauns

Als der Ministerpräsident Kurt Eisner am Morgen des 21.Februar 1919 in München ermordet wurde (siehe jW vom 13./14. Februar 1999), war dies nicht, wie von Seiten des Bürgertums erhofft, das Ende der Revolution in Bayern. Die Macht lag plötzlich wieder bei den Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräten und deren oberstem Organ, dem Zentralrat unter Vorsitz des Unabhängigen Sozialdemokraten Ernst Niekisch.

In München tagte vom 25. Februar bis zum 8. März ein Rätekongreß, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Wie sehr sich der unerfahrene Münchner KPD-Vorsitzende Max Levien täuschte, als er den Rätekongreß schon als die Diktatur des Proletariats bezeichnete, zeigte sich, als am 27. Februar die sozialdemokratisch geführte Republikanische Schutztruppe in den Kongreß eindrang und ihn und Erich Mühsam kurzerhand verhaftete. Unter dem Druck der Räte mußten die Revolutionäre zwar wieder freigelassen werden, doch die SPD hatte deutlich gemacht, daß sie mit den Räten so...

Artikel-Länge: 6608 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €