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29.01.2008 / Inland / Seite 4

Täter der »Köpenicker Blutwoche« geehrt

Erneut Geschichtsverdrehung durch Neofaschisten in Berlin. SA-Leute als Opfer dargestellt

Stefan Otto
Passanten mögen ein Plakat in der Köpenicker Schmausstraße zunächst für eine Gedenktafel gehalten haben. »An dieser Stelle wurden am 21. Juni 1933 die Hilfspolizisten Robert Gleuel, Wilhelm Klein und Walter Apel im Alter von 23 Jahren kaltblütig niedergeschossen und erlagen ihren Verletzungen wenige Tage danach«, stand drauf. Hanna Wichmann von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) Köpenick ist empört: »Das Schild hat die Geschehnisse völlig aus dem Zusammenhang gerissen«.

Der Schütze war Anton Schmaus. Er handelte in Notwehr, weil SA-Leute in das Haus seiner Familie eingedrungen waren, um ihn und seine Eltern festzunehmen. Im Juni 1933 überzog eine Verhaftungswelle den Berliner Südosten, die als Köpenicker Blutwoche in die Geschichte einging. Hunderte Mitglieder von SPD und KPD, Juden und Gewerkschafter wurden verhaftet, gefoltert und einige ermordet. Nachweislich sind mindestens 24 Menschen umgekommen. »SA-Mitglieder, die unmittelbar zur T...

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