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23.01.2008 / Inland / Seite 5

Tausende Einzelfälle

Ehemalige Heimkinder fordern Entschädigung für Sklavenarbeit. Wissenschaftler im Bundestag: Unrecht mit System in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen

Jana Frielinghaus
Auch Regina Eppert hat über 40 Jahre geschwiegen und nicht einmal mit ihrer Schwester über die gemeinsamen traumatischen Erlebnisse in einem Heim für »gefallene Mädchen« des Vinzentinerinnenordens gesprochen. Jahrzehntelang schämte sie sich, weil man ihr immer wieder gesagt hatte, sie sei nichts wert. Heute ist sie zweite Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder (VEH), der im Namen Zehntausender Entschädigungen für Entrechtung und jahrelange Schwerstarbeit ohne Entlohnung fordert. Zwischen 1945 und 1975 waren in rund 3000 staatlichen und kirchlichen »Fürsorgeheimen« zwischen 500000 bis eine Million Jungen und Mädchen untergebracht, aber auch junge Erwachsene, die noch nicht 21 waren – erst mit diesem Alter galt man seinerzeit als volljährig.

Am Montag abend hatte der Verein in Berlin sechs Wissenschaftler zu einem öffentlichen Gespräch eingeladen, die zuvor in einer Anhörung des Petitionsausschusses des Bundestages über die Organisation und die Zustän...

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