11.01.2008 / Feminismus / Seite 15

Systematische Demütigung

Steffi Holz hat die Erfahrungen von Frauen in Abschiebehaft dokumentiert

Yvonne Klomke
Als »normales Leben – nur ohne Freiheit« hat ein ehemaliger stellvertretender Leiter des Abschiebegewahrsams Berlin-Köpenick die Situation der dort Inhaftierten einmal beschrieben. Ein Betroffener nennt diese Anstalt dagegen »deportation camp«. In Abschiebehaft kann jeder genommen werden, der keinen gültigen Aufenthaltsstatus hat. Eine Straftat haben die wenigsten Insassen begangen. Die Inhaftierung gilt als Verwaltungsmaßnahme, die die Ausweisung der Ausländer vorbereitet. Das Ausländergesetz regelt, daß Ausländer, die im Verdacht stehen, sich ihrer Abschiebung »entziehen« zu wollen, bis zu 18 Monate in »Abschiebegewahrsam« genommen werden können.

Dieses restriktive System geht auf das Jahr 1919 zurück, als nach dem Ende der Bayerischen Räterepublik das »Zutun« der sogenannten Ostjuden zur Revolution in München diskutiert wurde. Als Präventivmaßnahmen gegen erneute revolutionäre Aufstände in Bayern wurden die Abschiebung von unerwünschten Ausländern sowie...

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