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03.01.2008 / Feuilleton / Seite 12

Restaurationsverschnitt

Die Aufarbeitung der DDR-Geschichte genügt ideologischen Standards, nicht wissenschaftlichen: Ein aktueller Wälzer aus Potsdam ist exemplarisch

Antonín Dick
Es scheint zum Gesetz der DDR-Forschung zu werden: Die ständig ansteigende Masse an empirischen Daten verhält sich umgekehrt proportional zur Vertiefung der historischen Wahrheit. Von Anfang an betrieb die DDR-Aufarbeitungsindustrie nichts als ein hastiges In-den-deutschen-Boden-Rammen des 89er Siegs der nationalen Partei über die der sozialen Emanzipation. Arthur Rimbaud: »Nous avons notre revanche, citoyens de la Commune!« (Jetzt haben wir unsere Revanche, ihr Herren der Kommune!) Und was sich von der übriggebliebenen DDR-Dissidenz nicht nationalisieren läßt, wird aus der Geschichtsschreibung exkommuniziert.

Vor einigen Wochen kam ein weiterer Wälzer aus diesem ideologischen Räderwerk gutbezahlter Staatsdemokraten auf den Buchmarkt, Thomas Kleins Arbeit »›Frieden und Gerechtigkeit!‹ Die Politisierung der Unabhängigen Friedensbewegung in Ost-Berlin während der 80er Jahre«. Herausgegeben vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, geleitet vom natio...

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