Gegründet 1947 Donnerstag, 21. März 2019, Nr. 68
Die junge Welt wird von 2173 GenossInnen herausgegeben
03.01.2008 / Feuilleton / Seite 12

Restaurationsverschnitt

Die Aufarbeitung der DDR-Geschichte genügt ideologischen Standards, nicht wissenschaftlichen: Ein aktueller Wälzer aus Potsdam ist exemplarisch

Antonín Dick
Es scheint zum Gesetz der DDR-Forschung zu werden: Die ständig ansteigende Masse an empirischen Daten verhält sich umgekehrt proportional zur Vertiefung der historischen Wahrheit. Von Anfang an betrieb die DDR-Aufarbeitungsindustrie nichts als ein hastiges In-den-deutschen-Boden-Rammen des 89er Siegs der nationalen Partei über die der sozialen Emanzipation. Arthur Rimbaud: »Nous avons notre revanche, citoyens de la Commune!« (Jetzt haben wir unsere Revanche, ihr Herren der Kommune!) Und was sich von der übriggebliebenen DDR-Dissidenz nicht nationalisieren läßt, wird aus der Geschichtsschreibung exkommuniziert.

Vor einigen Wochen kam ein weiterer Wälzer aus diesem ideologischen Räderwerk gutbezahlter Staatsdemokraten auf den Buchmarkt, Thomas Kleins Arbeit »›Frieden und Gerechtigkeit!‹ Die Politisierung der Unabhängigen Friedensbewegung in Ost-Berlin während der 80er Jahre«. Herausgegeben vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, geleitet vom natio...

Artikel-Länge: 6467 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €