29.12.2007 / Thema / Seite 12

Mäzene ohne Maske

Diego Riveras kritisches Portrait Amerikas. Teil IV: Ein unvollendetes Fresko in New York

Hans G Helms
Zur Aktualisierung der von den Rockefellers betriebenen Rivera-Retrospektive, die im New Yorker ­Museum of Modern Art im Januar 1932 eröffnet wurde, hatte Diego sieben transportable Fresken gemalt. Auf drei von ihnen drückte er seine Ablehnung des völlig inhumanen US-Kapitalismus aus. Am schärfsten verurteilte er das Finanzkapital mit dem Bild »Frozen Assets« (Eingefrorene Wertanlagen).

Ganz unten ein in Manhattans Felsen gesprengter Tresorraum, darinnen eine Buchhalterin mit einer Rechenmaschine, die Profite kalkuliert. Den Hort des Mammons sperrt eine breite Gittertür ab, die ein Polizist bewacht. Vor dem Vermögenstempel links ein Bankbeamter am Empfangstisch, rechts auf einer Bank wohlhabende Kunden, die auf Zugang zu ihren Schließfächern warten. Darüber ein von einem Bullen kontrolliertes Verlies mit Wertobjekten: Leichen gleich liegen Hunderte ausgesaugte Werktätige auf dem Boden, eng aneinander gepreßt und ordentlich aufgereiht. Deren Schweiß und Blu...

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