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22.12.2007 / Feuilleton / Seite 10

Schuld und Schüsse

1907 wurden im chilenischen Iquique Tausende Arbeiter ermordet. Die Verantwortung dafür trage die Linke, meint der Historiker Victor Farías

Harald Neuber
Am Freitag nachmittag stand in Iquique das Leben für einen Moment still. Um 15.45 Uhr hielten die Menschen in der nordchilenischen Hafenstadt inne. Kirchenglocken läuteten, Sirenen heulten. Die Menschen gedachten der Opfer eines Massakers, das vor hundert Jahren seinen Anfang nahm. Um 15.45 Uhr am 21.12.1907 ließ General Roberto Silva Renard das Maschinengewehrfeuer auf streikende Arbeiter eröffnen. 5000 Menschen hatten sich zuvor in einer Schule versammelt, weitere 2000 auf einem Platz im Zentrum der Hafenstadt. Bis heute ist unklar, wie viele niedergemetzelt wurden. Im Singspiel »Cantate de Santa María de Iquique« von Luis Advis, das 1970 in einer Inszenierung von Victor Jara uraufgeführt wurde, ist von 3000 Toten die Rede. Historiker schätzen die Opferzahlen zwischen 1000 und 2000.

»Dieser Massenmord ist eine nationale Schande, die lange Zeit totgeschwiegen wurde«, sagt Juan Manuel Díaz, Sprecher von Chiles größtem Gewerkschaftsdachverband CUT, der Nach...

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