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26.11.2007 / Inland / Seite 2

»Sachbeamter hat im Schnitt 150 Fälle«

Armut und Verelendung nehmen zu. Jugendämter sind unterfinanziert und überfordert. Ein Gespräch mit Georg Ehrmann

Ralf Wurzbacher
Georg Ehrmann ist Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe Direkt e. V. (DKHD)

Im Fall der in Schwerin verhungerten fünfjährigen Lea-Sophie haben sich die Behörden erklärtermaßen nichts zu Schulden kommen lassen, und dies, obwohl Mitarbeiter des Jugendamts trotz Hinweisen aus der Nachbarschaft das Kind nicht aufgesucht haben. Wurde also vorschriftsmäßig weggesehen?

Die verbreitete Behördenmentalität dokumentiert sich sehr deutlich an den Worten des Schweriner Bürgermeisters, der sinngemäß geäußert hat, ein vergleichbarer Fall hätte sich überall ereignen können, Schwerin habe eben Pech gehabt. Wenn es die bestehenden Vorschriften zulassen, bei Verdachtsfällen so lax zu verfahren wie in diesem Fall, indem nicht einmal das Kind in Augenschein genommen wird, dann deutet dies auf einen schlimmen Mißstand hin: Daß nämlich ein Elterngespräch zur Bestimmung der Frage ausreicht, ob eine Familie hilfsbedürftig ist oder nicht, während das Kindeswohl vernachlässigt ...

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