17.11.2007 / Feuilleton / Seite 13

Nihilismus mit System

Reißerisch ist daran nichts: Mit »Schock-Strategie« hat Naomi Klein ein hervorragendes Buch geschrieben

Christoph Jünke
Lenins Satz, daß der Kapitalismus seinen Gegnern und Opfern auch noch den Strick verkauft, an dem er sie aufhängt, gilt weiterhin. Nichtsdestotrotz ist die geschichtliche Entwicklung bereits einen gehörigen Schritt weiter gegangen. Nachdem vor zwei Jahren der Wirbelsturm »Katrina« New Orleans zerstört hatte, beauftragte die US-Regierung die Tochterfirma eines Bestattungskonzerns, der einer der großen Geldgeber des Bush-Wahlkampfes war, mit der Einsammlung der fast 2000 Toten. 12500 Dollar pro aufgesammelte Leiche stellte die Firma der Regierung, also dem Steuerzahler, bzw. der Gesellschaft in Rechnung. Die zu bezahlende Leistung erwies sich als mangelhaft erbracht. Es häuften sich Klagen über nicht oder falsch registrierte Tote, die auch noch sehr gemächlich eingesammelt wurden: Noch nach einem Jahr wurden verweste Leichen auf Dachböden gefunden.

In ihrem neuen Buch »Die Schock-Strategie«, das sofort nach Erscheinen zum Bestseller wurde, versammelt Naomi K...

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