09.11.2007 / Feuilleton / Seite 13

Verlogene Rollen

Lindenstraße in Ägypten: »Der Jakubijân-Bau« vom Kairoer Bestseller-Autor Alaa Al-Aswani

Kerstin Cornils
Der Nahostexperte Volker Perthes beschreibt die Lage Ägyptens im 21. Jahrhundert jenseits von Dattelpalmen- und Pyramidenromantik auf der Basis dreier Stichwörter: pluralistischer Autoritarismus, Patronage, Repression. Implizit bestätigt Alaa Al-Aswani das Urteil des Nahostkundlers – wenngleich sich die Strahlkraft seines Romans »Der Jakubijân-Bau« zur politologischen Prosa von Perthes wie ein Granatapfel zur Strukturformel von Pflanzenfarbe verhält. Der 1957 geborene Kairoer Bestseller-Autor lädt seine Leser in einen Mikrokosmos ein, in dem Ämterkauf, Vetternwirtschaft, islamistische Propaganda und diktatorische staatliche Vollmachten zum Alltag gehören.

Meist wird Al-Aswanis Roman über ein imposantes Kairoer Innenstadthaus mit Machfus’ nobelpreisgekrönter »Midaq-Gasse« verglichen – doch ebenso ähnelt er der quirligen »Lindenstraße« des WDR-Fernsehens. Eine einzige Straßenzeile wird zur repräsentativen Matrix gesellschaftlicher Zündstoffe: Ein Lebemann be...

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