20.10.2007 / Feuilleton / Seite 13

Begriffene Geschichte

In Istanbul wurde Hegels »Phänomenologie des Geistes« diskutiert

Joseph von Hynten
Mag sein, in Amsterdam sind alle frei, alles zu tun, in London herrscht der Kinnhaken über den schönen Schein, wer New York regiert, weiß ich nicht. Aber was über den Dächern von Istanbul zu schweben scheint, ist der Geist leidenschaftlicher Neugier und heiterer Empfänglichkeit für alles, was nicht dämlich ist.

Dementsprechend gut besucht war dort Anfang des Monats der internationale Hegel-Kongreß, der anläßlich der vor zweihundert Jahren erstmals veröffentlichten »Phänomenologie des Geistes« (PhdG) ausgerichtet wurde. Im vierten Stock eines Multiplex-Kinos mit malerischem Blick auf das Marmarameer und in der Nähe von hervorragenden Restaurants diskutierten Geisteswissenschaftler aus der Türkei, England und Deutschland zwei Tage lang die Phänomenologie und die Stellung, welche dem Werk innerhalb Georg Wilhelm Friedrich Hegels eigener Philosophie und der Philosophiegeschichte zukommt.

Den sehr instruktiven Eröffnungsvortrag übernahm Andreas Arndt aus Berli...



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