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22.09.2007 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Dollar-Dämmerung

Nach Immobilienkrise, Finanzmarktdelirium und Leitzinssenkung drängt sich die Frage auf: Wer soll noch US-Schatzbriefe kaufen?

Rainer Rupp
Seit Ben Bernanke, Chef der US-Zentralbank, am Dienstag überraschend die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt senkte, wackelt die US-Währung. Denn Ber­nanke in die anderen Notenbankgouverneure haben deutlich gemacht, daß die bisherig Politik der Verteidigung eines »starken Dollar« nicht länger gilt. Angesichts der massiven und zunehmend prekären Abhängigkeit der US-Wirtschaft von internationalen Krediten wurde diese Entscheidung weltweit mit Unverständnis aufgenommen. Womöglich haben Bernanke & Co. den schon lange erwarteten Zusammenbruch des Dollar als Währungsreserve in die Wege geleitet.

Keine Gefolgschaft

Ein Gefahrensignal par Exzellence kommt dabei aus Saudi-Arabien, das sich offensichtlich nicht länger an das Schicksal des Dollars koppeln will. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten haben die Saudis der von Washington vorgegebenen Währungspolitik die Gefolgschaft verweigert und ihre Leitzinsen nicht entsprechend gesenkt – ein Signal, die feste Bindung...

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