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22.09.2007 / Schwerpunkt / Seite 3

Allerlei Abwicklung

In Marburg und Berlin versuchen Universitätspräsidenten, mißliebige Bewerber für Professuren fernzuhalten. Jetzt gibt es auch im Ausland Protest

Georg Fülberth
Totgesagte, so sagt man, leben länger. Das ist eine Untertreibung. Sind sie endlich begraben oder verbrannt, kehren sie als Zombies wieder, und diese sind überhaupt nicht mehr totzukriegen. Immer wieder müssen sie ausgetrieben werden.

Merkwürdigerweise eignet sich Marburg besonders gut zur passiven Mythenbildung. Der dortige Universitäts-Marxismus gehört zu den Gespenstern, die immer wieder einmal totgeschlagen werden müssen. Gerade findet dort der neueste Exorzismus statt.

Es gibt eine lange Vorgeschichte. 1951 wurde Wolfgang Abendroth Professor für wissenschaftliche Politik in Marburg. Er war Marxist und flog 1961 aus der SPD. Seitdem gilt die Lahnstadt als Festung des Dogmatismus, obwohl der Gelehrte eigentlich nur ordentlich seine Arbeit tat und das, was er dabei herausfand, öffentlich und kämpferisch bekanntmachte.

Präsidiale Panik

Als Abendroth 1972 emeritiert wurde, sind einige seiner Schüler nachgerückt. Die damalige Vermehrung der Professorenstelle...



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