19.09.2007 / Thema / Seite 10

Genpatente sind die Kanonenkugeln von heute

Saatgutunternehmen und Pharmaindustrie eignen sich Erbinformationen der Tier- und Pflanzenwelt aus »Entwicklungsländern« an

BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie
Mais dient in Deutschland in erster Linie als Futtermittel. Ganz anders in Mexiko, dort ist Mais ein Grundnahrungsmittel mit einer unüberschaubaren Vielzahl von Sorten und hat – vor allem für die indigene Bevölkerung – eine hohe kulturelle Bedeutung. Daß sich mit Mais auf dem internationalen Agrarmarkt aber auch viel Geld verdienen läßt, hat beispielsweise DuPont erkannt, einer der weltweit größten Saatgutkonzerne mit Sitz in Wilmington (USA). DuPont erhielt im Jahr 2000 vom Europäischen Patentamt (EPA) ein Schutzrecht auf Maispflanzen, deren Körner einen besonders hohen Ölgehalt aufweisen. Die patentierten Pflanzen waren von DuPont durch Kreuzungen gezüchtet worden. Allerdings gibt es Maissorten mit einem derart hohen Ölgehalt schon seit langem, gezüchtet über Jahrtausende und Jahrhunderte von der Landbevölkerung. DuPont hätte seine Eigentumsrechte auch an diesen traditionellen Maissorten geltend machen können. Beim Patentamt wurde jedoch mit...

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