Gegründet 1947 Sa. / So., 15. / 16. Juni 2019, Nr. 136
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01.09.2007 / Wochenendbeilage / Seite 7 (Beilage)

Über schlechten Geschmack

Reinhard Jellen
Nicht nur seine Talente und Tugenden weiterzuentwickeln, sondern auch die eigenen Schwächen und Nachteile zu korrigieren und zu beheben, darum geht es im Leben. Da allerdings heutzutage bereits die kleinsten Charakter- und Erkenntnisfortschritte einen atlasgleichen Arbeitsaufwand erfordern und kleine Sünden ohnehin viel produktiver sind als selbst große Tugenden, ferner man für solch Kokolores sowieso kein Geld mehr hat, gilt es, sich so schlau wie möglich bei der eigenen Ichwerdung zu bescheiden.

Zum Beispiel kann man Plastikbier trinken, in Fetzen herumlaufen und an fast allem sparen, nur nicht an Essen, gutem Wein, der Güte des Schuhwerks und adäquatem Klopapier. In Zeiten mit starkem sozialen Seegang muß man neben einem möglichst guten noch einen für einen selbst annehmbaren schlechten Geschmack entwickeln. Dies beinhaltet freilich etwas anderes, als Ulf Poschardt meint, denn in Zeiten, wo der »indivi­duelle Geschmack« ein soziales Disti...

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