01.09.2007 / Thema / Seite 10

Kriegsverrat ist Friedenstat

Wer nach Auffassung der Nazis »Feindbegünstigung« beging, gilt heute noch als vorbestraft. Führende Militärhistoriker fordern in einer neuen Studie die Rehabilitierung der im Faschismus Verurteilten

Frank Brendle
In den kommenden Monaten entscheidet der Bundestag, ob Wehrmachtssoldaten, die im Faschismus wegen Kriegsverrats verurteilt worden waren, endlich rehabilitiert werden. Auf dieses Delikt stand im Zweiten Weltkrieg, der vor 68 Jahren von Deutschland vom Zaun gebrochen wurde, ausnahmslos die Todesstrafe. Bis heute rangieren die »Täter« offiziell in der Kategorie »Verbrecher«. Eine Initiative der Linksfraktion will das ändern und stützt sich auf eine jetzt erschienene Studie der Militärhistoriker Wolfram Wette und Detlev Vogel aus Freiburg im Breisgau.

Der Widerstand von Soldaten ist in der BRD niemals in seiner Gänze gewürdigt worden. Während die Hitlergenerale das Kommando in der Bundeswehr übernahmen, trugen Deserteure und »Wehrkraftzersetzer« den Vermerk »vorbestraft«. Erst 1998 wurden mit dem »Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile« Verurteilungen wegen Wehrkraftzersetzung und Kriegsdienstverweigerung pauschal aufgehoben. Deserteur...

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