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15.08.2007 / Feuilleton / Seite 13

Pfefferminz mit Sibiriengeschmack

Wenn der Eckpunkt Sinn macht. Das Sommertagebuch (38)

Wiglaf Droste
Der 13. August ist Billy-Wilder-Tag: Man muß »Eins, Zwei Drei« kucken. Die tragenden Säulen des deutschen Humors heißen »Lachen ist gesund«, »Spaß muß sein« und »Hier hört der Spaß auf«. Dieses dunstige, morastige Terrain gilt es unbedingt zu meiden. Besser lernt man bei den aus Deutschland entronnenen Komödienmeistern Ernst Lubitsch und Billy Wilder, daß nichts ist, was zu sein es scheint, schon gar nicht das sogenannte Gute.

Als Billy Wilder 1961 seine rasante Komödie »Eins, Zwei, Drei« drehte, war das Brandenburger Tor noch offen. Als aber der Film in die Kinos kam, war die Berliner Mauer frisch errichtet. Das deutsche Publikum tat, wozu es fähig ist, wenn es mit Humor, also mit heucheleifreier, rücksichtsloser Klarsicht konfrontiert wird: Es nahm übel. Der Film verschwand und kam erst 24 Jahre später wieder ins Kino. So lange dauerte es, bis Deutsche bereit waren, die komischen Aspekte ihres Nationalgeteiltseins überhaupt wahrzunehmen. Allerdings blieb...

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