20.07.2007 / Thema / Seite 10

»Wir haben nur unsere Pflicht getan«

Zur Geschichte der HIAG, der Lobby der Waffen-SS, in der frühen Bundesrepublik

Daniel Siemens
Karlburg im Juli 1957. Der Saal ist zum Platzen gefüllt. Biertische in langen Reihen. Männer in Anzügen, die meisten nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht alt, springen auf, begeistert. Hier lebt sie noch, die alte Kameradschaft des Krieges, so empfinden es die Teilnehmer, allesamt ehemalige Mitglieder der Waffen-SS. Man habe sein Leben nicht der Befriedigung materieller Bedürfnisse, sondern einem »sinnvolleren Zweck gewidmet«, sagt der Redner. Es ist Kurt Meyer, »Panzermeyer«, ehemaliger General der Waffen-SS, Ritterkreuzträger und im Jahr 1944 Kommandeur der 12. SS-Panzerdivision Hitlerjugend in der Normandie. Seine Zuhörer blicken zu ihm auf, dem »ungebeugten Kriegshelden«. »Haltung«, »Ehre«, »Treue« – solche Worte hört man oft an diesem Tag. Von der eigenen Verantwortung für die Verbrechen im deutschen Faschismus ist nicht die Rede.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten mindestens 250000 ehemalige Angehörige der verschiedenen Waffen-SS-Einheit...

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