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08.02.1999 / Thema / Seite 0

Zwischen Konterrevolution und Kontakten zu Lenin

Ostpolitik des Vatikans begann bereits im Februar 1917

Gerhard Feldbauer

Man möchte es kaum glauben, schon ein paar Monate nach der Oktoberrevolution nahm die Kurie Kontakte zum verhaßten Sowjetregime auf. Benedikt XV. telegrafierte an den Chef der Sowjetmacht. Lenin, der den Fragen der Religion stets außerordentliche Aufmerksamkeit widmete, nahm sich in den Wirren der Revolution und des Bürgerkrieges Zeit, dem Heiligen Vater zu antworten.

Die frühe vatikanische Ostpolitik war jedoch, wie auch in späteren Jahrzehnten, zweigleisig. Der Papst telegrafierte an Lenin, versicherte gleichzeitig Koltschak seiner Unterstützung. Als die ausländische Intervention und der von der inneren Konterrevolution angezettelte Bürgerkrieg scheiterten, blickte die Kurie den Realitäten ins Auge und anerkannte 1922 in einem Vertrag de facto die Sowjetregierung. Auch das war ein pragmatischer Schritt, der die Positionen unter den Gläubigen sichern sollte.

Die klerikale Konterrevolution

Für die klerikale Konterrevolution, die die päpstlichen V...

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