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11.06.2007 / Thema / Seite 10

Die Gelegenheitspartei

Zwischen Realpolitik und sozialem Protest: Woher kommt, wohin treibt »Die Linke«?

Georg Fülberth
Das Ergebnis der Urabstimmung vom Mai 2007, in der sich Linkspartei und WASG für eine Fusion aussprachen, ist merkwürdig. Betrachten wir es etwas genauer.

82,6 Prozent der Mitglieder der Linkspartei nahmen teil. Mit 96,9 Prozent stimmten sie für den Zusammenschluß. Die »Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit« hat nur 11 500 Mitglieder. Lediglich 49,8 Prozent beteiligten sich. 83,9 Prozent stimmten mit Ja, also nur 41,8 Prozent der WASG-Mitglieder. Hat also die ehemalige PDS die kleinere »Wahlalternative« einfach übernommen? Nur scheinbar. Es ist wohl eher eine Art Flucht. Um das zu erklären, müssen wir bis zum 22. September 2002 zurückgehen.

Die PDS flog mit 4,0 Prozent der Wählerstimmen aus dem Bundestag. Ihr Ende als gesamtdeutsche Partei schien besiegelt. An dieser düsteren Aussicht änderte sich auch in den folgenden zweieinhalb Jahren zunächst nichts. Gerhard Schröder zog seine Agenda 2010 und Hartz IV durch. Die SPD verlor Wahl um Wahl un...



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