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01.03.2007 / Inland / Seite 4

»Freiwillig« zwangsbeschäftigt

Auch soziale und Umweltorganisationen sehen kein Problem darin, Ein-Euro-Jobber zu beschäftigen. Wie sie von deren Arbeit profitieren, wollen nur wenige offen sagen

Jan Eisner
Als eine Art lebender Punchingball saß Stefan Richter, Geschäftsführer der Grünen Liga Berlin, auf dem Podium. Drei Stunden lang bekam er am Dienstag abend bei einer Podiumsdiskussion im Berliner Haus der Demokratie den Unmut des Publikums zu spüren. Richter hatte sich öffentlich zu etwas bekannt, was eher still und heimlich von vielen sozial und politisch engagierten Gruppen genutzt wird: die durchaus lukrative Möglichkeit, von der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit einer »Mehraufwandsentschädigung« (MAE) bedachte Erwerbslose zu beschäftigen, allgemein als Ein-Euro-Kräfte bekannt. Die müssen solche »Arbeitsgelegenheiten« bekanntlich annehmen, wollen sie nicht massive Kürzungen beim Arbeitslosengeld II riskieren. In der Arbeitslosenstatistik tauchen sie in dem halben Jahr, für das ein solcher Job von der BA maximal finanziert wird, nicht auf.

Vereine wie der Arbeitslosenverband oder das Berliner Kino ACUD hatten nach Angaben des Hauses der Demokratie auf di...

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