17.02.2007 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die Chancen für Serbien sind besser geworden«

Gespräch mit Srdja Trifkovic. Über den Kosovo-Vorschlag von UN-Vermittler Martti Ahtisaari, die Position Rußlands und die Stimmung in Belgrad nach den Wahlen

Jürgen Elsässer
Srdja Trifkovic war in den neunziger Jahren Berater der bosnisch-serbischen Präsidentin Biljana Plavsic und des damaligen Oppositionspolitikers Vojislav Kostunica (heute Premier Serbiens). Der US-amerikanische Staatsbürger arbeitete immer wieder als Publizist, u.a. für Voice of America, The Times und die BBC. Er lebt heute in Chicago und ist Redakteur des konservativen Magazins Chronicles.

Am Mittwoch hat das serbische Parlament mit über 90 Prozent Mehrheit den Kosovo-Vorschlag von UN-Vermittler Martti Ahtisaari als unannehmbar zurückgewiesen. Sehen Sie das genauso?

Absolut. Der Plan, den Ahtisaari am 2. Februar veröffentlicht hat, ist die Erfüllung aller albanischen Wünsche und würde das Kosovo von Serbien abspalten. Zwar vermeidet das Dokument das Wörtchen »Unabhängigkeit« für den künftigen Status der Provinz. Aber abgesehen vom U-Wort soll das Kosovo alle Insignien und Souveränitätsrechte eines eigenen Staates erhalten: eigene Armee, eigener Gehei...

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