13.12.2006 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Weitere Entstaatlichung

Baden-Württemberg beauftragt österreichische Privatfirma mit der Bewährungshilfe. Gewerkschaft und Opposition sehen Verfassungsbruch

Ralf Wurzbacher
Neustart heißt ein Unternehmen aus Österreich, das in der Öffentlichkeit vorzugsweise als »gemeinnütziger Verein« firmiert. Ihr Geld verdient die GmbH mit Sozialarbeit, vor allem mit der »Begleitung und (Re)Integration von Tätern in die Gesellschaft«, sprich der Bewährungshilfe. Bei unserem Nachbarn wird diese schon seit Jahren nicht mehr in staatlicher Regie betrieben. In allen neun Bundesländern wurde dem privaten Träger die Zuständigkeit übertragen – im Auftrag des österreichischen Bundesjustizministeriums, laut firmeneigener Webseite der derzeit »wichtigste« Geschäftspartner.

Zu wenig Betreuer

Ab 1. Januar 2007 avanciert mit Baden-Württemberg ein Land zum Premiumkunden der Firma, das die kleine Alpenrepublik in puncto Einwohner- und Straftäterzahl deutlich in den Schatten stellt. Insgesamt rund 65 Millionen Euro will sich Justizminister Ulrich Goll (FDP) die bundesweit erste Privatisierung der Bewährungs- und Gerichtshilfe kosten lassen. Im kommenden...

Artikel-Länge: 5252 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe