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25.11.1998 / Ausland / Seite 0

Im Fadenkreuz des Nationalismus

Durchs wilde Kurdistan. Ein historischer Streifzug (III)

Anton Holberg

Sheref Khan, Fürst von Bitlis im Norden des heutigen türkischen Teils von Kurdistan, hatte schon 1596 in seinem - in Persisch geschriebenen - Buch Sheref-Nameh erstmalig eine Geschichte der Kurden vorgelegt. Und der Dichter Ahmed-i Khani hatte mehr als 100 Jahre später in der mit »Derde me« (»Unsere Schmerzen«) betitelten Einleitung zum Epos Mem u Zin die Uneinigkeit der kurdischen Fürsten beklagt. Daß damit jedoch eine im Volk verbreitete Stimmung der Zugehörigkeit zu einem über den Stamm oder das jeweilige Fürstentum hinausgehenden Kurdentum widergespiegelt worden sei, davon kann man nicht ausgehen.

Nachdem die Kurden - und das heißt ihre Fürsten und Stammesoberhäupter - sich im Kampf zwischen dem sunnitischen osmanischen Reich und dem schiitischen persischen Reich in der Schlacht von Chaldiran, östlich des Van-Sees, 1514 bereits aus primär religiösen Gründen für den osmanischen Sultan und Khalifen »Selim den Grausamen« entschieden und so die erste T...

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