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30.10.2006 / Politisches Buch / Seite 15

Weltmarkt und Abschreckungsregime der Großmächte

Ernesto Avila
Daß die außenpolitische Gewalt heutiger Staaten mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise in ihrem Inneren »zu tun hat« gehört zum Grundbestand linker Gesellschaftskritik. Wenn es aber ans Erläutern dieses Zusammenhangs geht, begnügen sich viele mit Kurzschlüssen. Man versucht, ökonomische Interessen zu identifizieren, prangert »Krieg für Öl« an und kann sich vorstellen, daß eine Regierung schießen läßt, weil der militärisch-industrielle Komplex Waffen verkaufen will. Ein nationales Interesse des kapitalistischen Gemeinwesens an der Beherrschung und Unterordnung anderer Staaten wird so gerade nicht erwischt. Erst recht versagt das Verfahren, wo man – etwa bei den deutschen Einsätzen in Afghanistan, am Horn von Afrika oder vor der libanesischen Küste – nichts findet, was abzuholen wäre. Dann fallen auch linke Kritiker auf eigentlich abgelehnte bürgerliche Auffassungen zurück: Es gebe »ökonomische Interessen« der Staaten, die prinzipiell für konsens- und ko...

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