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26.08.2006 / Inland / Seite 8

»Die Menschenwürde wird nicht ernst genommen«

Ausweitung der Ladenöffnungszeiten schadet Beschäftigten im Einzelhandel und kleineren Unternehmen. Ein Gespräch mit Angelo Lucifero

Daniel Behruzi

Angelo Lucifero ist Leiter des Fachbereichs Handel im ver.di-Landesbezirk Thüringen

Nachdem die Kompetenz für die Ladenöffnungszeiten durch die »Föderalismusreform« an die Bundesländer übergegangen ist, plant auch Thüringen deren weitgehende Freigabe. Warum lehnen Sie das – offenbar vollends gegen den herrschenden Zeitgeist – ab?

Im Grundgesetz steht: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.« Das wird aber weder vom Staat noch von der Mehrheit der Unternehmen ernst genommen. Denn zur Würde des Menschen gehören Arbeitsbedingungen, die die Lebensverhältnisse verbessern. Die Demontage des Ladenschlusses wird die Bedingungen der Einzelhandelsbeschäftigten – die meisten von ihnen Frauen – beschädigen und ihre Möglichkeiten, sich um Kinder und Familie zu kümmern, drastisch einschränken. Aber nicht nur im Einzelhandel werden die Arbeitsbedingungen leiden, sondern auch im Großhandel, in der Logistik und im Dienstleistungssektor.

Die Ausweitung des Ladenschlusses...



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