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24.08.2006 / Thema / Seite 10

Liebe in Zeiten des Neoliberalismus

Über das Streben nach erfüllter Zweisamkeit unter den Bedingungen eines entfesselten Marktes

Werner Seppmann
Eigentlich widerspricht es den im Trend liegenden »individualisierten« Existenzbedingungen, daß traditionelle Vorstellungen über lebenspartnerschaftliche Gemeinsamkeiten sich eines wachsenden Zuspruchs erfreuen. Nicht nur Liebe und romantisch verklärte Treuevorstellungen, sondern auch Ehe und Familie behaupten einen hohen und nicht zuletzt bei Jugendlichen (wie die Shell-Jugendstudien der letzten Jahre für die Bundesrepublik belegt haben) sogar steigenden Stellenwert. Diese Wertschätzung einer vertrauensvollen Zweisamkeit korrespondiert aber nicht unbedingt mit der Alltagspraxis. Denn das partnerschaftliche Zusammenleben ist, wie nicht nur die steigenden Scheidungsraten dokumentieren, offensichtlich schwieriger geworden. Standen in der Bundesrepublik 1970 noch 575000 Eheschließungen einer Zahl von 104000 Scheidungen gegenüber, so ließen sich 2003 383000 Paare trauen, vollzogen aber auch 214000 die amtliche Trennung. Diese (in allen kapitalistischen I...

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