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22.08.2006 / Feuilleton / Seite 13

Puppen mit Punkten

Schuß in den Ofen: Achim Freyers Brecht-Hommage am Berliner Ensemble

Stefan Amzoll
Achim Freyer ist gewiß ein bedeutender Künstler. Er weiß, mit der Bühne umzugehen, mit ihren Räumen, Vorhängen und Farben, ihrem Interieur. Mit Schauspielern zu arbeiten, ist bei ihm bildnerische Arbeit. Er malt Schauspieler mit feinem wie grobem Pinsel, kleidet sie ein wie man eine bettlägerige Oma einkleidet, bevor sie Besuch kriegt, mit gepunkteten bunten Klamotten, möglichst einer Prothese und halbem Auge.Was da an Menschen herumhampelt, sind lediglich Objekte der künstlerischen Begierde. Mal setzt Freyer sie aufrecht, mal besoffen schräg, mal hängen sie am Seil, mal in die Horizontale der Kriechtiere, wenn diese tot auf der Seite liegen. Wie Puppen in Kinderhand werden die Spieler gegängelt, weil die ja nichts selbst können. Freyers Theatersprache ist Marionetten- und Bildersprache. Als würde ein Turner seine Kür an den Ringen vollführen oder die Dame ihre Bodenkür. Artistisches, zum Teil grelles Theater, aber blutleeres, und eines, dem vollkommen de...

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