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19.08.2006 / Thema / Seite 10

Hundstage im Moskauer August

Vor 15 Jahren wurde in Rußland die Revanche an der Oktoberrevolution vollzogen

Werner Pirker
In den Morgenstunden des 19. August 1991 ließ in Moskau ein »Staatliches Komitee für den Ausnahmezustand« (GKTschP) über Rundfunk und Fernsehen mitteilen, daß der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow erkrankt sei und es sich deshalb gezwungen gesehen habe, die Verantwortung für die Lage im Land zu übernehmen. Ein Aufschrei ging durch die Welt: Putsch in Moskau! Die konservativen Regimekräfte hätten zurückgeschlagen, um den Gorbatschow-Kurs auf demokratische und marktwirtschaftliche Reformen rückgängig zu machen. Doch bis heute ist nicht geklärt, von welchen Motiven die glücklosen Komiteemitglieder wirklich bewegt wurden und welchen Plan sie verfolgten.

Der Aufruf, der von den verhinderten Rettern des Vaterlandes an die Bürger der UdSSR gerichtet wurde, war ideologisch neutral, er enthielt weder positive Bezugnahmen auf die sozialistische Ordnung, noch eine Absage an die kapitalistische Restauration. Er war einzig von der Sorge um den Erhalt des ...

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