10.08.2006 / Feuilleton / Seite 12

Keine Sprechstunde

Zum Tod von Hannes Würtz, einem Mann, der die Wörter liebte

Angelika Griebner
Er war anders als alle anderen. Sisyphus auf Verssuche, ein Original, ein Exot mit diversen Alleinstellungsmerkmalen, wie es in der Marktwirtschaft heißen würde. Das lag weder an seiner Parteilosigkeit noch an seinem Fixum-Vertrag, der es ihm gestattete, zu kommen und zu gehen, wann er wollte. Sondern an seiner Offenheit für alles und jeden, an seinem Wissensdurst und seiner Liebe zum Wort. Ganz zu schweigen vom jungenhaften Grinsen, herzhaften Lachen oder den launigen Sprüchen im Vorbeigehen.

Wenn Hannes Würtz den Großraum der Abteilung Kultur der jungen Welt betrat – natürlich mit einer »Beuteltasche« voller Bücher und fliegender Blätter –, stieg die Temperatur um mindestens drei Grad. Er setzte sich mal hierhin, mal dorthin, ließ Seiten mit seinen Hieroglyphen zurück oder hielt sie den Kollegen unter die Nase, um zu erfahren, welche seiner Headlines, die damals noch Überschriften hießen, wohl die beste sei. Es handelte sich stets um die gleiche Anzahl ...

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