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01.08.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

Wider die Besatzung

Unterwegs im neuen Nahen Osten: Kritik an einseitiger Haltung der Bundesregierung. Libanesen fordern Friedensbewegung und Gewerkschaften in Deutschland zu Solidarität auf

Wolfgang Gehrcke
Ein »neuer Naher Osten« soll aus dem Krieg gegen Libanon und Palästina erwachsen, sagt US-Außenministerin Condoleezza Rice. Ein »Modell für die Demokratie im Nahen Osten« sollte laut Präsident George W. Bush der Irak einst werden. Große Worte. Ich habe in das Gesicht des »neuen Nahen Ostens« geschaut: In die Gesichter der Verwundeten des Krieges in den Hospitälern Beiruts; unter den Menschen in den überfüllten Flüchtlingscamps, zu denen die Parks und Schulen der libanesischen Hauptstadt gemacht wurden; bei den Ärzten, die verzweifelt versuchen, Hilfe in den Süden zu bringen; an den ausgebrannten Autobussen und Lastwagen, die die einzig verbliebene Autobahn nach »draußen«, nach Damaskus, säumen. Zerstörte Häuser und Straßen in der Hauptstadt sind für die 800000 Flüchtlinge schreckliche Zeichen, daß sie ihr Zuhause auch nur zerstört wiederfinden werden. In den palästinensischen Flüchtlingscamps, 400000 Menschen leben dort ohne Bürgerrechte, grassiert die An...

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