20.07.2006 / Inland / Seite 5

Deutsche Asylpolitik macht krank

Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum legte Jahresbericht vor

Christian Selz
Ein 21jähriger Iraner erfährt auf dem Sozialamt in Plettenberg (Nordrhein-Westfalen), daß ihm die Sozialleistungen gestrichen werden, da er seiner Residenzpflicht nicht nachkäme. Für den Mann, dessen Vergehen darin bestand, häufig seine Schwester in Köln zu besuchen, bricht eine Welt zusammen. Noch auf dem Amt versucht er, sich mit einem Rasiermesser die Pulsadern aufzuschneiden. Der Fall ist nur ein Beispiel aus dem Jahresbericht der Medizinischen Flüchtlingshilfe (MFH) Bochum, der kürzlich veröffentlicht wurde. Der Mann überlebte und wurde inzwischen nach Köln »umverteilt«, die Kernaussage des Berichts ist trotzdem erschreckend: »Die deutsche Asylpolitik macht Flüchtlinge krank.«
»Der Druck auf Menschen mit Migrationshintergrund wächst stetig, und insbesondere für Menschen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus ist das physische und psychische Überleben hierzulande häufig traumatisierend«, heißt es schon im Vorwort des Berichts. Und dieser ungesicherte Aufe...

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