17.07.2006 / Thema / Seite 10

Unsere Feindbilder, ihre Feindbilder

Wie die beiden deutschen Staaten einander sahen

Friedrich Wolff
»Wird die Feder mächtiger als das Schwert?« fragte Lothar Bisky 1980 unter Bezugnahme auf die entsprechende These des damaligen Chefs der US-Dachorganisation für Auslandspropaganda Thomas C. Sorensen.1 Ist unter Feder das Wort zu verstehen, ist die Frage berechtigt, heute mehr als damals. Worte sind, wie Bisky seine Schrift nannte, »geheime Verführer«. Worte prägen sich ein, formieren Bewußtsein, Worte wie »Unrechtsstaat«, »Rechtsstaat« oder eben »Feindbild«.

Es heißt, die DDR hatte ein Feindbild, eine Ideologie, ihre Bürger waren indoktriniert durch eine Propaganda, die sie von der Kinderkrippe bis zum Grabe begleitete, sie hätten die Bundesrepublik durch eine rote Brille gesehen. Dagegen gilt es als selbstverständlich, daß die BRD kein Feindbild hatte, keiner Ideologie folgte. Der Bundesbürger hatte und hat folglich ein richtiges Bild von der DDR: Sie sei mit der Hitlerdiktatur vergleichbar. Entsprechend informierte Bundesjustizminister Klaus Kinkel di...

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