13.07.2006 / Inland / Seite 5

Rollentausch im Amtsgericht

Berliner AWO fand sich unerwartet auf der Anklagebank der »Überflüssigen« wieder

Markus Bernhardt
Der gestrige Mittwoch dürfte dem ehemaligen Chef der Berliner Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hans Nisblé (SPD) noch lange in Erinnerung bleiben. Ursprünglich sollte er in einem Verfahren wegen Hausfriedensbruchs gegen den linken Aktivisten Michael Kronawitter vor dem Amtsgericht in Berlin-Moabit aussagen. Kronawitter, der auf Platz fünf der WASG-Landesliste zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen am 17. September kandidiert, wurde vorgeworfen, gemeinsam mit rund einem Dutzend »Überflüssiger«, am 11. Oktober 2004 die Berliner Zentrale der AWO besetzt zu haben.

Die »Überflüssigen«, die in mehreren Städten existieren und mit roten Kapuzenshirts und weißen Masken durch spektakuläre Aktionen auf soziale Ungerechtigkeiten aufmerksam machten, wollten die AWO durch die kurzzeitige Besetzung ihrer Räume dazu bewegen, öffentlich zu erklären, sogenannte Ein-Euro-Jobs für Erwerbslose abzulehnen. Nisblé, damals noch AWO-Landesvorsitzender, stellte anschließend Strafantrag geg...

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